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Warum Schweizer Milch so teuer ist

Von Susanne Graf. Aktualisiert am 09.11.2011 43 Kommentare

Im österreichischen Hügel- und Berggebiet produzieren die Bauern ihre Milch wesentlich günstiger als ihre Kollegen in der Schweiz. Hierzulande erbringen die Bauern einen viel höheren Arbeitsaufwand, wie eine Studie zeigt.

Der Preis sinkt, die Produktionskosten bleiben hoch: Zwei Milchbauern protestieren auf einem Feld bei Lausanne.

Der Preis sinkt, die Produktionskosten bleiben hoch: Zwei Milchbauern protestieren auf einem Feld bei Lausanne.
Bild: Keystone

Mehr Geld für Milchbauern

Die Finanzkommission des Ständerates hat das Bundesbudget 2012 beraten. Geht es nach ihrem Willen, sollen die Milchbauern wie bereits im laufenden Jahr mehr Geld erhalten, als der Bundesrat vorschlägt.

Die Kommission sprach sich mit 6 zu 5 Stimmen dafür aus, die Zulagen für die Milchwirtschaft um 28,7 Millionen auf 297,5 Millionen Franken aufzustocken. Damit wäre eine Zulage für verkäste Milch von 15 Rappen pro Kilogramm gewährleistet. Mit Blick auf die Währungssituation und den Rückgang im Käseexport unterstütze sie dies. Aus dem Budget streichen möchte die Kommission dagegen Gelder für das Bundesverwaltungsgericht. Dieses stellte 600000 Franken für Mitarbeiter ins Budget ein, um Umzugskosten von Bern nach St.Gallen teilweise zu entschädigen. Die Kommission empfiehlt ihrem Rat mit 9 zu 0 Stimmen bei einer Enthaltung, diese Umzugspauschale zu streichen. Der Umzug sei seit langer Zeit bekannt und müsse nicht entschädigt werden. Damit beantragt die Ständeratskommission ein Budget mit Gesamtausgaben in der Höhe von 64,13 Milliarden Franken. Dies sind rund 32 Millionen Franken mehr, als der Bundesrat vorschlägt. sda

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Während der Milchpreis in der Schweiz stetig sinkt und sich langsam dem EU-Niveau angleicht, bleiben die Produktionskosten unverändert hoch. Die Forschungsanstalt Agroscope in Reckenholz-Täniken verglich nun in einer Studie die Wirtschaftlichkeit der Schweizer Milchviehbetriebe im Hügel- und Berggebiet mit jener des Nachbarlandes Österreich. Sie wählte den Vergleich mit Österreich, weil dessen Bauern seit 1995 zu EU-Bedingungen produzieren und über ähnliche Strukturen und natürliche Bedingungen verfügen wie die Schweizer.

Doch das Kostenumfeld ist ein ganz anderes, wie sich jetzt zeigt: Die Österreicher wenden nur rund 60 Prozent der Kosten auf, die die Schweizer Betriebe ausweisen. Die Lohnkosten beispielsweise liegen bei den Österreichern um ein Viertel bis ein Drittel tiefer. Und österreichische Pachtzinsen betragen nur rund 25 bis 30 Prozent dessen, was Schweizer Pächter abliefern müssen.

Fremdkosten nicht gedeckt

Gar um 75 Prozent teurer sind in der Schweiz die Kraftfutterpreise. Schweizer Bauern setzen allerdings wesentlich weniger Kraftfutter ein als die Österreicher. Genau hier aber dürfte der Grund liegen, weshalb die Schweizer teurer produzieren: Indem sie stärker auf Grundfutter (Gras und Heu) setzen, betreiben sie einen höheren Aufwand. Mehr Gras und Heu zu füttern, bedeute nicht nur einen höheren Arbeitszeitaufwand für die Fütterung, sondern auch höhere Maschinenkosten und wegen der Lagerung höhere Gebäudekosten, schreibt Agroscope. Die Forscher empfehlen den Schweizer Bauern deshalb, die Kühe während der Vegetationszeit vermehrt weiden zu lassen, die Produktionsabläufe zu vereinfachen und mit dem überbetrieblichen Einsatz von Maschinen die Wettbewerbsfähigkeit zu steigern.

Obwohl die Schweizer letztes Jahr pro Kilo Milch 5 bis 9 Rappen mehr einnahmen als ihre Kollegen in Österreich und durch die Direktzahlungen noch einmal eine Differenz von 25 bis 35 Rappen pro Kilo entstand, konnten sie ihre Fremdkosten nicht decken. Pro Franken, den die Schweizer für den Verkauf der Milch einnahmen, wiesen sie einen Aufwand von 1.27 bis 1.50 Franken aus. Bei den Österreichern standen einem Franken Erlös 70 bis 75 Rappen Fremdkosten gegenüber. «Produkteerlöse und Direktzahlungen können den Kostennachteil nicht mehr ausgleichen», stellt Agroscope fest. (Berner Zeitung)

Erstellt: 09.11.2011, 08:24 Uhr

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43 Kommentare

Bjoern Gries

09.11.2011, 13:03 Uhr
Melden 47 Empfehlung

Ständige subventionen führen halt einfach zu bequemlichkeit. Schweizer Bauern mögen zwar hart arbeiten, Unternehmertum sucht man aber vergebens. Antworten


Urs Peters

09.11.2011, 14:33 Uhr
Melden 45 Empfehlung

Wer im Bauerndorf wohnt sieht nur herumgekarre mit Monstertraktoren für jede Arbeit ein Apparätli nur Arbeit sieht man keine abgesehen von den Jeep's die von 09.00 Uhr bis 11.30 Uhr vor dem Ochsen stehen Aber hinter dem Rücken immer ein offen Händchen schnell ein Schweinchen Huhn Christbaum oder Eier usw verkaufen ohne Quittung wo ist die Rechtsgleichheit Gleichbehandlung weg mit den Subventionen Antworten




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