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Wo ist YB, wenn es zählt?

Von Stephan Roth. Aktualisiert am 21.05.2009 24 Kommentare

Trotz einer 2:0-Führung verspielten die Young Boys den Cupfinal gegen Sion und legten dabei eine bemerkenswerte Verlierermentalität an den Tag. Es braucht Korrekturen.

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Während YB am Boden zerstört ist, feiern die Walliser. Sions Mädchen für alles Frédéric Chassot und Jocelyn Ahoueya (rechts) stürmen davon.
Bild: Keystone

   

YB-Trainer Vladimir Petkovic wirkte nach der 2:3-Niederlage gegen die Cup-Spezialisten aus dem Wallis gefasst. «Natürlich hätten wir nach der 2:0-Führung das Spiel nach Hause bringen müssen», sagt er. Für ihn war es der zweite Cupfinal in Folge gewesen, der mit einer Niederlage endete. Im Vorjahr hatte er mit Bellinzona gegen den FC Basel 1:4 verloren. Doch damals schaffte er mit den Tessinern darauf wenigstens den Aufstieg in die Super League.

Mit YB hingegen steht Petkovic mit leeren Händen da. Für die Berner ist das nichts Neues. Seit dem 8. Juni 1987 haben die Young Boys keinen Titel mehr gewonnen. Seit jenem denkwürdigen Cupfinal, den sie gegen Servette 4:2 nach Verlängerung für sich entschieden hatten. Damals führte die Beatles-Cover-Version «Let it Be» von «Ferry Aid» die Schweizer Hitparade an. Das ist doch wirklich schon eine Weile her.

YB hat eine Verlierermentalität entwickelt

Seither sucht man vergeblich nach YB, wenn es zählt. In jüngster Vergangenheit hat das Team aus der Hauptstadt eine Verlierermentalität entwickelt und versagt immer dann, wenn es darauf kommt. So wie in der letztjährigen «Finalissima», als man mit einem Sieg in Basel hätte Meister werden können, aber ohne den Hauch einer Chance blieb und 0:2 verlor. Oder wie vor einem Monat, als die Berner gegen den FC Zürich (0:3) die Hoffnungen auf den Meistertitel verspielten.

Gestern Abend schien dann im ausverkauften Stade de Suisse endlich alles für die Berner zu laufen. Sions Fermino schenkte YB einen Penalty, den Gilles Yapi zum 1:0 verwandelte, und Jamal Alioui sorgte mit einem Eigentor für einen Berner Zwei-Tore-Vorsprung.

Sions Sieg hatte etwas schicksalhaftes

Doch irgendwie hatte es schon fast etwas Unausweichliches, wie der FC Sion, der bei der 11. Cupfinal-Teilnahme zum 11. mal gewann, das Spiel wendete. Wie YB den Pokal auf peinliche Weise noch aus den Händen gleiten liess. Wie die Young Boys ein Spiel verloren, das sie nie hätten verlieren dürfen. Fussballerisch gesehen war die Wende nicht zwingend. Sie kam einfach. Schleichend. Schritt für Schritt. Erst staubte Goran Obradovic vor der Pause nach einem Fehler von Wölfli ab. Dann glich Stéphane Sarni per Kopf aus. Das 3:2 schoss Guilherme Afonso in der 88. Minute in einer Art und Weise, als ob sein Weg zum Tor und zum Cupsieg vorbestimmt gewesen wäre. Auch Verteidiger Miguel Portillo verhielt sich dabei entsprechend.

YB liess es geschehen, war nie Herr seines Schicksals. Und das auf dem heimischen Kunstrasen. Carlos Varela, der in der Pause wegen Adduktorenproblemen Edeljoker Seydou Doumbia Platz machen musste, sprach hinterher davon, dass YB das Spiel mit dem Kopf und nicht mit den Füssen verloren habe.

Petkovic muss den nächsten Schritt bewirken

YB fiel nach der Pause in elf Einzelteile auseinander, erspielte sich keine echte Chance mehr. Auf Berner Seite fehlten die Persönlichkeiten, die den Glauben und den letzten Willen bei ihren Teamkollegen hätten entfachen können. Der Druck lähmte die Spieler.

Wollen Petkovic und YB den nächsten Schritt machen und sich von einer Mannschaft, die an einem gewöhnlichen Tag toll aufspielen kann, zu einem Team entwickeln, das dann da ist, wenn es zählt und die Pokale in die Höhe gestemmt werden, braucht es Korrekturen. Zwei, drei echte Typen, bei denen der Siegeswille und der Hass auf Niederlagen grösser ist als die Angst vor dem Versagen, würden dieser Mannschaft gut tun.

Seit 1987 wartet Bern auf Gewinner in Gelb-Schwarz - schon viel zu lange. (Bernerzeitung.ch/Newsnet)

Erstellt: 21.05.2009, 11:13 Uhr

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24 Kommentare

Werner Ziltener

22.05.2009, 11:58 Uhr
Melden

Wieder Strassenschlachten:Das nennt sich Fussballfest. Wieder hunterte von Polizisten. Und wieder zahlen die Steuerzahler. Und wieder schwweigt Herr Tschäppätt, wenn's brenzlig wird und er nicht grosse Sprücke klopfen kann. Ich würde am liebsten meine Steuern auf ein Sperrkonto bezahlen, bis die Verantwortlichen endlich reagieren.Nulltoleranz ,ein schönes Wort; es müssten auch die taten folgen. Antworten


Martin Wyssenbach

21.05.2009, 21:55 Uhr
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eigentlich himmeltraurig aber eben ich würde den Spieler noch mehr Geld geben. Antworten



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