Schweiz

Zu spät, zu wenig Sitzplätze: Bundesrat rügt die SBB

Der Bundesrat ist mit der Leistung der SBB 2008 nur teilweise zufrieden. Auf gewissen Strecken bestehe angesichts von Verspätungen und zu wenigen Sitzplätzen Handlungsbedarf. Und die Post soll mehr Gewinn ausschütten.

Oft kein Spass: Pendeln zu Stosszeiten mit den SBB.

Oft kein Spass: Pendeln zu Stosszeiten mit den SBB.

Der Bundesrat hat an seiner gestrigen Sitzung den Bericht über die Leistungen der bundesnahen Unternehmen an die zuständigen parlamentarischen Kommissionen verabschiedet, wie die Generalsekretariate des UVEK und des VBS am Donnerstag mitteilten. Darin zeigte sich die Regierung insbesondere mit den SBB nur bedingt zufrieden.

Zwar sei die Leistungsbilanz im Personenverkehr, bei den Immobilien und im Infrastrukturbereich gut, beim Güterverkehr seien aber die Ziele verfehlt worden. Denn der Verlust von SBB Cargo von knapp 30 Millionen Franken lag deutlich unter dem angestrebten ausgeglichenen Ergebnis. Zudem werde die Rezession das künftige Ergebnis wieder verschlechtern und SBB Cargo zu weiteren Sanierungsanstrengungen zwingen, hiess es weiter.

Post, Swisscom, Skyguide erfüllten Erwartungen

Der Bundesrat verspricht sich jedoch vom anstehenden Entscheid über eine strategische Partnerschaft eine Stärkung der unternehmerischen Position von SBB Cargo. Ebenfalls Handlungsbedarf ortet die Regierung bei den SBB auf gewissen Strecken angesichts von Verspätungen und Sitzplatzknappheit.

Die Erwartungen des Bundesrats erfüllt haben die Post, Swisscom und die Flugsicherung Skyguide. Die Post habe zwar die Laufzeiten der A- und B-Briefpost wegen der Umstellung auf die neuen Sortierzentren nicht ganz einhalten können, die Grundversorgung sei aber in guter Qualität und zu angemessenen Preisen erbracht worden. Der Bundesrat verlangt allerdings von der Post eine Gewinnausschüttung von 200 Millionen Franken. Das Unternehmen selbst hatte eine Gewinnablieferung im Umfang von 170 Millionen Franken beantragt.

Probleme bei der Ruag

Ebenfalls nur teilweise zufrieden zeigte sich der Bundesrat mit dem Technologiekonzern Ruag, der mit einem Umsatz von 1,5 Milliarden Franken einen Ebit von 57 Millionen Franken erzielte und das vorgegebene Ziel von sechs Prozent damit verfehlte. Erschwerend hätten sich die Schwankungen beim Dollarkurs und bei den Rohstoffpreisen ausgewirkt, hiess es.

Das Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS) war 2008 mit 570,7 Millionen Franken grösster und wichtigster Einzelkunde des Konzerns. Künftig werde es darum gehen, die Kompetenzen noch mehr zu bündeln und die Einbringung der Leistungen weiter zu optimieren. Das VBS bedauert die Anfang März in einzelnen Bereichen der Ruag eingeleitete Kurzarbeit, hofft aber, dass damit ein weiterer Abbau von Arbeitsplätzen verhindert werden könne. (sam/ap/)

Erstellt: 09.04.2009, 11:36 Uhr

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8 Kommentare

Thomas Wanderer

16.05.2009, 14:29 Uhr
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Meine Lieben, das nenne ich jammern auf hoechstem Niveau, wenn Schweizer sich beklagen ueber den (wahrscheinlich immer noch) puenktlichsten und best ausgebauten oeffentlichen Verkehr der ganzen Welt. Antworten


michael balsiger

16.04.2009, 11:27 Uhr
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die aroganz der sbb ist unerträglich! Bundesrat und sbb - da sagt wohl ein esel dem andern langohr Antworten


Louis Voellmy

10.04.2009, 10:30 Uhr
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Alle klagen über den Oster-Stau am Gotthard. Der Kluge fährt im Zug! Aber versuchen Sie mal einen Sitzplatz von Zürich nach Lugano zu reservieren, um einen Platz auf sicher zu haben. Am Bahnhof-Stadelhofen geben sich die Schalterangestellten fast 3/4 h Mühe, um herauszufinden, dass man in keinem direkten Zug Zürich-Lugano oder zurück einen Platz buchen kann, ausser im Business-Abteil 1. Klasse. Antworten


Michael Meienhofer

10.04.2009, 09:39 Uhr
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POST: Eine ehrliche Gewinnausschüttung wäre wohl eine Taxreduktion an die Postbenützer gewesen. Aber das wäre wohl ein Zugeständnis, dass die bisherigen Taxen zu hoch angesetzt waren. Antworten


Georg Balmer

09.04.2009, 23:31 Uhr
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Wenn der Bundesrat das soooo spät merkt, dann verwundert mich das gar nicht. Die Bahnfahrer merken's schon seit Jahren. Also? Was soll dieser Artikel? Antworten


Walter Kunz

09.04.2009, 16:18 Uhr
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Zu spät, zu wenig Sitzplätze: Bundesrat rügt die SBB. Allerdings pfeifen das, die Spatzen schon lange von den Dächern. Antworten


Jacqueline Munz

09.04.2009, 14:50 Uhr
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Jetzt wäre es noch interessant zu wissen, wie die Mitarbeiter der bundesnahen Unternehmen die Leistungen des Bundesrats bewerten würde :) Antworten


Trudy von Büren

09.04.2009, 13:00 Uhr
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Die Post schüttet wohl mehr Gewinn aus, aber an die Manager. Folgerichtig geht dabei der Service public vor die Hunde, der in gewissen Bereichen unbezahlbar geworden ist. Antworten



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