Sind gar Uefa-Funktionäre in den Wettskandal verwickelt?

Gemäss der «Sunday Times» stehen sogar Uefa-Funktionäre im grossen Wettskandal unter Manipulationsverdacht. Derweil drohen Sponsoren den Klubs und Profis mit dem sofortigen Vertrags-Aus.

Die britische Sonntagszeitung hat publiziert, dass Offizielle des Europäischen Fussball-Verbandes (Uefa) im Verdacht stünden, Wettbetrügern zu helfen. Sie würden diese mit Insiderhinweisen zu Schiedsrichteransetzungen versorgen – ein happiger Vorwurf gegen Funktionäre des bedeutenden Sportverbandes. Gegenüber Bernerzeitung.ch/Newsnet liess Mediendirektor Robert Faulkner, der sich heute in London befindet, ausrichten: «Wir haben davon gehört. Ob es nun wahr oder nicht wahr ist: Wir müssen zuerst Informationen von den deutschen Behörden haben, bevor wir das auch kommentieren können.»

Die Uefa hat für morgen Mittwoch Top-Funktionäre aus neun betroffenen Ländern, darunter auch aus der Schweiz, zum Krisengipfel nach Nyon VD bestellt. Im Hauptsitz der Uefa am Genfersee sollen die Ermittlungen der Bochumer Staatsanwaltschaft mit den betroffenen Verbänden erläutert werden.

Der Ärger der Ausrüster und Sponsoren

Der Wettskandal zieht indessen weitere Kreise. Die Situation wird auch für die Klubs und die Spieler immer ungemütlicher. Der Sportartikelhersteller Adidas will hart durchgreifen, falls von ihm ausgerüstete Fussballer oder Mannschaften in die Affäre verwickelt sind. «Wir haben in unseren Verträgen mit Sportlern und Vereinen ganz klar drin, dass wir bei kriminellen Vergehen die Zusammenarbeit fristlos kündigen können», erklärte Adidas-Chef Herbert Hainer der «Süddeutschen Zeitung». Dies habe man in der Vergangenheit schon bei Dopingfällen getan. Auch Puma und Audi kündigten an, Ausrüster- oder Sponsoringverträge bei Verwicklungen in den Wettskandal sofort zu kündigen.

Vom wohl grössten Wettskandal in der europäischen Fussball-Geschichte ist gemäss der «Süddeutschen» auch der staatliche deutsche Wettanbieter Oddset betroffen. Offenbar hat die mutmassliche Wettmafia beim manipulierten Challenge-League-Spiel zwischen Yverdon und Thun (5:1) im April 2009 von mehreren Wettanbietern aus Asien, Österreich und Deutschland insgesamt mehr als 60'000 Euro Gewinn kassiert, darunter auch bei Oddset. Dagegen hatte der Wettanbieter kurz nach Beginn des Skandals erklärt, man sei vom Wettbetrug nicht betroffen.

(Bernerzeitung.ch/Newsnet)

Erstellt: 24.11.2009, 14:20 Uhr

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