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Wenn der Zug zur Sauna wird

Von Reto Hunziker. Aktualisiert am 12.07.2010 106 Kommentare

Bei Höchsttemperaturen kommen Klimaanlagen an ihre Leistungsgrenzen, auch jene der SBB. In Deutschland wurde so ein ICE fast zur Todesfalle.

Komfortabel genug? Im Sommer beschweren sich mehr Leute über mangelnde Klimaanlagen im Zug. (Bild: Keystone )

Ermittlungen gegen Deutsche Bahn

Nachdem am Wochenende in mehreren ICE-Zügen die Klimaanlage ausfiel, mussten rund 40 ICE-Passagiere ärztlich behandelt werden. Vor allem wegen Kreislaufzusammenbrüchen. Die Bundespolizei ermittelt nun wegen fahrlässiger Körperverletzung und unterlassener Hilfeleistung.

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Sie schwitzten, sie keuchten, sie rangen um Luft. Die Schüler, die nach ihrer Klassenfahrt in Berlin in einem überfüllten ICE sassen, hätten sich ihre Heimreise wohl anders vorgestellt. Im Wagen war wegen Überhitzung die Klimaanlage ausgefallen, die Fenster liessen sich jedoch nicht öffnen. Die Hitze im Abteil – gegen 50 Grad Celsius – war unerträglich. 27 Jugendliche brachen zusammen und mussten behandelt werden. Die Polizei ermittelt nun wegen fahrlässiger Körperverletzung.

«Mehr Beschwerden»

Auch in der Schweiz klagen dieser Tage Passagiere über die Hitze. Sei es, weil sie in alten, unklimatisierten Zügen sitzen müssen. Oder weil die Klimaanlage nicht funktioniert. Immer wieder hört man auch von mangelhaft oder nicht klimatisierten Cisalpino-Zügen.

«Im Sommer bekommen wir deutlich mehr Beschwerden», bestätigt Christian Ginsig, Mediensprecher der SBB. Denn auch in der Schweiz habe man ein Problem mit den Klimaanlagen. «Wenn Temperaturen über 30 Grad herrschen laufen die Maschinen auf Hochtouren – und das fast 24 Stunden lang.» Da könne es vorkommen, dass eine Anlage aussteige. «In diesem Fall raten wir den Passagieren, sich an das Zugspersonal zu wenden und den Wagen zu wechseln.» Klar ist, dass sich das eher schwierig gestaltet, wenn der Ausfall zur «Rush Hour» erfolgt.

Zwei Klimageräte pro Wagen

Neure Züge verfügen pro Wagen jedoch über zwei Klimageräte, so dass immerhin eine Maschine läuft, sollte die andere ausfallen. Eine Garantie ist das aber nicht: «Es kann bei dieser hohen Belastung durchaus sein, dass es zu einem Ausfall kommt», so der SBB-Mann.

Mit so prekären Konsequenzen wie in Deutschland am Wochenende rechnet Ginsig jedoch nicht. Die Situation sei generell eine andere: «In der Schweiz sind grundsätzlich die Reisezeiten viel kürzer als in Deutschland. Auf dem Hauptnetz kämen selten unklimatisierte Züge zum Einsatz. «Die Wagen verfügen grossmehrheitlich über eine Klimaanlage», so Ginsig. Auch bei den ehemaligen Cisalpino-Zügen würden die SBB-Standards gelten. «Mir sind keine Fälle bekannt, in denen kürzlich die Klimaanlage gänzlich ausgefallen ist.»

Was sind Ihre Erfahrungen mit Sommerhitze im Zug? Tragen Sie Ihren Kommentar unten ein. (Bernerzeitung.ch/Newsnet)

Erstellt: 12.07.2010, 11:41 Uhr

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106 Kommentare

Hans-Peter Pfister

12.07.2010, 19:51 Uhr
Melden 1 Empfehlung

Es ist wirklich eine Schande, dass im Jahre 1990 Traktionen ohne Klimaanlagen in Betrieb genommen wurden und danach Jahrelang behauptet wurde "aus technischen Gründen wäre der Einbau von Klimaanlagen nicht möglich" obwohl die früher in Betrieb genommenen Einheitswagen IV bereits mit Klimaanlagen ausgerüstet wurden. Dies ist auf gut Deutsch gesagt "Eine Verarschung des ÖV Benutzers" EINE ZUMUTUNG!! Antworten


Frits Schnuerbel

14.07.2010, 10:30 Uhr
Melden 1 Empfehlung

Die Beschaffungsverantwortlichen der SBB (und Deutschen Bahn - die haben ja dasselbe Problem) sollten einfach mal in Urlaub nach Afrika, Asien, Australien, Nord- oder Süd-Amerika gehen. Dort funktionieren Klimaanlagen, indem sie auf eine Zieltemperatur (z.B. 22°C - 24°C) kühlen. Dass eine Klimaanlage nur 5°C runterfächern soll, ist ja wohl der hiesige typisch blanke Hohn am Kunden. Antworten




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