Tiere statt Einwanderungstipps

Aktualisiert am 05.02.2009

Auf www.come-to-switzerland.com wurde bisher für ein «ein besseres Leben in der Schweiz geworben. Jetzt ist der einschlägige Inhalt der Website weg. SVP-Nationalrat Lukas Reimann äussert eine Vermutung.

Eine Webadresse zwei verschiedene Inhalte: Links die ursprüngliche, rechts die neue Version von come-to-switzerland.com.

Eine Webadresse zwei verschiedene Inhalte: Links die ursprüngliche, rechts die neue Version von come-to-switzerland.com.

Statt Einwanderungstipps erhält der Leser der Website jetzt einen Wikipedia-Artikel über die Schweizer Tierwelt. Der «Tages-Anzeiger» hatte vor zwei Tagen die Vermutung geäussert, SVP-Nationalrat Lukas Reimann könnte dahinter stecken und dies mit Recherchen und Beobachtungen begründet. Reimann lehnte in der Folge aber jegliche Verantwortung ab.

SVP-Politiker hatten mit Verweis auf diese Seite für ein Nein zur Personenfreizügigkeit geworben. Weiterhin offen bleibt, wer hinter der Webseite steckte.

Gehackt?

Reimann kann sich keinen Reim auf die Abschaltung der ursprünglichen Webseite machen. «Sie kann auch gehackt worden sein», sagt er. «Der Betreiber wäre ja blöd, wenn er sie abstellen würde. Der hat sich dumm und dämlich daran verdient.» Er wird damit einiges an Werbeeinnahmen erzielt haben.

Der Betreiber von www.come-to-switzerland.com, der Deutsche Markus Gäthke übernimmt laut dem «Tages-Anzeiger» keinerlei Gewähr für die Korrektheit des Inhalts der Website. Weiter schrieb das Blatt, es bestünden diverse Kontakte zwischen Gäthke und einem St. Galler Betreiber von Anti-Personenfreizügigkeits-Webseiten. Der St. Galler heisse Reimut Massat und arbeite mit Reimann zusammen. Der 34-Jährige sei Direktor einer Finanzdienstleistungs-Firma, in deren Verwaltungsrat Reimann sitzt. Und er betreibe mehrere Homepages für den SVP-Nationalrat - unter anderem Reimanns Blog.

Mögliche Bekanntgabe für 10'000 Euro Spenden

Am Donnerstagnachmittag noch hatte Gäthke dazu aufgerufen, in eines von zwei seiner neu eingerichteten Paypal-Konten einzuzahlen. Eines Stünde für «veröffentlichen, wer und was hinter der Website steht» und das andere für nicht veröffentlichen dieses Geheimnisses. Das Konto, welches zuerst 10'000 Euro aufweist, sollte den Ausschlag für oder gegen Aufdecken des Geheimnisses geben.

Weder Massat noch Gäthke waren für eine Stellungnahme erreichbar. (is/cpm)

Erstellt: 05.02.2009, 21:58 Uhr

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