Schweiz
Wie schlecht steht es wirklich um unsere Armee?
Von Hubert Mooser. Aktualisiert am 04.11.2009 13 Kommentare
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Am 26. August trat Verteidigungsminister Ueli Maurer vor der SVP-Landsgemeinde in Frenkendorf auf. Zuerst gab es «Hörnli mit Ghacktem». Danach machte Maurer aus seiner Truppe Hackfleisch. «Wenn die Armee heute mobil machen müsste, hätten wir ein gröberes Problem», sagte der Verteidigungsminister vor der SVP-Basis.
Laut «Basler Zeitung» sagte er weiter: «Das Material reicht gerade noch für dreissig Prozent der gesamten Armee.» Da das Material ständig in Gebrauch sei, hapere es auch bei der Wartung. Zum Teil habe man nicht einmal mehr den Überblick über den Materialbestand. Schuld daran sei nicht zuletzt die Tatsache, dass in den letzten Jahren viele Arbeiten ausgelagert worden seien.
Ein ähnliches Bild zeige sich in der Verwaltung. «Es gibt derzeit über 1000 einzelne Projektgruppen», sagte er. Viele der Reformen seien aber gar nicht mehr durchführbar. So lagere in Thun seit vier Jahren eine 700 Millionen Franken teure Software, welche bislang nicht installiert worden sei, präzisierte der VBS-Chef.
Nationalrätin hakte im Parlament nach
Die Aussage machte die Basler Nationalrätin Anita Lachenmeier (Grüne) hellhörig. Sie hakte im September im Parlament mit einer Anfrage nach. Unter anderem wollte sie wissen, wieso die Software nicht installiert wurde, welcher Schaden dadurch resultiere und wie es eigentlich um die Materialbewirtschaftung im VBS bestellt sei.
Heute hätte der Bundesrat die Antwort an Lachenmeier absegnen sollen. Das vom zuständigen Departement VBS vorbereitete Schreiben lag auch vor und war traktandiert. Doch dann beantragte Bundesrat Leuenberger eine Verschiebung des Geschäftes - laut regierungsnahen Kreisen geschah dies offenbar, weil die Antworten an Lachenmeier von den Aussagen Maurers in Gelterkinden zu stark differieren.
Maurers Aussagen werden vom VBS korrigiert
Konkret steht in der Antwort an die Nationalrätin, die Bernerzeitung.ch/Newsnet einsehen durfte und die heute im Bundesrat zur Sprache kam, dass es sich bei der von Maurer erwähnten Software um das FIS Führungsinformationssystem Heer handelt, das vom Parlament 2006 und 2007 bewilligt wurde und rund 702 Millionen kostete.
Entgegen den Aussagen Maurers vor der SVP-Landsgemeinde heisst es in dieser Antwort weiter, die Software in Thun sei «installiert worden und werde auch eingesetzt.» Auch was das Armeematerial angeht, wird Maurer korrigiert: Der Armeematerialbestand sei bereits erhoben. Das Materialmanagement erfolge seit 10 Jahren über SAP und gemäss Budgetentscheid. SAP ist eine Software, die alle betriebswirtschaftlichen Abläufe im VBS koordiniert.
Wie der Bundesrat mit der Antwort an Nationalrätin Lachenmeier nun weiter verfahren wird, ist unklar.
(Bernerzeitung.ch/Newsnet)
Erstellt: 04.11.2009, 22:36 Uhr
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13 Kommentare
@Marc Bourgeois unsere soldaten solen sich mit profesionellen armeen vergleichen? nach einer panzerschiessübung mit scharfer mun muss man in unserer armee froh sein wen man noch lebt. so zimlich alle soldaten iklusive der hälfte des untern kaders nemen die armee nicht mal ernst und die sollen sich mit berufssoldaten mit kampferfahrung vergleichen? lächerlich! Antworten
Kurz gesagt die Realität hat Herrn Maurer eingeholt. Für die Schweiz gibt es nur Eines. Eine professionelle Truppe mit ca. 15000 Mann eingebunden in den Europäischen Sicherheitsverbund / NATO und fertig ist die beste Armee der Welt. Ende Feuer mit dem Neutralitäts- und Milizmärchen. Wie heisst es doch so schön, die Schweiz muss sich der Welt anpassen und nicht umgekehrt. Antworten
@ Lidija Jametti: Sie haben da vermutlich ein etwas falsches Bild. Ich kenne einige Schweizer, die zu Gast bei den US Marines, Army usw. waren. Menschen und Ausbildung in unserer Armee müssen keinen Vergleich scheuen - die US Marines brauche auch eine sehr sehr lange einsatzbezogene Ausbildung, bevor sie irgendwo hin können. Antworten
Wie wäre es, wenn man alle Kampfjets, die man braucht auch kaufen würde? Ohne langen Diskussionen und Tricks.Welche Modelle - weiss ich nicht. Man braucht aber auch kleinere Armee - diese muss aber hochprofessionell sein, diszipliniert und eben auch schlagfertig. Herr Maurer soll doch zu US Marines für ein paar Tage um zu sehen wie sie organisiert sind.Vielleicht bringt ihm das auf neue Ideen. Antworten
Also, man könnte sich auch noch um andere Dinge Sorgen machen, zum Beispiel wieviel Wert die UBS-Schrott-papiere unterdessen haben, oder wo genau das noch verbleibende Gold der Nationalbank gelagert ist. Da geht es eventuell noch um ein bisschen höhere Beträge als läppische 0.7 Mia Fr. Antworten
Nun es sind zwei Aussagen. Laut Br Maurer kann die Armee nicht mobilisieren, nach Angaben Gesamtbundesrat schon. Ich schlage daher vor, dass wir wirklich eine richtige Generalmobilmachung machen (geht über Parlament) und dann sehen wir ja wer recht hat. Ich weiss es schon und bin zum Glück auch nicht mehr DIenstpflichtig. Antworten




Ernst Hiestand
Eine Berufs Armee ist die Lösug aber 15,000 Mann sind viel zu wenig. Jeder kämpfende Soldat brauch 2-3 Soldaion zur Unterstützung, Verpflegung; Nachschub; etc. etc. 15,000 wären nicht mal genug bei schweren Katastrophen innerhalb der Schweiz Mindestens 100,000 Mann. Dies bringt bis zu 100,000 neu Arbetisplätze und missbraucht nicht die allgemeinen Arbeitskräfte in unnötigen RS und WK's. Antworten