Bunjaku und Gygax - zwei Freunde für ein 3:0
Als der 1. FC Nürnberg in die Bundesliga zurückkehrte, da spielte Daniel Gygax (unten rechts) in den Barragespielen gegen Cottbus eine bedeutende Rolle. Kaum fing die neue Saison aber an, verschwand der Schweizer von der Bildfläche. Wochenlang hiess es, er trainiere schlecht bis unterirdisch. Die «Abendzeitung» nannte ihn einen «Sorgenkicker» und schrieb neulich gar: «Gygax, der in den letzten Wochen seine Ich-bin-viel-zu-gut-Unlust offen bis zur Peinlichkeit zelebrierte, sollte sich schnell am Riemen reissen.» Seine Bilanz vor dem Wochenende: null Bundesligaminuten, nur zweimal im Kader. Es kam der Samstagmorgen und der Moment, wo Trainer Michael Oenning auf Gygax zuging. Er brauchte ihn gegen Hertha von Anfang an. Der 27-Jährige, den scheinbar nicht viel aus der Ruhe bringen kann, musste durchatmen. Denn er wusste: «Wenn ich dieses Spiel verhaue, habe ich meine Chance gehabt.»
Der gefragteste Mann
Was dann geschah, wird Gygax nicht mehr vergessen: In seinem allerersten Bundesligaeinsatz seiner Karriere leistete er mit einem Treffer seinen Beitrag zum ungefährdeten 3:0-Sieg. Nach 18 Minuten reagierte er am schnellsten und empfand nach dem erfolgreichen Abschluss ein tiefes Glücksgefühl. Plötzlich war er im Rampenlicht - und hinterher gefragt wie kaum ein zweiter Nürnberger. Eine Stunde lang gab er Interviews, und erklären musste er immer wieder, wie es möglich sein konnte, auf diese Weise aus der Versenkung aufzutauchen. «Gewisse Geschichten kann man nicht erklären», sagte er, «natürlich gab es Tage, an denen ich nicht überragend trainierte. Jetzt hoffe ich einfach, den Platz zu behalten.»
Bunjakus Selbstvertrauen
Er war ein Protagonist an diesem Nürnberger Festtag gegen schwache Berliner. Der andere war sein Landsmann und Freund Albert Bunjaku (unten links), der bald 26-jährige Zürcher mit kosovarischen Wurzeln, mit dem sich Gygax mindestens einmal pro Woche auch privat verabredet. Der ehemalige GC-Junior, der über Schaffhausen, Paderborn und Erfurt ins Frankenland fand, erhöhte auf 2:0 und 3:0. Damit steht Bunjaku bereits bei drei Bundesligatreffern in fünf Einsätzen. «Wir Schweizer Fussballer haben es in Deutschland nicht immer einfach», sagt Bunjaku, «darum sind Spiele wie gegen Hertha hilfreich.» In Nürnberg trägt er die prominente Rückennummer 10: «Eigentlich wollte ich die 8, aber die war besetzt. Also nahm ich die freie 10, obwohl ich anfänglich zögerte. Ich dachte: Was sagen wohl die Leute dazu, dass einer, der aus der dritten Liga kommt, sich gleich die Nummer 10 schnappt?» Das war vor zehn Monaten. Heute findet Bunjaku: «Ein bisschen Selbstvertrauen kann ja nicht schaden.» Um zu schliessen: «Was gegen Hertha war, soll keine Eintagsfliege bleiben. Weder für mich noch für Gygax.» (Tages-Anzeiger)
Erstellt: 19.10.2009, 09:00 Uhr










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