Öffentliche Strafe für kleine Schurken
Im Mittelalter war der öffentliche Pranger eine beliebte Massnahme: Der im 13. Jahrhundert eingeführte Pranger war eine häufige Strafe für kleine Vergehen. An den Pranger gestellt wurden etwa Frauen, die aufreizende Kleidung trugen, oder Bäcker, die zu kleine Brötchen buken. Bestraft wurde auch, wer beim Kartenspiel schummelte oder gotteslästerliche Flüche ausstiess, wer randalierte oder sich «vilefeltig zu starch des Vollsufens» schuldig machte, wie es etwa im Urteil gegen einen Wiler Bürger hiess (1662).
Ursprünglich war der Pranger auch mit Körperstrafen verbunden, später trat die Schande in den Vordergrund. Die Verurteilten wurden für ein paar Stunden öffentlich an einen Pfahl gebunden oder in einen Holzblock oder einen Käfig gesperrt – den Mitmenschen zur Abschreckung und zur Zielscheibe. Die Angeprangerten wurden nicht nur verspottet, sondern auch mit Obst oder Dreck beschmissen. Diese Form von Pranger verschwand in den meisten Regionen während der Aufklärung.
Die Zürcher SVP hat diese Woche Videoaufnahmen eines versuchten Einbruchs im Internet veröffentlicht. Auf der eigens hergerichteten Webseite sollen laut der Partei auch «Chaoten» präsentiert werden, also Randalierer, die Schaufenster einschlagen und Läden verwüsten.
(net)
Erstellt: 17.03.2010, 10:26 Uhr
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