Beide Berner Futsal-Teams mischen vorne mit
30 Sekunden vor Schluss stand es 1:1 unentschieden. Dieser Spielstand hätte für Futsal Minerva das Ausscheiden aus dem Rennen um einen Playoff-Platz und damit das vorzeitige Saisonende bedeutet. Doch dann erzielte der 32-jährige Magno Leite, der im Alter von 19 Jahren in seiner Heimat Brasilien als einer der talentiertesten Futsalspieler galt, das erlösende 2:1 für Minerva. Das 3:1 durch Fabio Santona räumte die letzten Zweifel aus dem Weg und sicherte den Bernern die Teilnahme an den Playoffs. Vor dieser Begegnung war Lusitanos Futsal auf dem vierten und letzten Startplatz für die Finalrunde klassiert, derweil die Berner undankbare Fünfte waren. Für Minerva war der Sieg also die einzige Möglichkeit, in der entscheidenden Phase der Saison – wie bereits im Vorjahr, als die Stadtberner erst im Final von Geneva Komball gestoppt wurden – ein Wörtchen mitreden zu können.
Populär und professionell
Die hiesige Entwicklung der aus Südamerika stammenden Variante des Hallenfussballs ist bemerkenswert. Die Mannschaften agieren immer disziplinierter, taktisch versierter. Längst geht es nicht mehr darum, «für die Galerie» zu spielen. Immer mehr Fussballer wechseln vom Fussball zum Futsal. «Bei uns spielen mittlerweile 80 Prozent der Spieler nur noch Futsal», schätzt Santona, einer der wenigen Akteure, die auch auf dem Rasen (beim 1.-Liga-Klub Breitenrain) noch aktiv sind. Allerdings werde auch er sich eher früher als später überlegen müssen, in Sachen Fussball kürzerzutreten, um sich während der Saison (November bis Februar) voll und ganz dem Futsal widmen zu können.
Mobulu: 9 Spiele, 7 Siege
Der andere Vertreter aus der Hauptstadt, Mobulu Futsal Uni Bern, hatte sich die Playoff-Teilnahme bereits vor zwei Runden gesichert. Die letzte der neun Qualifikationspartien war für Mobulu hinsichtlich der Playoffs also von geringer Bedeutung. Trotzdem zeigten die Berner eine engagierte Leistung und besiegten die Old Fox aus Freiburg mit 6:4. Das Resultat fiel letztlich zu knapp aus, die Berner waren dem Gegner über weite Strecken überlegen gewesen. Das Tor des Abends erzielte Oliver Adeyemi, als er nach einem feinen Lobzuspiel David Mühlemanns den Ball volley aus der Drehung im Tor unterbrachte. Dieser schön herauskombinierte Treffer spiegelt den aktuellen Formstand der eingespielten Truppe adäquat wieder: «Wir verfügen über einen grossartigen Zusammenhalt. Wir haben keine Stars, der Teamgedanke steht bei uns über allem», verrät Spielmacher und Vorstandsmitglied Mühlemann Mobulus Erfolgsrezept.
Freundschaftliche Rivalität
Unter dem neuen Trainerduo Burkhalter/Lötscher hat sich Mobulu vor allem im taktischen Bereich weitergebildet. Das 2001 gegründete und damit für Schweizer Verhältnisse «alte» Futsalteam, das noch nie im Endspiel stand, spielte heuer eine überragende Qualifikation. Topskorer Mühlemann sagt denn auch: «Die Saison verlief bisher praktisch perfekt für uns. Nach Rang sieben im Vorjahr konnten wir nicht damit rechnen, dass wir uns derart souverän für die Playoffs qualifizieren würden.» Santona und Mühlemann freuen sich über die Playoff-Teilnahme des Berner Rivalen, denn: «Die Derbys werden auch in der kommenden Saison zu den Highlights gehören», sind sich die beiden Teamleader einig. Zunächst gilt es für Minerva und Mobulu aber, die (Viertelfinal-)Hürden Wettingen, das nach dem Aufstieg die Qualifikation in der Gruppe Ost gleich als Leader abschloss, respektive MNK Croatia 97 zu überspringen. (Berner Zeitung)
Erstellt: 31.01.2012, 08:20 Uhr
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