Schweiz
Zwei Drittel der Kantone sehen rot
Aktualisiert am 25.12.2009 7 Kommentare
Die Staatskassen füllen sich nur langsam: Bund und Kantone spüren die Krise. (Bild: Keystone)
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Die Kantone haben bei der Budgetplanung für 2010 die anhaltenden Auswirkungen der Wirtschaftskrise fest miteinberechnet. Für das kommende Jahr rechnen 16 der 26 Schweizer Kantone mit roten Zahlen. Gemäss den Voranschlägen wird in der Kasse dieser 16 Kantone Ende 2010 ein Loch von ingesamt 1,55 Milliarden Franken klaffen, wie Berechnungen der Nachrichtenagentur SDA ergaben. Verantwortlich dafür sind nicht nur Mindereinnahmen, etwa bei den Steuern, sondern nach wie vor auch hohe Investitionen mit dem Zweck, die Wirtschaft anzukurbeln.
Doch auch Ende 2010 wird die Krise noch nicht ausgestanden sein. «Wir stehen erst am Anfang einer sehr schwierigen Phase», sagte Christian Wanner, Präsident der kantonalen Finanzdirektoren (FDK), bereits im Oktober zur SDA. Die Jahre 2011 und 2012 werden seiner Einschätzung nach noch viel grössere Probleme mit sich bringen.
Steuergelder von Grossbanken fehlen
Deutlich spüren die Kantone Zürich und Genf die Krise. Ihre Steuerkassen hängen besonders stark am Tropfen der Banken und anderer Grossfirmen. Weil diese Steuergelder momentan nur beschränkt fliessen, rechnen der Kanton Zürich mit einem Defizit von 685 Millionen und der Kanton Genf mit einem Fehlbetrag von 365 Millionen Franken.
Weniger anfällig sind Kantone wie Bern, Wallis oder Waadt, wo SBB, Post und Bundesverwaltung für mehr Beständigkeit sorgen. Viele Kantone haben die fetten Jahre genutzt und gehen nun mit einem dicken Eigenkapitalpolster in die Krisenjahre. Sie dürften nach Einschätzung von Experten für öffentliche Finanzen unbeschadet über die Runden kommen. Einige, etwa Basel- Landschaft, haben aber bereits ein erstes Mal in den Reservetopf gegriffen.
Neun wollen schwarze Zahlen schreiben
Defizite budgetiert haben die Kantone Appenzell Ausserrhoden und Innerrhoden, Basel-Landschaft, Basel-Stadt, Genf, Glarus, Graubünden, Jura, Neuenburg, Schaffhausen, Schwyz, Solothurn, St. Gallen, Tessin, Zug und Zürich.
Mit einem Überschuss von gesamthaft 255 Millionen Franken rechnen Bern, Freiburg, Luzern, Ob- und Nidwalden, Thurgau, Uri, Waadt und Wallis. Ausgeglichen ist der Voranschlag im Kanton Aargau. (oku/sda/)
Erstellt: 25.12.2009, 12:01 Uhr
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7 Kommentare
Defizite in schlechten Zeiten sind tragbar. Untragbar hingegen sind die aufgehäuften Schulten von über 200 Milliarden Franken, welche in guten Zeiten von Bund, Kantonen und Gemeinden aufgehäuft wurden, und die auf die jüngeren Generationen, z.B. meine, als Problem hinterlassen werden. Wird "lustig" mit Rentenalter 75, 1 Beitragszahler auf 1 Rentner und 200 Milliarden Schulden. Besten Dank! Antworten
Meines Erachtens täte der Kanton Zürich gut daran, durch unabhängige Experten den interkantonalen Finanzausgleich einer Überprüfung unterziehen zu lassen. Das wäre gescheiter wie jede Diskussion im Kantonsrat mit der offenbar beschlossenen Zahlungsverweigerung. Denn der Finanzausgleich war von Anfang an eine Fehlkonstrukion unter Leitung jener Kantone, die nun positive Zahlen schreiben können. Antworten
Die Öffentliche Hand wird in den nächsten Jahren nicht darum herum kommen, ihre Ausgaben deutlich zurückzuschrauben. Dabei gilt primär, Bestehendes und Bewährtes zu erhalten und auf neue teure Projekte zu verzichten. Politiker und Planer haben das offenbar noch nicht begriffen. Antworten
...iwo...was dicke rote Zahlen?!...aber...aber doch nicht in der Provinz Basel! Die Basler haben doch ganz bestimmt genügend Geld, wenn ich nur an all die vielen Bauvorhaben die in nächster Zeit realisiert werden denke! Kunstmuseum, Messe, Wasgenringrückbau, Bahnlinie nach dem Sportfliegerplatz usw., das kann doch nicht sein?! Antworten
Die drohenden Defizite bieten eine ideale Gelegenheit zur kritischen Aufgabenüberprüfung und zur Eliminierung nicht wirklich notwendiger Verwaltungsstellen. Insbesondere viele der sogenannten "Fachstellen" erfüllen häufig Aufgaben die man getrost als Luxus bezeichnen kann und deren ersatzlose Streichung ohne Schaden möglich wäre. Antworten
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Sibylle Weiss
9 wollen schwarze Zahlen schreiben.Schöner Vorsatz für's 2010.Nur dazu bräuchte es aber wieder eine bessere Wirtschaft mit der Folge von mehr Beschäftigten,wo dann auch wieder mehr Steuergelder hereinkommen würden,sodass sich dieses Problem dann praktisch von selbst lösen würde!Dies benötigt wiederum Arbeitgeber,welche Lanzeitarbeitlosen u.Ausgesteuerten eine Chance geben. Antworten