Schweiz
Wieso Aldi und Lidl so schnell expandieren können
Von Hubert Mooser. Aktualisiert am 12.03.2010
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Standorte in Kreisellagen oder in Autobahnnähe werden für den Einkauf immer wichtiger. Besonders stark auf den Privatverkehr ausgerichtet sind die deutschen Discounter Aldi und Lidl. Das zeigen auch Umfragen des Markforschungsinstitutes GFK Switzerland zum Einkaufsverhalten und zur Kundenzufriedenheit.
Zu Aldi und Lidl gehen Schweizer in erster Linie einkaufen, weil sie dort komfortable Parkplätze in ausreichender Anzahl vorfinden. Zu Migros und Coop gehen sie dagegen vor allem wegen der Frische der Produkte.
Ein kleiner Wettbewerbsvorteil
Die Fokussierung auf den Privatverkehr ist politisch jedoch umstritten - weil damit der Freizeit- und Einkaufsverkehr weiter anschwillt. Der VCS hat deshalb in den vergangenen Jahren verschiedentlich gegen geplante Konsumtempel rekurriert - häufig mit Erfolg. Nur: Aldi und Lidl blieben davon verschont.
Die Umweltorganisationen können nur gegen Anlagen einsprechen, bei denen das Gesetz eine Umweltverträglichkeitsprüfung(UVP) vorschreibt. Eine solche ist für Einkaufszentren mit einer Verkaufsfläche von mindestens 7500 Quadratmetern und mehr als 500 Parkfeldern nötig. Das Konzept von Aldi und Lidl sieht deutlich kleinere Verkaufsflächen und weniger Parkplätze vor.
Keine Gesetzesänderungen
Das bringt Aldi und Lidl ein kleiner Wettbewerbsvorteil – weil pro 100 Meter Verkaufsfläche oft mehr Parkplätze bewilligt werden als bei den grossen UVP-pflichtigen Konsumtempeln. In den vergangenen Jahren habe es zwar mehrere politische Anläufe gegeben, eine UVP-Pflicht auch für kleinere publikumswirksame Anlagen einzuführen, wie VCS-Präsidentin Franziska Teuscher betont. «Der Bundesrat sah dafür jedoch keinen Handlungsbedarf.»
(Bernerzeitung.ch/Newsnet)
Erstellt: 12.03.2010, 19:37 Uhr



