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Wende im Fall Gecaj

Aktualisiert am 14.08.2009

Jahrelang haben sich Schweizer Behörden vergebens um eine Auslieferung des Lehrermörders bemüht. Jetzt kommt Bewegung in die Sache. Allerdings fehlt der Protagonist.

Gesucht: Ded Gecaj, der Lehrermörder von St. Gallen.

Gesucht: Ded Gecaj, der Lehrermörder von St. Gallen.

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Gecaj kann nun doch an die Schweiz ausgeliefert werden. Dies entschied das Oberste Gericht im Kosovo. Doch Gecaj befindet sich erneut auf der Flucht. Wird er gefasst, entscheidet die Regierung Kosovos über die Auslieferung.

«Die Polizei sucht ihn», bestätigte Kristiina Herodes, Sprecherin der EU-Rechtsstaatsmission im Kosovo (EULEX), am Freitag einen Bericht der «Mittelland-Zeitung». Gecajs Aufenthaltsort ist unklar.

In Albanien?

Es wird vermutet, dass er sich möglicherweise nach Albanien abgesetzt hat. Die St. Galler Behörden wollen Gecaj wegen Mordes vor Gericht bringen. Für die zuständige Untersuchungsrichterin Ursula Brasey ist diese Wende im Fall Gecaj «positiv und gut.»

Noch im März 2008 hatte das Oberste Gericht im Kosovo, das damals noch unter UNO-Verwaltung stand, entschieden, Gecaj nicht an die Schweiz auszuliefern, da er zur Tatzeit Bürger Serbiens war. Im April dieses Jahrs kam das Gericht nun aber zu der Meinung, dass Ded Gecaj den Schweizer Justizbehörden überführt werden kann.

Widmer-Schlumpfs Sprecher präzisiert

Folco Galli, Sprecher des Bundesamts für Justiz, sagte am Freitag auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA, sollte Gecaj gefasst werden, müsste die Regierung Kosovos entscheiden, ob er an die Schweiz ausgeliefert wird. Das Gericht habe die Auslieferung mit seinem Entscheid nun zwar möglich gemacht, diese aber nicht beschlossen, sagte Galli.

Gecaj hatte 1999 Paul Spirig, den Lehrer seiner Tochter, in St. Gallen erschossen. Nach der Tat floh er in seine Heimat. Dort wurde er festgenommen. Er gestand die Tat und wurde 2000 zu vier Jahren Gefängnis verurteilt - wegen Totschlags. Gecaj kam aber nach ungefähr zwei Jahren wieder frei und tauchte in der Folge unter.

Tochter mit neuem Namen

Die St. Galler Staatsanwaltschaft stellte im Jahr 2005 ein Begehren um Auslieferung. 2007 wurde Ded Gecaj in seinem Haus festgenommen und in Auslieferungshaft gesetzt. Im Spätsommer letzten Jahres kam er wieder auf freien Fuss, nachdem er laut Folco Galli zuerst noch mit einem Hausarrest belegt worden war.

Gecaj soll auch wegen mutmasslicher Sexualdelikte an seiner Tochter zur Veranwortung gezogen worden. Das damals 14-jährige Mädchen hatte sich seinem Lehrer anvertraut. Heute lebt die junge Frau mit einer neuer Identität an einem unbekannten Ort in der Schweiz. (cpm/sda/ap)

Erstellt: 14.08.2009, 11:10 Uhr


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