Warum die SBB mit einem Holzzug die Zukunft planen
Aktualisiert am 22.08.2011 35 Kommentare
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Um den Innenausbau der künftigen Fernverkehr- Doppelstockzüge der SBB auf die Kundenbedürfnisse abzustimmen, haben Bombardier Schweiz und die SBB vorgängig ein Holzmodell im Massstab 1:1 erstellt. Über 1000 Vorschläge zur Optimierung wurden bereits eingereicht. Bernerzeitung.ch/Newsnet war in der Bombardier-Werkhalle in Zürich Oerlikon. Eindrücke und Interviews siehe obiges Video.
Die Produktion des neuen Fernverkehr-Doppelstockzuges läuft in den nächsten Monaten an, wie die SBB am Montag in Zürich-Oerlikon vor den Medien bekanntgab. Damit alle Fragen zum Innenausbau vor Baubeginn geklärt sind, wurde ein Modell aus Holz - eine sogenannte Maquette - erstellt.
Holzmodell in Originalgrösse
Ein Abteil 1. und 2. Klasse, der Speisewagen, die Familienzone und der Führerstand wurden vollständig und in Originalgrösse aufgebaut. Der neue Zug sei das künftige Flaggschiff der SBB und werde das Bild des Unternehmens über lange Jahre prägen, sagte Jeannine Pilloud, Leiterin SBB Personenverkehr. «Da dürfen wir keine Kosten und Mühe scheuen».
Im ersten Halbjahr 2011 wurden über 200 Fachpersonen und Interessengruppen durch die Maquette geführt. Dabei konnten Zugbegleiter und Lokführer, aber Pro Bahn, der Kundenbeirat, pro Velo und das Bundesamt für Verkehr Verbesserungsvorschläge machen, wie Stefan Pfuhl, Leiter Fernverkehr ausführte.
Steckdosen auch in der 2. Klasse
Eingereicht wurden über 1000 Anregungen zur Optimierung des Gesamtkonzeptes. Aufgrund dieser Inputs werde der neue Zug zum Beispiel mehr Abstellfläche für Velos haben und genügend Platz für Gepäck bieten, sagte Pfuhl. Jeder Sitzplatz sowohl in der 1. als in der 2. Klasse werde mit einer Steckdose ausgerüstet.
Vorgesehen sind zudem eine elektronische Platzreservation mit Digitalanzeige sowie eine Videoüberwachung. Ausserdem werden alle Fahrzeuge «druckertüchtigt», so dass künftig in Tunnels kein Ohrendruck mehr entsteht.
59 Züge bestellt
Beim Bau von Zügen seien noch nie so viele Bedürfnisse im Vorfeld eingeholt worden, sagte Stéphane Wettstein, Geschäftsführer von Bombardier Schweiz. Die Maquette sei eine effiziente Lösung. Dank der Informationen könnten aufwendige Anpassungen beim fertigen Zug vermieden werden.
Bestellt hat die SBB vorerst 59 Doppelstockzüge. Diese kosten rund 1,9 Milliarden Franken und sind damit die grösste Beschaffung in der Geschichte der SBB. Die ersten Fahrzeuge werden voraussichtlich ab 2014 als InterCity auf den Strecken St.Gallen- Zürich-Bern-Genf und Romanshorn-Zürich-Bern-Brig eingesetzt. Später kommen weitere Kompositionen in der ganzen Schweiz zum Einsatz. (sda)
Erstellt: 22.08.2011, 17:27 Uhr
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35 Kommentare
Wozu muss Pro Velo die Züge besichtigen? Wer Velo fahren will, braucht die Bahn nicht. Und Gepäck kann ja im Gepäckwagen transportiert werden. Ich kann mein Auto auch nicht einfach mit der Bahn mitnehmen. Wichtiger wären dagegen ausreichend viele bequeme Sitzplätze mit genügend Sitzfläche sowie ausreichend Beinfreiheit und Verpflegungsmöglichkeiten direkt am Platz. Antworten
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