Warum Schweizer Milch so teuer ist
Von Susanne Graf. Aktualisiert am 09.11.2011 5 Kommentare
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Mehr Geld für Milchbauern
Die Finanzkommission des Ständerates hat das Bundesbudget 2012 beraten. Geht es nach ihrem Willen, sollen die Milchbauern wie bereits im laufenden Jahr mehr Geld erhalten, als der Bundesrat vorschlägt.
Die Kommission sprach sich mit 6 zu 5 Stimmen dafür aus, die Zulagen für die Milchwirtschaft um 28,7 Millionen auf 297,5 Millionen Franken aufzustocken. Damit wäre eine Zulage für verkäste Milch von 15 Rappen pro Kilogramm gewährleistet. Mit Blick auf die Währungssituation und den Rückgang im Käseexport unterstütze sie dies. Aus dem Budget streichen möchte die Kommission dagegen Gelder für das Bundesverwaltungsgericht. Dieses stellte 600000 Franken für Mitarbeiter ins Budget ein, um Umzugskosten von Bern nach St.Gallen teilweise zu
entschädigen. Die Kommission empfiehlt ihrem Rat mit 9 zu 0 Stimmen bei einer Enthaltung, diese Umzugspauschale zu streichen. Der Umzug sei seit langer Zeit bekannt und müsse nicht entschädigt werden. Damit beantragt die Ständeratskommission ein Budget mit Gesamtausgaben in der Höhe von 64,13 Milliarden Franken. Dies sind rund
32 Millionen Franken mehr, als der Bundesrat vorschlägt.sda
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Während der Milchpreis in der Schweiz stetig sinkt und sich langsam dem EU-Niveau angleicht, bleiben die Produktionskosten unverändert hoch. Die Forschungsanstalt Agroscope in Reckenholz-Täniken verglich nun in einer Studie die Wirtschaftlichkeit der Schweizer Milchviehbetriebe im Hügel- und Berggebiet mit jener des Nachbarlandes Österreich. Sie wählte den Vergleich mit Österreich, weil dessen Bauern seit 1995 zu EU-Bedingungen produzieren und über ähnliche Strukturen und natürliche Bedingungen verfügen wie die Schweizer.
Doch das Kostenumfeld ist ein ganz anderes, wie sich jetzt zeigt: Die Österreicher wenden nur rund 60 Prozent der Kosten auf, die die Schweizer Betriebe ausweisen. Die Lohnkosten beispielsweise liegen bei den Österreichern um ein Viertel bis ein Drittel tiefer. Und österreichische Pachtzinsen betragen nur rund 25 bis 30 Prozent dessen, was Schweizer Pächter abliefern müssen.
Gar um 75 Prozent teurer sind in der Schweiz die Kraftfutterpreise. Schweizer Bauern setzen allerdings wesentlich weniger Kraftfutter ein als die Österreicher. Genau hier aber dürfte der Grund liegen, weshalb die Schweizer teurer produzieren: Indem sie stärker auf Grundfutter (Gras und Heu) setzen, betreiben sie einen höheren Aufwand. Mehr Gras und Heu zu füttern, bedeute nicht nur einen höheren Arbeitszeitaufwand für die Fütterung, sondern auch höhere Maschinenkosten und wegen der Lagerung höhere Gebäudekosten, schreibt Agroscope. Die Forscher empfehlen den Schweizer Bauern deshalb, die Kühe während der Vegetationszeit vermehrt weiden zu lassen, die Produktionsabläufe zu vereinfachen und mit dem überbetrieblichen Einsatz von Maschinen die Wettbewerbsfähigkeit zu steigern . Obwohl die Schweizer letztes Jahr pro Kilo Milch 5 bis 9 Rappen mehr einnahmen als ihre Kollegen in Österreich und durch die Direktzahlungen noch einmaleine Differenz von 25 bis 35 Rappen pro Kilo entstand, konnten sie ihre Fremdkosten nicht decken. Pro Franken, den die Schweizer für den Verkauf der Milch einnahmen, wiesen sie einen Aufwand von 1.27 bis 1.50 Franken aus. Bei den Österreichern standen einem Franken Erlös 70 bis 75 Rappen Fremdkosten gegenüber. «Produkteerlöse und Direktzahlungen können den Kostennachteil nicht mehr ausgleichen», stellt Agroscope fest. (Berner Zeitung)
Erstellt: 09.11.2011, 08:24 Uhr
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5 Kommentare
und warum sind die Bodenpreise bei uns so hoch, wenn man damit nur Geld verlieren kann? Kann es sein, dass die Flächenbeiträge, das bäuerliche Bodenrecht, bäuerliche Spekulation, hohe bäuerliche Vermögen, Korruption bei Einzonungen etc... dazu führen, dass die Bauern immer mehr Vermögen haben und genau deshalb nichts mehr mit der Arbeit verdienen. Ökonomisch eigentlich Grundschule. Antworten
Vielleicht sollte ja weniger Milch produziert werden. Angebot und Nachfrage sollen den Preis bestimmen. Sicher nicht noch die Milchsubventionen erhöhen - dann wird noch mehr produziert und der Butterberg wächst weiter. Also einfach die Subventionen streichen, weniger Milch produzieren. Das führt zu höheren Preisen sobald die Nachfrage grösser ist als das Angebot - und der Butterberg schrumpft. Antworten
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