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Was ein Prinz aus Liechtenstein zum Bankgeheimnis sagt

Von Stefan Schnyder, Philippe Müller. Aktualisiert am 20.01.2010 8 Kommentare

Die Schweiz habe kaum eine andere Wahl gehabt, als die UBS-Kundendaten an die USA zu übergeben. Dies sagte Prinz Max von und zu Liechtenstein, Chef der LGT Group.

Glaubt, dass die Finanzplätze noch stärker bedrängt 
werden: Seine Durchlaucht Prinz Max von und zu Liechtenstein.

Susanne Keller

Stichworte

Die wichtigen Finanzplätze – auch jene in Liechtenstein und der Schweiz – sehen sich wegen nicht versteuerter Kundengelder immer stärker bedrängt. Wie beurteilen Sie die weitere Entwicklung?
Prinz Max von und zu Liechtenstein: Es gibt derzeit viele Staaten, die mit steigenden Defiziten zu kämpfen haben. Diese Tatsache und die Erkenntnis, dass Vermögen in signifikanter Höhe an diversen Offshoreplätzen unversteuert investiert sind, werden dazu führen, dass der Druck weiter zunehmen wird. Alles andere wäre eine Überraschung.

Haben Sie Verständnis für diesen Druck auf das Bankgeheimnis?
(Überlegt lange) Es ist sicherlich leicht nachzuvollziehen, dass die Finanzämter von Ländern, die grosse finanzielle Schwierigkeiten haben, versuchen, Steuerhinterziehung zu vermeiden.

Wie viele Kunden haben ihre Gelder auf Grund dieses Drucks bereits von der LGT abgezogen? Die Rede ist von einem Abfluss von rund 1,6 Milliarden Franken allein im ersten Halbjahr 2009.
Im Vergleich zu 2008 (netto 1,3 Mrd. Fr., die Red.) war das Ausmass des Geldabflusses im ersten Halbjahr 2009 ähnlich. Wobei natürlich immer schwierig zu sagen ist, weshalb ein Kunde sein Geld von einer Bank abzieht. Ist es auf Grund einer Selbstdeklaration in seinem Heimatland? Oder braucht er sein Geld vielleicht, weil er in einen finanziellen Engpass geraten ist? Die genauen Zahlen geben wir an der Bilanzmedienkonferenz im März bekannt.

Was sagen Sie zum aktuell diskutierten Vorschlag, dass Banken freiwillig nur noch dann Geld annehmen, wenn der Kunde schriftlich bestätigt, dass es sich um ein versteuertes Vermögen handelt?
Dieser Vorschlag würde helfen, klarzustellen, dass die Steuerverantwortung beim Kunden liegt. Ich vermute jedoch, dass sich in der Praxis nicht viel ändern würde.

Warum nicht?
Wenn ein Kunde ohnehin bereits entschieden hat, in seinem Heimatland Gelder nicht zu deklarieren und eine falsche Steuerrechnung einzureichen, hat er höchstwahrscheinlich auch kein grosses Problem damit, bei einer Bank an einem Offshoreplatz falsche Angaben über den Status seines Geldes zu machen.

Sie könnten vom Kunden einen Auszug der Steuererklärung verlangen, um seine Angaben zu überprüfen.
Da wirds dann schon sehr kompliziert. Wenn Sie sehen, wie komplex die verschiedenen Steuersysteme sind, dann warne ich einfach davor, zu glauben, die Banken könnten auf effiziente Art und Weise überprüfen, ob die Kunden ihre Gelder korrekt versteuert haben.

Wäre eine Abgeltungssteuer – eine Steuer auf allen Zins- und Dividendenerträgen, die ähnlich wie die Verrechnungssteuer funktioniert – vielleicht das Wundermittel für angegriffene Finanzplätze?
Es ist sicherlich nur dann eine interessante Lösung, wenn sie dazu führt, dass die Kundengelder nach Bezahlung einer solchen Abgeltungssteuer legalisiert sind und nicht mehr den «schwarzen» Status haben. Ich glaube nicht, dass es für Kunden besonders interessant wäre, einerseits 25 Prozent Steuern zu bezahlen und andererseits weiterhin das Steuerhinterziehungsrisiko zu tragen.

Sprechen wir über die Steueraffäre in der Schweiz: Ist es richtig, dass die Schweiz Kundendaten an die USA übergeben hat?
Es erstaunt mich nicht übermässig. Ich glaube, auch die Schweiz kann dem Druck der USA nicht standhalten. Vor allem dann nicht, wenn es darum geht, amerikanische Steuerhinterzieher vor den amerikanischen Steuerbehörden zu schützen. Wenn die Amerikaner richtig Druck machen, dann muss die Schweiz diesem Druck auch nachgeben.

Vor gut einem Jahr konnte man lesen, dass im Nachgang zur Datendiebstahlaffäre in der LGT Bank gegen Sie eine Untersuchung eröffnet wurde. Wie ist da der aktuelle Stand?
Die Ermittlungen wurden aufgenommen, weil mein Name im Kontext mit einer dieser Stiftungen, die vom Datendiebstahl betroffen war, aufgetaucht ist. Dieses Thema ist aber inzwischen abgeschlossen.

Die LGT Bank ist auf Expansionskurs. Wie wichtig ist da der doch eher kleine Bankenplatz Bern?
Wir haben die Strategie, nahe am Kunden zu sein. Die Berner Bank ist bei uns etabliert und im hiesigen Umfeld stark verankert. Und die positive Entwicklung der letzten Jahre macht Freude. (Berner Zeitung)

Erstellt: 20.01.2010, 13:50 Uhr

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8 Kommentare

Rudolf Stransky

20.01.2010, 15:05 Uhr
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Liechtenstein, so klein und doch so erfolgreich. Sollte dort Geld unrechtmässig deponiert sein, muss man sich schon fragen warum dort und nicht in einem der grossen europäischen Länder. Die Antwort: saubere Verwaltung, keine grossen unnotwendigen politischen Ziele, keine Abwertung der Landeswährung, keine (verlorenen oder gewonnenen) Kriege und, und, und. Antworten


Franz Rickenbach

20.01.2010, 14:08 Uhr
Melden

vielleicht ziehen die Kunden ihr Geld auch wegen dem schlechten Service ab...?? Stichwort IT Antworten




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