Schweiz
Verbaler Amoklauf von Bignascas Sohn
Boris Bignasca: Wie der Vater, so der Sohn.
Anderen Staatsanwälten warf der 22-jährige Student der Rechtswissenschaften Mediengeilheit, Untätigkeit und inakzeptable Einmischung in die Politik vor. Bignasca junior, der Sohn von Parteipräsident Giuliano, stiess sich zudem daran, dass zur Nachfolge von Maghetti mit Clarissa Torricelli bloss eine Kandidatin zur Wahl stand. Zwei andere Kandidaten hatten zuvor ihren Verzicht auf das Amt bekannt gegeben.
Die Ratsherren schlagen zurück
Der Grosse Rat lehnte Bignascas Antrag auf Vertagung des Traktandums mit 56 zu 16 Stimmen ab. Torricelli wurde in einer stillen Wahl zur Staatsanwältin befördert. Dazu lasen Vertreter der FDP, CVP, SP und der Grünen Bignasca, dem jüngsten Mitglied des Parlamentes, die Leviten.
FDP-Grossrat Jacques Ducry, ein ehemaliger Staatsanwalt, verglich die Methoden der Lega mit einer Diktatur. Am Rednerpult würden systematisch Leute verunglimpft, die sich nicht wehren könnten. Ducry verlangte von Ratspräsident Norman Gobbi (Lega) Sanktionen, falls sich in Zukunft Abgeordnete wiederum des «Wortmissbrauchs» schuldig machen sollten. (cpm/sda/)
Erstellt: 02.12.2008, 11:49 Uhr
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