«Wir werden kein einziges Gepäck-Ticket verkaufen»
Von Philippe Müller. Aktualisiert am 18.11.2011 3 Kommentare
Gibt in Sachen Gepäck-Tickets Entwarnung: Jeannine Pilloud, Chefin Personenverkehr bei den SBB. (Bild: Perrenoud Guy)
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Eigentlich, so die offizielle Version, wollten die SBB nur ihre alten Plakate in den Zügen auffrischen. In der darauf abgebildeten Hausordnung wird auch auf eine Regelung hingewiesen, die in den letzten Tagen viele Schlagzeilen produzierte: Jeder Passagier darf nur einen Sitz belegen. Wer mit seinem Gepäck einen zweiten Sitzplatz blockiert, kann dazu verdonnert werden, ein Extraticket zu kaufen. Jeannine Pilloud, Chefin Personenverkehr bei den SBB, kann die Aufregung nicht verstehen. Anlässlich der Präsentation des neuen Fahrplans sagte sie gestern in Basel vor den Medien: «Die Regel besteht bereits seit 25 Jahren, wir führen also keine neue Gebühr ein.» Durch die breite öffentliche Diskussion seien die SBB auf dem linken Fuss erwischt worden. Offenbar hätten die meisten Passagiere und auch die Journalisten die Regelung halt nicht gekannt.
Viel Lärm um nichts?
Pilloud sagte auf Anfrage, in den letzten 25 Jahren hätte das SBB-Personal jedes Mal eine einvernehmliche Lösung mit fehlbaren Passagieren gefunden. Nie habe für ein Gepäckstück ein Zusatzticket berechnet werden müssen. Sie gehe davon aus, dass das auch so bleiben werde: «Unsere Kontrolleure werden auch künftig kein einziges Gepäckticket verkaufen müssen. Das glaube ich.»
Viel Lärm um nichts also? Vielleicht auch nicht. Es ist zumindest denkbar, dass die SBB mit der angepassten Hausordnung und angedrohten Strafzahlungen ganz bewusst eine öffentliche Diskussion provozieren wollten. Dies, um die Passagiere zu einem Umdenken zu zwingen und zu erreichen, dass das Gepäck in der Ablage oder unter dem Sitz verstaut wird. Und es scheint fast so, als hätten die SBB ihr Ziel teilweise schon erreicht, bevor die ersten Kontrolleure losgeschickt wurden: In Internetforen und vor allem in den Zügen wird das Thema heftig diskutiert. Und: Die SBB stossen auf viel Verständnis. Gerade in Stosszeiten gehöre die Tasche oder die Jacke nicht auf den Nebensitz, so der Grundtenor. Sogar der Konsumentenschutz hat nichts gegen die neue Regelung einzuwenden. Er findet sie höchstens überflüssig, weil der gesunde Menschenverstand dazu führen sollte, dass sich das Problem von selber löse. Ohne Mehrkosten ist es den SBB offensichtlich im Rekordtempo gelungen, die Passagiere für das Thema Sitzblockade zu sensibilisieren.
GA wird teurer
Auch wenn die Suppe bei den Gepäcktickets nicht so heiss gegessen wird, wie sie gekocht wurde: In anderen Bereichen müssen die SBB-Passagiere ab dem Fahrplanwechsel am 11.Dezember sehr wohl tiefer in die Tasche greifen. Zum einen werden die Fahrkarten teurer, und zwar um durchschnittlich 1,2 Prozent. Am stärksten zur Kasse gebeten werden Pendler und Vielfahrer: Die Generalabonnemente der 1. und 2.Klasse sowie die Einzelbillette der 1.Klasse und das Jugendabo Gleis 7 schlagen stark auf. Gleich bleiben die GA-Preise für Jugendliche, Studenten und Senioren. Hier hat der Preisüberwacher eine Erhöhung abgelehnt.
Ebenfalls teurer werden Tickets für internationale Reisen. Wer Auslandbillette am Schalter oder per Telefon kauft, muss ab dem 11.Dezember einen Zuschlag von 10 statt bisher 5 Franken bezahlen. Einschneidend und unter Umständen teuer ist auch diese Änderung: Neu können in Fernverkehrszügen keine Billette mehr gekauft werden. Wer bisher seine Fahrkarten gegen einen Aufpreis von 10 Franken im Zug gekauft hat und auch weiterhin ohne gültiges Billett den Zug besteigt, gilt als Schwarzfahrer. Es wird in diesem Fall ein Zuschlag von 90 Franken fällig. Was allerdings möglich bleibt, ist ein Klassenwechsel nach Antritt der Reise. (Berner Zeitung)
Erstellt: 18.11.2011, 11:42 Uhr
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3 Kommentare
Eines muss man dieser Mänätscherin lassen, sie ist Meisterin in Sachen Medienpräsenz. Schon bald wird sie sich zu den VIP zählen und von Talkshow zu Talkshow ziehen um mit bedeutsamen Gesichtsausdruck beeindruckende Phrasen und Dummheiten von sich zu geben. Während wir als SBB-Kunden täglich erfahren, dass wir der eigentliche Störfaktor sind. Wir sind zuviele und zahlen zu wenig. Antworten
Aber hallo,wer es nicht mehr schafft,laut und deutlich zu fragen:Ist hier noch ein Platz frei?...der sollte auch nicht mehr alleine mit dem Zug fahren!...und wenn die gefragt Person noch auf dem Laptop herumtippt,dann versuchen Sie es mit der gleichen Frage: Ist hier noch ein Platz frei, ENTER? Antworten
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