Zum Wunschbaby dank fremder Eizellen?

Die Eizellenspende soll auch in der Schweiz legalisiert werden. Das könnte dem Kinderwunschtourismus ins Ausland ein Ende bereiten.

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Bei unerfülltem Kinderwunsch können sie die letzte Rettung sein: Eizellenspenden. Anders als in den meisten Ländern Europas sind sie in der Schweiz verboten – noch. BDP-Nationalrätin Rosmarie Quadranti will das nun ändern. Kommende Woche will sie laut «NZZ am Sonntag» eine Motion einreichen, die den Bundesrat beauftragt, die Eizellenspende auch hierzulande zu ermöglichen.

«Es gibt keinen stichhaltigen Grund, warum die Spende von Samenzellen erlaubt, die Eizellenspende jedoch verboten ist», begründet die Politikerin den Schritt. In der Schweiz ist heterosexuellen Paaren bei medizinischen Problemen die künstliche Befruchtung mithilfe von Samenspenden erlaubt.

Bleibt ein Kinderwunsch aber aufgrund medizinischer Probleme oder aufgrund des fortgeschrittenen Alters der Frau unerfüllt, können Ärzte in der Schweiz die Betroffenen heute nur ins Ausland verweisen. Wer jenseits der Landesgrenzen fremde Eizellen verwendet, bleibt unbehelligt.

Biologische und leibliche Mutter

Kritiker der Eizellenspende weisen unter anderem auf eine grosse körperliche Belastung für die Spenderinnen hin. Wie Ruth Baumann-Hölzle, Leiterin der Instituts Dialog Ethik in der «NZZ am Sonntag» sagt, stelle die Eizellenspende «einen wei­teren Schritt in Richtung einer ­Industrialisierung der menschlichen Reproduktion dar».

Jährlich reisen zwischen 250 und 500 Schweizerinnen ins Ausland, um sich fremde Eizellen einpflanzen zu lassen. Biologische Mutter der daraus entstandenen Kinder ist die Eizellenspenderin. Als leibliche Mutter gilt in den meisten Ländern jedoch die Frau, die das Kind geboren hat.

In der Schweizer Bevölkerung stösst die Eizellenspende auf Zustimmung, wie eine repräsentative Umfrage des Instituts GfK zeigt. Demnach befürworten 61 Prozent deren Zulassung, nur 18 Prozent stehen ihr ablehnend gegenüber. (jdr)

Erstellt: 26.02.2017, 10:11 Uhr

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