«Benaglio lässt sich von den Deutschen nicht kaputtmachen»
Von Thomas Niggl. Aktualisiert am 10.03.2011
Experte Jörg Stiel kennt die Medienlandschaft in Deutschland. (Bild: Keystone )
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Der Moderator des Fussballtalks «Kick-it» im Schweizer Sportfernsehen fühlt mit dem Schweizer Nationalkeeper. Benaglio mache zurzeit in Wolfsburg keine einfache Zeit durch. «Diego kommt gerade nach einer Rückenverletzung zurück», sagt Stiel gegenüber Bernerzeitung.ch/Newsnet. Er sehe sich nach der 0:3-Niederlage in Leverkusen erst noch mit herber Kritik konfrontiert. Insbesondere die Boulevard-Presse schiesse sich offenbar langsam auf den Schweizer Nationalkeeper ein, befürchtet Stiel.
«Torwart Benaglio sah bei allen drei Gegentreffern schlecht aus. Die Form aus dem Meisterjahr 2009 hat er längst nicht mehr. Aus Big Ben ist Big Penn geworden», behauptet das Millionen-Blatt «Bild» und benotetet Benaglio mit einer 5, der zweitschlechtesten Note. Die Krise fange schon ganz hinten an: Bei Diego Benaglio. Er sei vom Rückhalt zum Risikofaktor geworden.
Die Erfahrung im Abstiegskampf bringt Benaglio noch weiter
«Das ist zynisch und Verspottung pur», sagt Stiel gegenüber Bernerzeitung.ch/Newsnet. Da komme irgendein blinder Schreiberling daher und erzähle einen solchen inkompetenten Quatsch. Benaglio sei nach wie vor einer der konstantesten Torhüter Deutschlands. «Man darf nicht vergessen: Diego ist noch jung», sagt Stiel. Auch die neuen Erfahrungen in einem Abstiegskampf seien für Benaglios weitere Karriere durchaus wertvoll.
Sorgen macht sich Stiel um Benaglio überhaupt nicht. «Er ist mental unheimlich stark und lässt sich durch Kritik nicht so schnell destabilisieren.» Er könne sehr wohl differenzieren. Er lasse sich von den Deutschen jedenfalls nicht kaputtmachen. Benaglio sei jedoch durchaus empfänglich für Kritik. «Aber wenn sie unsachlich und respektlos ist, geht sie bei ihm im linken Ohr rein und durch das rechte direkt wieder raus», sagt er. Das zeuge auch von mentaler Stärke. Stiel ist auch im Hinblick auf das nächste EM-Qualifikationsspiel der Schweiz in 17 Tagen in Bulgarien ganz Optimist. «Diego wird wie immer unser grosser Rückhalt sein», verspricht der ehemalige Torhüter und Captain der Nationalmannschaft.
Trainer strich den freien Tag
Wolfsburgs Manager Dieter Hoeness rechnet mit seinen Versagern ab, nennt dabei aber nicht explizit Diego Benaglio. Er hat indes vielmehr die Mittelfeldspieler im Fokus. «In den entscheidenden Momenten haben wir fast überheblich gespielt», sagt Hoeness. Das könne man sich im Abstiegskampf schon gar nicht erlauben. Man habe das Spiel verschenkt. Auch Pierre Littbarski ist über die Leistung erbost. Der Trainer hatte den am Montag den freien Tag für seine Stars kurzerhand gestrichen. (Bernerzeitung.ch/Newsnet)
Erstellt: 10.03.2011, 13:31 Uhr
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