Warum 45 Bundes-Informatiker ihren Job verlieren
Von Mischa Aebi. Aktualisiert am 24.03.2010 18 Kommentare
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Groteske Situation im Bundesamt für Informatik und Telekommunikation: Noch im Januar und Februar dieses Jahres traten 34 Mitarbeiter neue und zum Teil sogar neu geschaffene Stellen an. Ihren Arbeitsvertrag hatten sie Ende letzten Jahres unterzeichnet. Die Amtsleitung hat letztes Jahr insgesamt 183 neue Stellen aufgestockt, um weniger externe Leistungen einkaufen zu müssen.
Gleichzeitig Stellenabbau
Paradoxerweise befahl aber das Eidgenössische Finanzdepartement ebenfalls im Februar dieses Jahres, den Stellenbestand im Bundesamt für Informatik um ein Prozent zu reduzieren — und zwar bezogen auf den Stellenbestand des letzten Jahres. Der durch diesen Befehl ausgelöste Stellenabbau ist effektiv viel grösser: Tatsächlich müssen bis Ende Jahr nun nicht ein, sondern fast vier Prozent der Mitarbeiter im Bundesamt für Informatik auf Stellensuche.
Denn zusätzlich zu dem einen Prozent abzubauender Stellen muss das Bundesamt für Informatik nun auch jene Stellen aufheben, die es in den letzen Monaten eben erst neu geschaffen und besetzt hat.
Amtssprecher Claudio Frigerio bestätigt: Um die Vorgabe zu erreichen, müsse das Amt 45 der rund 1200 Stellen abbauen.
Verwirrte Mitarbeiter
Unter den Angestellten herrschte letzte Woche Verwirrung: «Niemand verstand, warum plötzlich so viele Stellen abgebaut werden müssen, obwohl bis vor kurzem noch neue Stellen geschaffen wurden», sagt ein Angestellter gegenüber dieser Zeitung. «Fast jeder hatte befürchten müssen, dass es auch ihn treffen könnte.»
Mittlerweile wissen die meisten Bescheid: 41 der 45 Mitarbeiter wurden laut Frigerio teils letzte Woche, teils erst am Montag informiert, dass ihre Stelle aufgehoben wurde. Laut Frigerio wird die Amtsleitung ein Jobcenter einrichten. Es soll die 45 Betroffenen bei der Stellensuche unterstützen. Der Amtssprecher versucht zu beschwichtigen: «Wir werden nur dann jemandem kündigen, wenn alle unsere Bemühungen scheitern, eine neue Stelle zu finden.»
Ins Handwerk gepfuscht?
Der Grund, warum es zu dieser absurden Situation einer Stellenaufstockung mit fast gleichzeitiger Stellenstreichung kam: Das Parlament hatte letztes Jahr beschlossen, dass alle Departemente die Lohnsumme im Schnitt um ein Prozent kürzen müssen. Wie dieses Ziel im Einzelnen erreicht werden soll, überliess der Gesamtbundesrat den Departementschefs.
Beim Bundesamt für Informatik war man felsenfest überzeugt, den Willen des Parlaments nicht über einen Stellenabbau erfüllen zu müssen: «Die Leitung des Bundesamtes für Informatik ging davon aus, dass sie die Sparvorgabe nicht über eine Stellenreduktion vollziehen muss, sondern über das Globalbudget», sagt Frigerio. Denn das Bundesamt für Informatik sei ein sogenanntes Flag-Amt.
Flag heisst Führung mit Leistungsauftrag und Globalbudget. Wie viel Geld das Amt für Löhne ausgibt, wie viel für Infrastruktur und wie viel für externe Aufträge, ist Amtsleitung en von Flag-Ämtern grundsätzlich selber überlassen – solange sie unter Einhaltung des Budgets die geforderte Leistung erbringen. Dies im Gegensatz zu den «gewöhnlichen» Ämtern.
Amtssprecher Frigerio betont: «Aus diesem Grund wurden auch Anfang 2010 noch neue Mitarbeitende zur Erfüllung der anstehenden Aufgaben rekrutiert», und er versichert: «Bis im Februar war kein konkreter Hinweis auf eine Stellenreduktion ersichtlich.» (Berner Zeitung)
Erstellt: 24.03.2010, 15:16 Uhr
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18 Kommentare
Outsourcing, man vergibt Aufträge für 15 Mio. CHF an Private. Oh Wunder diese privaten IT-Firmen sind nicht in der Lage Frist und Budget einzuhalten. Plötzlich kostet das Projekt 67 Mio. CHF. Aus Erfahrung weiss ich, dass solche Bundes IT-Projekte zu hauf gibt. Und da will Einer noch glaubhaft erklären, dass es für 45 BIT-Mitarbeiter kein Geld mehr hat, wenn für Externe das Geld locker sprudelt. Antworten
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