Basels riskanter Umbruch

Sportredaktor Fabian Ruch zur Neuausrichtung des FC Basels.

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Es wirkt auf den ersten Blick brutal, muss Urs Fischer den FC Basel Ende Saison verlassen. Er wird erneut Meister, der Vorsprung auf YB beträgt 17 Punkte, zudem steht der FCB Ende Mai im Cupfinal gegen Sion. Aber die Trennung vom früheren Thun-Coach ist nachvollziehbar.

Erstens wird seit Jahren sowieso jeder Trainer mit Basel Meister. Zweitens hat Fischer im Europacup enttäuscht. Drittens ist die Aussendarstellung des knorrigen,dünnhäutigen Zürchers nicht sou­verän. Viertens lässt er wie am Sonntag gegen YB (1:1) Verwalterfussball spielen – in Basel dürstet man nach Offensivspektakel, Unterhaltung, Spielfreude.

Und vor allem, fünftens, passt Urs Fischer als FCZ-Ikone überhaupt nicht ins «Basel first»-Konzept der neuen Entscheidungsträger. Es ist konsequent, verzichtet der Klub auf die Dienste Fischers. Den früheren FCB-Coach Thorsten Fink könnte man sich als neuen Chef an der Seitenlinie gut vorstellen, das interne Trainertalent Raphael Wicky wäre die mutige Lösung.

Passen würde Adi Hütter, der bei den Young Boys meistens eine attraktive Spielweise fördert und fordert. Ein Abgang Hütters zu Basel ist jedoch schwer vorstellbar.

Der FCB steht – mal wieder – vor einem erheblichen Umbruch. Diesmal allerdings ist der Wandel radikal, auf allen Führungsebenen wird Personal ausgetauscht, fähige Köpfe wie Sportdirektor Georg Heitz gehen. Es herrscht Aufbruchstimmung, doch ins­besondere der neue Sportchef Marco Streller steht auf dem Prüfstand. Bald wird harte Arbeit gefordert sein.

Der Serienmeister geht jedenfalls trotz grossartiger Ausgangslage und wirtschaftlicher Sonderstellung ein Risiko ein. Das kann die Chance für andere Vereine sein. Zum Beispiel und vor allem für YB. (Berner Zeitung)

Erstellt: 11.04.2017, 06:48 Uhr

Fabian Ruch, Sportredaktor.
Mail: fabian.ruch@bernerzeitung.ch. (Bild: Andreas Blatter)

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