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«Wir sind noch nicht zufrieden»

Von Brigitte Walser. Aktualisiert am 11.05.2010 2 Kommentare

Die Berner Krankenkasse KPT und die Zürcher Sanitas schliessen sich zusammen. Ein Stellenabbau sei nicht geplant, sagt KPT-Präsident Walter Bosch, der auch das neue Unternehmen präsidieren wird. Dieses soll weiter wachsen.

Der heutige Sitz der KPT in Bern: Er bleibt zwar erhalten, der Hauptsitz von Sanitas/KPT ist aber in Zürich angesiedelt.

Der heutige Sitz der KPT in Bern: Er bleibt zwar erhalten, der Hauptsitz von Sanitas/KPT ist aber in Zürich angesiedelt.
Bild: Walter Pfäffli

Walter Bosch trat 2006 in den Verwaltungsrat der KPT ein. 2009 wurde er dessen Präsident, und er wird Präsident von Sanitas/KPT sein. Bosch ist auch Vizepräsident des Swiss-Verwaltungsrates.

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Was ändert sich für die Versicherten von KPT und Sanitas durch den Zusammenschluss?
Walter Bosch: Unmittelbar nichts. Sie bleiben bei der Versicherung, bei der sie sind, und haben dieselben Bedingungen. Mittelfristig werden wir das Serviceangebot verbessern können, weil wir mehr Kraft haben.

Und was ändert sich für die Angestellten von Sanitas und KPT?
In einem grösseren Arbeitsumfeld eröffnen sich ihnen mehr Möglichkeiten, es gibt grössere Karrierechancen.

Aber längerfristig werden Sie Synergien nutzen wollen und Stellen abbauen oder Standorte konzentrieren?
Nein. Beide Partner haben bereits sehr tiefe Verwaltungskosten. Wenn wir mehr Service anbieten wollen, können wir nicht in diesem Bereich abbauen.

Wird es eine Verschiebung von Bern nach Zürich geben?
Nein, Bern bleibt Sitz der KPT, und es werden keine Stellen abgebaut oder verschoben.

Was bringt der Schulterschluss, wenn Sie bei Standort und Personal keine Kosten sparen wollen?
Er bringt uns in anderen Bereichen Vorteile. Als drittgrösste Kasse der Schweiz haben wir bei Verhandlungen gegenüber Ärzten und Spitälern mehr Gewicht und können bessere Bedingungen aushandeln. Auch bei der EDV lassen sich viele Synergien nutzen.

Weshalb bleiben die Marken KPT und Sanitas erhalten und werden nicht gleich zusammengelegt und neu positioniert?
Es würde vielleicht Vorteile bringen, wenn wir die Versicherungen zusammenlegen könnten, doch dieses Vorgehen wäre viel zu kompliziert. Der eine Partner würde benachteiligt, weil die Reserven plötzlich für beide gelten müssten, das liesse sich praktisch kaum umsetzen.

Sanitas machte 2009 einen Verlust, haben Sie keine Bedenken?
Nein, beide Partner sind finanziell gut aufgestellt.

Vor vier Jahren ist eine geplante Fusion mit der Concordia geplatzt. Weshalb soll es nun mit der Sanitas klappen?
Ich war damals noch nicht involviert und kann deshalb nicht aus eigener Erfahrung berichten. Es gab falsche Erwartungen, falsche Einschätzungen der Finanzkräfte und schliesslich wohl als wichtigsten Punkt persönliche Differenzen. Jetzt ist die Übereinstimmung zwischen den Partnern gross.

Bleibt es bei diesem einen Zusammenschluss, oder ist er nur ein Zwischenschritt?
Er ist der erste wichtige Schritt. Wir sind aber sicher daran interessiert, noch weiter zu wachsen.

Sie wollen die CSS und die Helsana auch noch überholen?
So mutig würde ich das nicht formulieren. Aber wir sind noch nicht zufrieden mit dem heutigen Stand, wir wollen zulegen.

Haben Sie keine Angst, dass es bald eine Einheitskasse gibt?
Nein, denn ich glaube nicht, dass sich eine Einheitskasse politisch durchsetzen lässt. Allerdings bin ich kein Prophet. Selbst wenn die Einheitskasse Realität wird, sind wir sehr gut positioniert und können auch dann eine wichtige Rolle übernehmen. Ausserdem sind sowohl die KPT als auch die Sanitas stark bei den Zusatzversicherungen, die vom Thema Einheitskasse ja nicht betroffen sind.

(Berner Zeitung)

Erstellt: 11.05.2010, 12:20 Uhr

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2 Kommentare

Niklaus Zumthür

11.05.2010, 11:17 Uhr
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"Eine Frage der Grösse". Eigenartig. Die Manager der Krankenkassen, die Herren von Santésuisse wehren sich vehement gegen die Einheitskasse. Aber alle ihre Aussagen und Taten laufen darauf hinaus. Ist ihnen ja nicht zu verargen, dass sie noch möglichst lange und viel absahnen wollen, aber ihre Glaubwürdigkeit ist definitiv im Keller. Antworten


beni Schärer

11.05.2010, 11:58 Uhr
Melden

Das Obligatorium für eine KK war der grösste Fehler, den die CH machen konnte. Eigeninitiative für gesünderes Leben ist damit völlig im Ofen. "Die KK zahlt ja" oder "ich bezahle soviel Prämie, jetzt will ich auch was zurück"-Mentalität ist vorherrschend. Ganz davon abgesehen, dass viele die Prämien gar nicht mehr bezahlen können. Gleich weit wie vor dem Obligatorium. Abschaffen des Obligatorium! Antworten




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