Bern im Fussballfieber
Von Fabian Ruch. Aktualisiert am 18.04.2009
Leuchtpetarden im Stadion
Leuchtpetarden am YB-Match
Noch um Mitternacht glich der Quartierplatz hinter der Haupttribüne des Stade de Suisse am Donnerstag einer Feststätte: Hunderte YB-Fans feierten freudetrunken und durstig, ausgelassen und singend den Cupfinaleinzug der Young Boys. Einige YB-Mitarbeiter verlängerten die Feierlichkeiten im Stadionrestaurant Eleven spontan bis weit nach drei Uhr in der Nacht, auch Züri-West-Sänger Kuno Lauener, ein bekennender YB-Anhänger, gehörte der Festgesellschaft an. «Dieser Sieg ist ein wichtiges Zeichen. Wir haben den Sieg unbedingt gewollt und alles dafür getan», sagt YB-Sportchef Alain Baumann. «Und es ist schön, welche Begeisterung beim Publikum vorhanden ist.»
YB ist en vogue. Und eine Stadt ist, wenige Tage vor dem Start der Eishockey-WM in Bern, im Fussballfieber. YB ist das Stadtgespräch – im Tram, im Büro, in den Beizen. Auch in der Internet-Community Facebook wird die Verbundenheit zu den Young Boys dieser Tage gerne und stolz zelebriert. Die rauschende Ballnacht am Donnerstag mit der späten Erlösung im Penaltyschiessen gegen den FC Basel hat die Euphorie rund um YB verstärkt. Und in diesen Krisenzeiten für Aktienmärkte hat sich ein Papier zu einem echten Blue Chip entwickelt – ein Ticket für den Cupfinal am 20.Mai zwischen YB und Sion ist ein sehr begehrtes und ein sehr knappes Gut. Fussballer, Betreuer und Mitarbeiter der Young Boys haben auf einmal ganz viele Bekannte, die doch alle so gute Freunde sind, um am Cupfinal dabei sein zu können
Saisonkarte als Vorteil
Aber auch das Wallis ist im Cupfinalfieber. Nur rund 31000 Zuschauer werden am Endspiel im Stade de Suisse dabei sein dürfen. Beide Finalisten erhalten je rund 12000 Tickets für ihren Anhang, der Rest geht an den Fussballverband (Veranstalter des Finals) sowie an Sponsoren. Die ungefähr 10500 Saisonkartenbesitzer der Young Boys geniessen dabei ab 2.Mai ein Vorkaufsrecht. YB wäre ein schlecht geführter Verein, wenn er nicht von der Faszination für YB profitieren würde. Und so gaben die Verantwortlichen gestern flugs bekannt, dass auch die ersten 1000 Neuabonnenten einer Jahreskarte, die derzeit zwischen 183 und 625 Franken kosten, ein garantiertes Vorkaufsrecht für den Final bekommen. «In den ersten Stunden haben wir schon 200 Saisonkarten verkauft», sagt Stadion-CEO Stefan Niedermaier zur cleveren PR-Aktion.
Die Young Boys wollen den Schwung jetzt ins letzte Viertel der Super-League-Saison mitnehmen. Bereits morgen empfangen die Berner GC, am Donnerstag tritt Xamax im Stade de Suisse an. Für diese beiden Spiele hat es noch genügend Tickets. Ganz sicher. (Berner Zeitung)
Erstellt: 18.04.2009, 12:47 Uhr















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