«Wir haben gute Karten»
Interview: Monica Fahmy. Aktualisiert am 13.08.2010
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Economiesuisse-Präsident Gerold Bührer
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Beim Treffen zwischen Doris Leuthard und Chinas Präsident Hu Jintao haben die Schweiz und China eine Absichtserklärung unterzeichnet, über ein Freihandelsabkommen zu verhandeln. Was bedeutet das für die Schweizer Wirtschaft?
Das Treffen hat natürlich eine grosse Bedeutung für die Schweizer Wirtschaft. Es ist ein klares Zeichen, dass beidseitig Gespräche über ein Freihandelsabkommen erwünscht sind. Es unterstreicht, dass die Schweizer Wirtschaft in China sehr geschätzt wird. Wir haben gute Karten für eine weitere Entwicklung.
Das Treffen bildet den Höhepunkt der fünftätigen Chinareise der Bundespräsidentin. Was wurde dabei alles besprochen?
Es fand der in einem solchen Rahmen übliche Gedankenaustausch statt.
Was wurde konkret besprochen?
Es war ein Austausch über die Lagebeurteilung zu einem Freihandelsabkommen. Details werden in einem solchen Rahmen üblicherweise nicht bekannt gegeben.
Was waren aus Ihrer Sicht die wichtigsten Stationen der Chinareise?
Der Aufenthalt in Chongquing, wo wir die Go-West-Strategie Chinas vor Ort anschauen konnten (eine Strategie der chinesischen Regierung, die die «grosse Erschliessung Westchinas» zum Ziel hat und eine Vielzahl von Förderprogrammen umfasst). Dann der Besuch an der Weltausstellung im pulsierenden Schanghai und das Treffen mit dem Bürgermeister. Zentral war natürlich das Gespräch mit Präsident Hu Jintao in Peking. Interessant wird auch das morgige Gespräch mit dem Handelsminister sein.
Hat Doris Leuthard einmal das Thema Arbeitsbedingungen und Menschenrechte angesprochen?
Das müssen Sie sie fragen. Bei den politischen Gesprächen waren die Wirtschaftsvertreter nicht dabei. In den Wirtschaftsgesprächen wurde nicht über Menschenrechte gesprochen.
In China sind die Arbeitsbedingungen teilweise miserabel, Arbeiter werden schlecht bezahlt, sie stehen unter einem enormen Leistungsdruck. Selbstmorde sind keine Seltenheit. Darf man unter diesen Bedingungen die Menschenrechte nicht erwähnen?
Das Arbeitsgesetz in China ist sehr fortgeschritten. Zwischen Gesetz und Praxis klafft eine Lücke, das ist schon so. Fakt ist aber auch, dass die Schweizer Firmen in China im positiven Sinne eigene Standards setzen. Sie sorgen im Sinne der Mitarbeiterbindung, also auch im Eigeninteresse, für gute Arbeitsbedingungen für ihre Belegschaft.
(Bernerzeitung.ch/Newsnet)
Erstellt: 13.08.2010, 18:52 Uhr
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