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Alex Frei versagt vom Penaltypunkt

Die Schweiz kam im Test gegen Australien in St.Gallen nicht über ein 0:0 hinaus. Alex Frei verschoss in der 59. Minute einen Penalty.

Die grosse Chance zum Schweizer Führungstor: Nati-Captain Alex Frei (links, leicht verdeckt) schiesst in der 59. Minute einen Penalty über die Latte.

Die grosse Chance zum Schweizer Führungstor: Nati-Captain Alex Frei (links, leicht verdeckt) schiesst in der 59. Minute einen Penalty über die Latte.
Bild: Keystone

Für den Aufreger des Abends sorgte FCB-Stürmer Alex Frei, der einen Foulpenalty verschoss und anschliessend ausgepfiffen wurde. Die Erkenntnisse für Nationaltrainer Ottmar Hitzfeld vor dem Start in die EM-Kampagne am Dienstag gegen England (20.45 Uhr) halten sich nach diesem flauen Kick in Grenzen.

Die Tormisère in der Schweizer Nationalmannschaft akzentuiert sich. Seit seinem Amtsantritt im Sommer 2008 hat die Auswahl von Ottmar Hitzfeld in mittlerweile 23 Spielen nur 28 Tore geschossen. Nur zweimal – 4:1 gegen Zypern, 3:0 gegen Luxemburg – erzielten die Schweizer mehr als zwei Goals. In den letzten zehn Matches seit Oktober 2009 gelangen nur noch vier magere Törchen.

Das sind keine Zahlen, die direkt an eine EM-Endrunde führen. Doch dies ist das erklärte Ziel der Rot-Weissen, der erste Schritt an das nächste grosse Turnier, 2012 in Polen/Ukraine, soll am Dienstag in Basel erfolgen – im Startgruppenspiel gegen Favorit England.

Als Warmlaufen für den scharf gewürzten Start in drei Tagen war der gestrige Test gegen Australien gedacht. Hitzfeld mischte seine Elf wie angekündigt kräftig durch; in erster Linie ging es darum, Kräfte zu schonen und den Reservisten Einsatzminuten zu verschaffen. 90 Minuten später muss man festhalten: Die Erkenntnisse für Hitzfeld vor dem England-Spiel halten sich in engen Grenzen.

Im Mittelfeld durften sich David Degen und Xavier Margairaz zeigen. Beide waren engagiert und bemüht, und der YB-Spieler Degen war gar für den grössten Aufreger des Abends besorgt: Nach einem schönen Durchspiel mit Gelson Fernandes wurde Degen von Australiens Captain Lucas Neill umgestossen, was Schiedsrichter Thomas Einwaller zu Recht mit einem Foulpenalty bestrafte (59.).

Frei im Visier

Viele Schweizer Fans auf den Rängen jubelten schon, als sich Alex Frei den Ball auf den weissen Punkt legte. Schliesslich hatte der Rekordtorschütze der Auswahl (40 Tore) die letzten 14 Elfmeter souverän versenkt. Gestern jedoch nahm Frei einen kurzen Anlauf – und schoss den Ball über das Tor des starken Mark Schwarzer. Frei griff sich frustriert in die Haare und haderte mit dem Schicksal. Ein Teil des Publikums liess seinem Frust freien Lauf und pfiff Alex Frei gnadenlos aus – was Ottmar Hitzfeld auf die Palme brachte. «Es war peinlich, wie sich einige Zuschauer benommen haben», sagte der Coach, «das war total unfair. Frei ist Captain der Auswahl, er hat grosse Verdienste. Dafür habe ich überhaupt kein Verständnis.» Nicht zum ersten Mal pfiff das Ostschweizer Publikum einen Akteur des FC Basel aus. Im Mai 2008, kurz vor der Euro im eigenen Land, war Freis Kumpel Marco Streller das Opfer gewesen – der Aescher gab nach dem 3:0 über Liechtenstein entnervt seinen Rücktritt, welchen er später jedoch wieder rückgängig machte.

Auf die Frage, ob die Schweiz künftig keine Länderspiele mehr in St.Gallen austragen werde, antwortete Hitzfeld: «Ich will jetzt keinen Schnellschuss machen, aber wir müssen uns künftig schon überlegen, in welchen Stadien wir spielen sollen.» Sieben Minuten nach seinem Fehlschuss wurde Frei wie abgesprochen ausgewechselt. Noch ein paar letzte Pfiffe, dann kam unter grossem Applaus YBs Moreno Costanzo, der Lokalmatador.

Die grössten Schweizer Chancen vergab eindeutig Xavier Margairaz, der sich als Ersatz für das offensive Mittelfeld anbot. Vier teils hochkarätige Möglichkeiten hatte Margairaz auf dem Fuss. Im Hinblick auf das England-Spiel zeichnet sich eine Rochade im personellen Bereich ab: Tranquillo Barnetta meldete sich gestern Morgen mit leichtem Fieber ab. Für den Ostschweizer, gegen England fix im linken Mittelfeld eingeplant, nominierte Hitzfeld Marco Padalino nach. Möglich ist nun, dass David Degen Barnettas Platz erbt; Xherdan Shaqiri ist erster Kandidat auf der rechten Mittelfeldflanke.

Noch bleiben Hitzfeld ein paar Stunden Zeit, um sich endgültig festzulegen. (Berner Zeitung)

Erstellt: 04.09.2010, 09:31 Uhr

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2 Kommentare

Andreas Pulfer

04.09.2010, 12:09 Uhr
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Dass der Frei in SG wieder ausgepfiffen wurde, hat er ganz alleine zu verantworten. Wer sich in der Öffentlichkeit immer dermassen "Grossfressig" zeigt, bekommt halt die Quittung, wenn das Verhältinis Klappe / Leistung nicht stimmt. Das Aufschreien, dass Frei der Erfolgreichste / meisten Tore und Spiele hat war gestern, heute zählt das alles nichts mehr, vor allem bei einer Person wie dem (...). Antworten


Hans Hurtig

04.09.2010, 10:36 Uhr
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Hitzfeld soll einfach Stocker statt Barnetta spielen lassen. Selbst wernn Barnetta fit ist, wäre Stocke die bessere Variante. Barnetta ruht sich in der NM seit geraumer Zeit auf seinen Vorschusslorbeeren aus, wirklich Leistung hat er schon lange nicht mehr gebracht. Stocker war im letzten Freundschaftsspiel m.M.n. bester Spieler und hätte sich diesen Ernstkampf verdient. Antworten



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