Blatters Eigentor beim Thema Rassismus
Von Florian A. Lehmann. Aktualisiert am 17.11.2011 6 Kommentare
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Der hohe Funktionär aus dem Wallis sorgt wieder einmal für Verwirrung. Per Twitter schrieb Sepp Blatter, dass «Rassismus und Diskriminierungen jeglicher Art keinen Platz im Fussball haben. Das habe ich immer wieder betont und werde es immer wieder betonen.»
So weit, so gut. Gleichzeitig verharmloste der Boss des bedeutendsten Sportverbandes Vorkommnisse mit rassistischem Hintergrund als etwas, das «in der Hitze des Gefechts» passieren könne. Das solle jetzt keine Entschuldigung sein, aber manchmal würden in hitzigen Diskussionen gewisse Dinge auf dem Spielfeld gesagt und getan. Zuvor hatte Blatter, wie «Spiegel online» berichtet, im Interview mit dem TV-Sender al-Jazeera ein Rassismus-Problem im Fussball geleugnet. Abfällige Bemerkungen und Gesten seien nach dem Schlusspfiff vergessen. Und sollte ein Problem auch nach einer Partie doch noch bestehen, müssten die Offiziellen der jeweiligen Liga die Streitenden zusammenbringen und ihnen sagen, dass sie sich die Hände schütteln sollten, meinte der Schweizer weiter.
Ferdinands heftige Reaktion
Blatters (ungeschickte) Wortwahl blieb nicht ohne Reaktion. Der farbige englische Fussballprofi Rio Ferdinand reagierte per Twitter befremdet: Er sei erstaunt über die Aussagen des Fifa-Präsidenten. Der Verteidiger von Manchester United und der englischen Nationalmannschaft bezeichnete die Worte Blatters als «so herablassend, dass es fast schon lachhaft ist». Er sei dumm gewesen, zu glauben, dass der «Fussball eine Führungsrolle im Kampf gegen Rassismus» übernommen habe, schrieb der Fussballer weiter.
Die Rechtfertigung kam prompt
Stunden später meldete sich Blatter auf der Fifa.com/aboutfifa/organisation/president/news/newsid=1544102/index.html" target="_blank">Fifa-Homepage und versuchte zu retten, was noch zu retten war. «Ich möchte hier noch einmal ganz klar zum Ausdruck bringen, dass ich mich aktiv für den Kampf gegen den Rassismus und jegliche Form der Diskriminierung im Fussball und in der Gesellschaft einsetze. Ich führe den Kampf gegen den Rassismus im Fussball persönlich an, dem die Fifa sich in den letzten Jahren mit Kampagnen in all ihren Wettbewerben verschrieben hat. Ein Beispiel ist die Kampagne ‹Sag Nein zum Rassismus›.»
Für den Walliser ist die Angelegenheit offenbar ein Missverständnis. «Meine Kommentare wurden falsch verstanden. Was ich mit meinen Äusserungen zum Ausdruck bringen wollte, ist, dass Fussballspieler während einer Partie ‹Kämpfe› mit ihren Gegenspielern austragen und dabei manchmal Dinge passieren, die nicht passieren sollten. Normalerweise gibt man sich nach dem Schlusspfiff die Hand und entschuldigt sich beim Gegner, wenn es während der Partie zu einer Konfrontation gekommen ist.» Er wolle das Rassismus-Problem im Fussball keinesfalls schmälern. «Ich engagiere mich aktiv für die Bekämpfung dieser Plage und dafür, sie aus dem Fussball herauszukicken.» (Bernerzeitung.ch/Newsnet)
Erstellt: 17.11.2011, 11:01 Uhr
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Blatter hat sich vernünftig geäussert, nämlich, dass nicht jede Bemerkung, die in der Hitze des Gefechts mal fällt, moralischen Totschlag verdient. Das ist Anwendung von Moral auf die praktische Vernunft. Grobheiten auf dem Platz, verbal oder körperlich, sind differenziert zu beurteilen. Was immer Blatter sagt, es wird gegen ihn verwendet. Er formuliert klar und mit gesundem Menschenverstand. Antworten
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