Ausscheiden zum dümmsten Zeitpunkt
Von Alexander Wäfler. Aktualisiert am 28.11.2011 75 Kommentare
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Super League
36. Runde
| 23.05. | Basel - Young Boys | 1 : 2 |
| 23.05. | Lausanne - Grasshoppers | 2 : 1 |
| 23.05. | Sion - Luzern | 1 : 3 |
| 23.05. | Thun - FC Zürich | 2 : 4 |
Rangliste
| Name | Sp | S | U | N | G:E | P | |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 1. | Basel | 34 | 22 | 8 | 4 | 78:33 | 74 |
| 2. | Luzern | 34 | 14 | 12 | 8 | 46:32 | 54 |
| 3. | Young Boys | 34 | 13 | 12 | 9 | 52:38 | 51 |
| 4. | Servette | 34 | 14 | 6 | 14 | 45:53 | 48 |
| 5. | Thun | 34 | 11 | 10 | 13 | 38:41 | 43 |
| 6. | FC Zürich | 34 | 11 | 8 | 15 | 43:44 | 41 |
| 7. | Lausanne | 34 | 8 | 6 | 20 | 29:61 | 30 |
| 8. | Grasshoppers | 34 | 7 | 5 | 22 | 32:66 | 26 |
| 9. | Sion | 34 | 15 | 8 | 11 | 40:35 | 17 |
| 10. | Xamax | 18 | 7 | 5 | 6 | 22:22 | 0 |
Die Konsternation war riesig beim BSC Young Boys, am Sonntagabend nach 17 Uhr in Winterthur. Nassim Ben Khalifa und Pascal Doubai, beide nicht eingesetzt, wetteiferten nach dem 2:3 nach Penaltyschiessen im Cupachtelfinal im Kabinengang darum, wer das längere Gesicht macht. Ihre Teamkollegen verdrückten sich mehr oder weniger wortlos in die Garderobe. Es wäre ja auch eine schwierige Aufgabe gewesen, zu erklären, wie es möglich ist, gegen den Tabellenelften der Challenge League vier Penaltys zu verschiessen.
Christian Gross aber nahm Stellung. Mehr, weil das so von ihm erwartet wird, weniger, weil er grosse Lust dazu hatte. Das war ihm anzusehen. Wie er da im kleinen Hinterzimmer des Restaurants im Stadion Schützenwiese sass, der dem FC Winterthur als Presseraum dient, wirkte der YB-Trainer äusserst niedergeschlagen. Als Erstes sagte er: «Es ist eine riesige Enttäuschung. Wir haben es während 120 Minuten nicht geschafft, zwei Tore zu schiessen.» Und er versicherte: «Auch die Spieler sind sehr enttäuscht.» Ein Teil des Teams hatte nach dem verschossenen Penalty Raphaël Nuzzolos, der das Cupaus besiegelte, eine Extraschicht als Stadionordner einlegen müssen. Den Routiniers Christoph Spycher, David Degen und Alain Nef gelang es schliesslich, die aufgebrachten YB-Fans daran zu hindern, das Spielfeld zu stürmen.
Das nächste verpasste Ziel
Mit dem Aus im Cup haben die Young Boys, die im Sommer mit der Verpflichtung Gross’ durchstarten wollten, nach dem Verpassen der Europa League ein weiteres Saisonziel verfehlt. Vom Gewinn des Meistertitels wagt bei YB aktuell, mit einem Rückstand von neun Punkten auf den souveränen Leader Basel, auch niemand zu sprechen. «Ich stelle mich der Kritik», sagte Gross in Winterthur, nach der dritten Niederlage in Folge. «Selbstverständlich.» Dann zog sich der Coach zurück. In einer leeren Kabine warteten Assistent Laurent Hagist und Goalietrainer Pascal Zuberbühler auf die gemeinsame Lagebesprechung. Auch sie machten lange Gesichter, das war für einen kurzen Moment zu sehen, dann zog Gross schnell die Tür hinter sich zu.
Draussen, in der Dunkelheit und Abendkälte, versuchte CEO Ilja Kaenzig, so gelassen zu wirken, wie angesichts der Situation nur möglich. Spekulationen um Christian Gross wollte er nicht aufkommen lassen, die Partie in Winterthur sei nicht als Massstab zu nehmen («der Cup ist halt etwas Eigenes»). Er sagte: «Der Trainer steht jetzt nicht unter stärkerem Druck als zuvor. Ausserdem ist er nicht der Einzige, der Druck spürt. Das tun bei YB alle. Das ist so, bei einem ambitionierten Verein, wie wir es sind.» Fest stehe aber: «Wir müssen jetzt aus der Negativspirale rauskommen und endlich auf die Erfolgsstrasse zurückkehren.»
Kaenzig bläst zur Offensive
Zunächst aber müssten «alle mal ein wenig runterkommen» und die Enttäuschung von Winterthur verdauen, sagte Kaenzig. Ihm war aber ebenfalls klar: «Das war ein Ausscheiden zum dümmsten Zeitpunkt.» Nach den letzten Niederlagen geniesst YB, ausgerechnet jetzt, zum Zeitpunkt, während dem die Jahreskarten erneuert werden sollten, wenig Wohlwollen. Kaenzig blies deshalb in Winterthur, in der Stunde der Niederlage, gleich wieder zur Offensive.
In den verbleibenden zwei Spielen bis zur Winterpause müsse das Team Kredit zurückgewinnen. «Die Matches gegen Sion und Thun bieten gute Gelegenheiten, um uns mit dem Publikum zu versöhnen.» Für Gross, der wieder zur Spielerbeobachtung ins Ausland aufgebrochen ist, hätte das zur Folge, dass er die Vorbereitung auf die Rückrunde etwas ruhiger angehen könnte. (Berner Zeitung)
Erstellt: 28.11.2011, 06:54 Uhr
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75 Kommentare
An die Herren Gross und Kaenzig: Wir, die echten YB-Fans, lassen uns nicht mehr weiter von ihnen vera...n! Was YB diese Saison unter Herr Gross gezeigt hat ist, linde gesagt, ein einziges Desaster! Keine Feuer, keine Leidenschaft, kein Siegeswille, rein gar nichts! Statt Phase 3 eilt YB mit riesen Schritten zurück in die Niederungen, ja wird langsam zum Gespött der Nation! Zeigen sie Charakter...! Antworten
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