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Woher stammen die Bankdaten?

Aktualisiert am 01.02.2010

UBS, Julius Bär, HSBC: Noch ist unklar, bei welcher Schweizer Bank die Daten zu den 1500 deutschen Kunden gestohlen wurden. Die Gerüchteküche brodelt.

Das Medienkarussell dreht sich: Bei welcher Schweizer Bank wurden die Bankdaten gestohlen?

Das Medienkarussell dreht sich: Bei welcher Schweizer Bank wurden die Bankdaten gestohlen?
Bild: Keystone

Am Freitag begann sich das Medienkarussell zu drehen. Die «Frankfurter Allgemeine Zeitung» schrieb auf ihren Website, ein Händler biete dem deutschen Fiskus Bankdaten an – eine CD mit Kontoinformationen von 1500 mutmasslichen Steuerhinterziehern, die ihre Vermögen auf Schweizer Konten angelegt haben sollen. Welche Schweizer Bank betroffen ist, blieb zunächst im Dunkeln. Bald wurden die ersten Namen ins Spiel geworfen: Das deutsche «Handelsblatt» vermeldete, bei den Datensätzen handle es sich «vorrangig» um solche der UBS. Die Zeitung berief sich dabei auf deutsche «Finanzverwaltungskreise».

Die UBS dementierte dies jedoch. In der «SonntagsZeitung» sagte eine UBS-Sprecherin, der Bank würden «keine entsprechenden Informationen» vorliegen. «Zum jetzigen Zeitpunkt ist das Spekulation», sagte sie weiter. Die «SonntagsZeitung» selber nannte weitere Namen von Banken: Neben der UBS könnte Gerüchten zufolge auch die Bank Julius Bär betroffen sein.

Dementi um Dementi

Der Name Julius Bär fällt gemäss dem Sonntagsblatt nicht grundlos: Ex-Bär-Kadermann Rudolf Elmer, der seit Jahren mit entwendeten Bär-Kundendaten hausiert, sagte vor zwei Wochen in der «Herald Tribune», er wolle seine Daten den deutschen Behörden übergeben. Auch hier kam das Dementi umgehend: Es sei «sehr unwahrscheinlich», dass es sich beim aktuellen Fall um die Elmer-Daten handle, er verfüge über weniger als 1500 Kundeninformationen. Zudem seien diese zu alt, schon weitestgehend publik und stammten von den Cayman Islands.

Gestern brachte die «Financial Times Deutschland» eine weitere Bank ins Spiel. Die Zeitung schreibt, dass die Daten von der britischen Grossbank HSBC stammten, die in Genf eine Filiale hat. Es soll sich dabei um die selben Daten handeln, die HSBC-Informatiker und Datendieb Hervé Falciani im vergangenen August den französischen Behörden angeboten hatte. Ob das stimmt, ist ungewiss. «Ich arbeite nur mit der französischen Justiz zusammen», dementierte Falciani gegenüber «Lepoint.fr» diese Meldung. Somit bleibt vorerst offen, welche Schweizer Bank von Datenklau betroffen ist. (cha)

Erstellt: 01.02.2010, 15:58 Uhr


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