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Bisher deutlich mehr Quantität als Qualität

Von Fabian Ruch. Aktualisiert am 30.08.2011 5 Kommentare

Nach dem schwachen Saisonstart steigt der Druck auf YB. Zahlreiche Spieler sind nicht in Bestform. Das sehr grosse Kader bietet viele Alternativen, ist aber auch eine Gefahr, weil Unruhe droht.

Muss sich ebenfalls steigern: Henri Bienvenu (links), eigentlich als Torjäger bei YB vorgesehen,  wartet noch auf seinen ersten Ligatreffer.

Muss sich ebenfalls steigern: Henri Bienvenu (links), eigentlich als Torjäger bei YB vorgesehen, wartet noch auf seinen ersten Ligatreffer.
Bild: Andreas Blatter

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Es war eine furchtbare Woche für die Young Boys mit drei missglückten Heimauftritten gegen Thun (0:2), Braga (2:2) und Zürich (2:3). In der Liga steht YB mit seinen meisterlichen Ambitionen derzeit bloss auf Rang 6, im Europacup wurde das erste Saisonziel (Erreichen der Europa League) unglücklich verpasst. Finanziell erwartet die Berner eine heikle Saison, und auch sportlich gibt es trotz Titeltrainer Christian Gross und breiten, gut besetzten Kaders gerade einige Baustellen. Hinten wirken die Young Boys unkonzentriert, vorne wenig treffsicher. Alexander Farnerud war der deutlich stärkste Spieler der ersten Wochen, auch der zuletzt angeschlagene David Degen überzeugte, viele andere jedoch blieben hinter den hohen Erwartungen zurück. Der hinterste Akteur der YB-Achse, Goalie Marco Wölfli, besitzt zum Beispiel ebenso Raum zur Steigerung wie der vorderste, Null-Tore-Torjäger Henri Bienvenu.

Zusatzbelastung fällt weg

Coach Christian Gross arbeitet akribisch und fokussiert, er geniesst hohen Kredit im Verein – und wird in Zukunft insbesondere den harten Konkurrenzkampf unter den Fussballern sorgfältig moderieren müssen. «Wir werden viele Partien bestreiten und jeden Spieler benötigen», sagte Gross noch vor dem Saisonstart. Doch das Kader wurde mit Blick auf die strenge Zusatzbelastung im Europacup zusammengestellt – diese fällt nun weg, es drohen Unzufriedenheit und Frust bei nicht eingesetzten Akteuren. Und nach elf Pflichtspielen lässt sich als Zwischenfazit festhalten: Die zehn Zugänge im Sommer haben bisher vor allem das Kader verbreitert, als Volltreffer hat sich (noch) keiner etabliert. Aber Spieler wie Michael Silberbauer, Raphael Nuzzolo und Nassim Ben Khalifa können sich gewiss deutlich verbessern.

Derzeit stehen im YB-Kader gleich 28 Fussballer, jede Position bietet mehrere Alternativen, wobei die ausländischen Innenverteidiger Emiliano Dudar, Ammar Jemal und Hassan Lingani keine Perspektive in Bern besitzen und in den nächsten Wochen abgegeben werden sollen. Auch so verbleiben in der Defensive mehrere etablierte Kräfte, denen vielleicht nur der Gang auf die Ersatzbank bleibt. Scott Sutter kämpft rechts hinten mit Elsad Zverotic um einen Stammplatz, und François Affolter muss sich in der Mitte gegen Dusan Veskovac sowie den jungen Finnen Juhani Ojala durchsetzen, um neben dem gesetzten Alain Nef zu spielen. «Wir haben mehrere Spieler, von denen ich in dieser Saison den nächsten Schritt in ihrer Karriere erwarte», sagt Gross.

Die jungen und begabten Akteure wie Freddy Mveng, Matteo Tosetti oder Ezgjan Alioski dürfen aber derzeit nicht einmal regelmässig auf der Bank Platz nehmen, sie müssen in der 1.-Liga-Mannschaft von YB Spielpraxis sammeln. Und kehren die zuletzt verletzten oder angeschlagenen Stammspieler Degen, Christoph Spycher und Moreno Costanzo nach der Länderspielpause zurück, verschärft sich die Personalproblematik weiter. «Ich glaube nicht, dass es Unruhe geben wird, die Stimmung ist gut», sagt Captain Wölfli. «Und so kann sich keiner ausruhen, jeder muss immer Vollgas im Training geben.»

Gleich elf YB-Spieler sind in den nächsten Tagen übrigens mit Auswahlen unterwegs: Wölfli, Degen, Ben Khalifa (alle Schweiz), Affolter (Schweiz U-21), Silberbauer (Dänemark), Zverotic (Montenegro), Bienvenu (Kamerun), Mayuka (Sambia), der junge, vielversprechende Linksverteidiger Jan Lecjaks (Tschechien U-21), Tosetti (Schweiz U-20) sowie der dritte Goalie Yvan Mvogo (Schweiz U-18).

Immerhin vor dem FCB

An Klasse und Auswahl fehlt es bei YB jedenfalls nicht. Der Druck aber steigt. Siegen die Berner in den verbleibenden Partien des ersten Viertels in Lausanne sowie gegen Xamax (den zwei Tabellenletzten), hätten sie sich nach verpatztem Saisonstart zumindest einigermassen rehabilitiert. Und ein kleiner Trost bleibt den Young Boys: Sie stehen vor Meister und Titelrivale Basel

(Berner Zeitung)

Erstellt: 30.08.2011, 07:19 Uhr

5

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5 Kommentare

Paul Weber

30.08.2011, 10:06 Uhr
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Und wieso soll man Ben Khalifa aufbauen und Ende Saison wieder abgeben. Leihverträge sollte man nur mit bestandenen und kompletten Spielern abschliessen! Nur Dank Benito konnte YB in ZH gegen GC gewinnen. Als Dank durfte wieder Wölfli ins Tor! Leistung zählt bei YB nicht. Benito muss sich verar... vorkommen.Wieso durfte der Finne Ojala nicht spielen. Schlechter als Affolter kann man nicht sein. Antworten


Peter Wey

30.08.2011, 10:31 Uhr
Melden 6 Empfehlung

Wegen Verletzung spielte Degen gegen den FCZ nicht. Aber jetzt rückt er ins Naticamp ein. Wenn er verletzt ist soll er sich bitte auskurieren. Komische Geschichte. Oder ist ihm die Nati wichtiger als YB? Antworten



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