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«Wir sind nicht rassistisch»

Von Jan Derrer, Franziska Kohler. Aktualisiert am 30.11.2011 387 Kommentare

Die Frauen von Bettwil machen sich zum Widerstand gegen die geplante Asylanlage bereit: In der Garage von Cécile Koch malen sie Protestplakate. Bernerzeitung.ch/Newsnet besuchte die Aufmüpfigen.

«Asylanten ja, aber nicht so viele»: Cécile Koch beim Bemalen von Protestbannern. (Video: Jan Derrer)

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Debatte im Kantonsparlament

Das Aargauer Kantonsparlament hat über die vom Bund geplante Asylunterkunft in Bettwil debattiert. Was in der vergangenen Woche passierte, «ist für den Kanton Aargau beschämend», sagte SP-Fraktionspräsident Dieter Egli. Es sei erschreckend, dass sich eine Gemeinde wegen der Unterbringung von 140 Asylsuchenden in ihrer Existenz bedroht sehe.

CVP-Grossrätin Alexandra Abt bezeichnete die Unterbringung von 140 Asylsuchenden in der Gemeinde als «Verhältnisblödsinn». Die SVP-Fraktion wollte mit einem Postulat die Regierung zum Widerstand gegen die Asylunterkunft verpflichten.

SP-Grossrat Flurin Burkard hingegen wollte nicht die Asylunterkunft verhindern, sondern eine gesetzliche Grundlage schaffen, um Bevölkerung und Gemeinde eine Abgeltung auszuzahlen. Beide Vorstösse wurden vom Parlament nicht für dringlich erklärt.

Die Grünen reichten zudem eine Standesinitiative ein, welche die Öffnung von Kasernen und anderen Militärunterkünften zur Unterbringung von Asylsuchenden fordert. Über diese Initiative wird das Parlament zu einem späteren Zeitpunkt entscheiden. (sda)

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Im aargauischen 560-Seelen-Dorf Bettwil dominieren dieser Tage nicht wie gewöhnlich Ruhe und Beschaulichkeit, sondern Plakate, Parolen und Emotionen. Die Bewohner von Bettwil wehren sich mit allen Mitteln gegen die Aufnahme von 140 Asylsuchenden, die ab nächsten Januar in einer militärischen Anlage unweit vom Dorf einquartiert werden sollen. Zurzeit beherbergt die Gemeinde eine vierköpfige Asylbewerberfamilie.

«Das Vertrauen in die Politiker und Behörden haben wir endgültig verloren, deshalb machen wir nun selbst mobil», sagt die Bettwilerin Cécile Koch. In ihrer Garage versammelten sich heute Nachmittag mehrere Hausfrauen und Mütter, um Plakate mit ihren Forderungen zu beschriften: Solidarität ja, aber 140 Asylsuchende seien einfach zu viel.

Die Garagen-Revolution

Der Widerstand ist laut Cécile Koch nicht nur zu sehen, sondern auch zu spüren: «Das ganze Dorf hat sich zusammengeschlossen – auch wenn man sonst das Heu nicht auf derselben Bühne hat, in dieser Sache sind wir uns einig.» So kamen gestern rund 60 Bewohner in der Garage von Unternehmer Roger Burri zusammen, um sich zu organisieren und Aufgaben zu verteilen. Jeder wolle seinen Beitrag zur Sache leisten, meint Koch – die Hausfrauen zum Beispiel beim Plakatemalen.

Für ihren Protest suchen die Dorfbewohner auch die Unterstützung von aussen: Der Facebook-Gruppe «Solidarität mit Bettwil» sind bereits mehr als 1900 Mitglieder beigetreten. Heute Abend soll ausserdem eine eigene Homepage aufgeschaltet werden, auf der sich Sympathisanten eintragen können.

Und wie lange wollen die Bettwiler auf die Barrikaden gehen? Solange wie nötig, sagt Dorfbewohner Roland Moos, der die Frauen beim Malen unterstützt: «Uns geht der Atem nicht aus.» Für den Samstag ist eine grosse Protestaktion angekündigt. (Bernerzeitung.ch/Newsnet)

Erstellt: 29.11.2011, 17:33 Uhr

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387 Kommentare

Gilles Cain

29.11.2011, 17:50 Uhr
Melden 275 Empfehlung

Am Beispiel Bettwil wird gnadenlos deutlich, dass ein Umdenken in der Asyl- und Zuwanderungspolitik dringend stattfinden muss. Die Argumentation bezüglich humanitäre Tradition ist angesichts der Massenmigration von kulturfremden Wanderarbeitern genauso fehl am Platz wie die Einforderung von Solidarität mit einer integrationsunwilligen, zivilisationsfernen Migrantenkultur. Antworten


Patrick Meier

29.11.2011, 18:46 Uhr
Melden 274 Empfehlung

Ich finde es überaus bedenklich, dass man sich heute schon prophylaktisch von Rassismus distanzieren muss nur um sein Recht auf freie Meinungsäusserung wahrnehmen zu können. Die Bedenken der Bettwiler sind berechtigt. Selbst der Bund musste schon eingestehen, dass bei den Asylsuchenden aus Nordafrika mehr Renitente und Kleinkriminelle dabei sind als sonst. Antworten




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