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«Die Angewöhnungsphase ist vorbei»

Von Alexander Wäfler. Aktualisiert am 10.09.2011 1 Kommentar

YB-Trainer Christian Gross hat in der Meisterschaftspause Klartext mit den Spielern geredet. Vor allem von den Routiniers erwartet er konstantere Leistungen. Vor dem Spiel am Sonntag in Lausanne nimmt Gross Goalie Marco Wölfli speziell in die Pflicht.

Warten auf die Reaktion: YB-Trainer Christian Gross hat in den letzten Tagen viel nachgedacht und viel mit den Spielern gesprochen. Vor dem Spiel in Lausanne fordert er eine Reaktion auf die schlechten Resultate zuletzt.

Warten auf die Reaktion: YB-Trainer Christian Gross hat in den letzten Tagen viel nachgedacht und viel mit den Spielern gesprochen. Vor dem Spiel in Lausanne fordert er eine Reaktion auf die schlechten Resultate zuletzt.
Bild: Keystone

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Zwei Wochen sind vergangen seit der bitteren, unglücklichen und auch etwas peinlichen Heimniederlage der Young Boys gegen den FC Zürich. Wegen den Länderspielen ruhte danach die Meisterschaft. Man könnte daher meinen, YB-Trainer Christian Gross habe vor dem Spiel von morgen bei Aufsteiger Lausanne genug Zeit gehabt, das 2:3 abzuhaken. Dass dem aber nicht so ist, zeigte sich beim Gesprächstermin gestern im Stade de Suisse. «Es ärgert mich enorm, wie viele Punkte wir diese Saison schon leichtfertig abgegeben haben», sagte Gross. Die Unzufriedenheit des Trainers bekamen in den letzten Tagen die Führungsspieler des Teams zu spüren. Unter anderem mussten Marco Wölfli, Michael Silberbauer und Alexander Farnerud bei Gross antraben. Er zeigte ihnen auf Videos Spielszenen, in denen sie keinen guten Eindruck hinterlassen hatten. «Die Bilder sprachen eine deutliche Sprache. Nun müssen die Spieler auf dem Platz darauf reagieren», sagte Gross, dessen Team mit nur zwei Siegen auf dem sechsten Platz steht.

Mehr Druck über die Flügel

Der Coach, der sein Amt im Sommer antrat, wählt nun auch nach aussen klare Worte: «Die Angewöhnungsphase ist vorbei», sagte er. Die Mannschaft müsse einen Vorsprung künftig besser verteidigen als zuletzt. «Und nach dem Abgang von Henri Bienvenu ist es umso wichtiger, dass wir über die Flügel mehr Druck entwickeln.» Es ist eine Forderung an die Linksaussen Raphael Nuzzolo und Mario Raimondi, die noch nicht auf Touren gekommen sind. David Degen auf der rechten Seite, der in den letzten Wochen verletzt oder angeschlagen war, schliesst Gross von seiner Kritik aus, Captain Wölfli hingegen nimmt er speziell in die Pflicht. Der Goalie hatte gegen den FC Zürich bei zwei Gegentoren nicht sehr sicher gewirkt. Vor dem Lausanne-Spiel sagt Gross: «Ich erwarte von ihm ein fehlerfreies Spiel. Er steht in der Verantwortung.»

Gross erschien gestern zusammen mit Heinz Schneiter. Die YB-Ikone begleitet die Mannschaft eng und sitzt auf Gross’ Wunsch bei den Spielen jeweils auf der Spielerbank. Vor allem bei Heimspielen zeigte diese Motivationsmassnahme noch nicht den gewünschten Effekt. Bis auf das Europa-League-Qualifikationsspiel gegen die Belgier von Westerlo hat YB im Stade de Suisse in dieser Spielzeit noch nie gewonnen. «Es ist ja bekannt, dass Christian Gross keinen Kunstrasen mag. Vielleicht hat sich das auf die Spieler übertragen», sagte Schneiter und lächelte – er meinte das natürlich nicht ernst. Gross fügte an: «Vor den letzten Heimspielen waren die Voraussetzungen etwas schwierig. Vor der Partie gegen Zürich etwa spielten wir am Donnerstagabend spät noch in Braga.»

Dem Coach dürfte recht sein, trägt seine Equipe ihr nächstes Heimspiel erst in elf Tagen (gegen Xamax) aus. Zum Auftakt der Westschweizer Wochen (am nächsten Samstag steht das Cupspiel gegen den Freiburger Drittligisten Domdidier auf dem Programm) laufen die Stadtberner zum ersten Mal seit 10 Jahren wieder im Lausanner Stade de la Pontaise auf. «Lausanne kann die Punkte ebenso gebrauchen wie wir», sagte Gross vor dem Spiel gegen den Tabellenletzten. Er geht davon aus, dass den Waadtländern der Meisterschaftsunterbruch gut getan hat («für einen Aufsteiger ist eine solche Pause immer nützlich») und sagte: «Wir werden Lausanne mit viel Respekt begegnen.»

Mayuka ersetzt Bienvenu

Bei aller Kritik an den Führungsspielern: Die Auswirkungen der letzten Niederlage auf die Startaufstellung in Lausanne werden marginal sein. «Es ist jetzt wichtig, die Balance zu finden», sagte Gross. Er will daher nicht alles über den Haufen werfen. Einen Ersatz für den zu Fenerbahçe Istanbul abgewanderten Stürmer Bienvenu erwartet Gross nicht mehr in dieser Transferperiode. Bienvenus Position als Mittelstürmer übernimmt Emmanuel Mayuka. Im Vergleich zum Kameruner Bienvenu, der ohne Saisontreffer in die Türkei wechselte, sind Mayuka bereits drei Tore gelungen. Der Sambier zeigte sich diese Woche zudem auch im Nationalteam treffsicher. Er steuerte einen Treffer zum 2:1 gegen die Komoren bei. (Berner Zeitung)

Erstellt: 10.09.2011, 09:50 Uhr

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1 Kommentar

Manfred Stierli

10.09.2011, 13:54 Uhr
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War das nun die Zündung der Phase X ? Hoffen wir es mal. Eine Frage bleibt mir dennoch unbeantwortet. Weshalb musste man Schneuwly unbedingt halten? Antworten



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