Umweltverbände wollen Abschuss der Wölfe verhindern
Aktualisiert am 19.08.2009 3 Kommentare
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Das «Wolfskonzept Schweiz» sei «klar zu Ungunsten» der Wölfe interpretiert worden, begründeten die Umweltorganisationen ihren Entscheid in einem gemeinsamen Communiqué. Nur bei den wenigsten Wolfsangriffen seien die gerissenen Schafe nämlich effizient geschützt gewesen.
Im Falle des Wolfes im Walliser Val des Dix sei der Schutz zwar ausreichend gewesen. Die Verkettung unglücklicher Umstände - 1. August-Feuerwerk hatte die Schafe dermassen erschreckt, dass sie aus der Umzäunung ausgebrochen waren - habe aber letztlich zum Unglück geführt.
«Unglaubwürdige» Anwendung des Wolfskonzepts
«Dass ein solcher Zufall genügt, um einen Wolf zum Abschuss frei zu geben, macht das Wolfskonzept des Bundes unglaubwürdig», wird Mirjam Balmer, Projektleiterin Naturschutzpolitik bei Pro Natura, in der Mitteilung zitiert.
Gegen die Abschussbewilligung des Wolfes im Walliser Val d'Illiez wollen die Umweltverbände insbesondere rekurrieren, weil die Behörden «ad hoc neue Kriterien für die Beurteilung des Falles aus dem Hut gezaubert haben», erklärte Kurt Eichenberger, Projektleiter Biodiversität beim WWF Schweiz.
Die Verantwortlichen hätten plötzlich zwischen «gut geschützten» und «mittelmässig geschützten» Schafen unterschieden. «Und das in einem Gebiet, das seit Jahren von Wölfen heimgesucht wird. Das geht so nicht.»
Zwischen dem 15. Mai und dem 4. August sind im Val d'Illiez laut Eichenberger insgesamt 97 Schafe von einem Wolf gerissen worden. Davon seien gerade mal 8 Tiere gut geschützt gewesen.
Keine aufschiebende Wirkung
Sowohl im Wallis als auch in Luzern haben die Behörden eventuellen Rekursen gegen die Abschussentscheide die aufschiebende Wirkung entzogen. WWF und Pro Natura werden deshalb bei der Einreichung der Rekurse beantragen, dass die aufschiebende Wirkung bis zum Rekurs-Entscheid wieder hergestellt wird.
Auch ohne Rekurse haben die zum Abschuss freigegebenen Wölfe Überlebenschancen. Sie haben sich in den letzten Tagen rar gemacht. «Seit 10 Tagen haben wir keinen gesicherten Hinweis mehr auf die Präsenz des Wolfes im Entlebuch», sagte der Leiter der Luzerner Abteilung für Fischerei und Jagd, Josef Muggli, auf Anfrage.
Diskrete Raubtiere
«Der Wolf hat eine Feindvermeidungsstrategie entwickelt, die einen Abschuss schwierig machen», so Muggli. Gleich tönt es von Mugglis Amtskollege im Wallis. Es habe seit der Abschussbewilligung nur noch vereinzelte Risse gegeben, sagte Peter Scheibler. Die Wölfe seien wegen der Präsenz der Wildhüter sehr diskret geworden.
Die Wildhüter haben ab Erteilung der Abschussbewilligung 60 Tage Zeit, die Raubtiere zu schiessen. In Luzern läuft die Frist am 19. September aus, im Wallis am 6. Oktober. Seit 2000 wurden in der Schweiz sieben Wölfe zum Abschuss freigegeben. Effektiv erlegt wurden fünf.
Um den langfristigen Schutz der Raubtiere zu verbessern, fordern WWF und Pro Natura die Schafsömmerung anzupassen. So sollen Herdenschutzmassnahmen künftig als Voraussetzung für Direktzahlungen gelten.
Die Behirtung mit Herdenschutz solle finanziell gefördert werden. Dazu sollen etwa die Subventionen für den so genannten «freien Weidegang» kleiner Herden zugunsten von grösseren Herden umgelagert werden. «Nur bei grossen Herden reichen die Sömmerungsbeiträge, um einen effizienten Herdenschutz zu ermöglichen», erklärte Kurt Eichenberger, Projektleiter Biodiversität beim WWF Schweiz. (bru/sda)
Erstellt: 19.08.2009, 13:13 Uhr
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3 Kommentare
Wieviele Schafe verenden wohl pro Jahr durch Verletzungen (Brüche usw.), Krankheit und vor allem Abstürze? . Jawohl, Subventionen streichen ist das einzig Richtige. Subventionen gibt es nur mit Herdenschutz, aber bitte alles möglichst ohne Aufblähung der Verwaltungen....! Subventionen sind Unnütz, wo bleibt da die freie Marktwirtschaft? Subventionen=viele Schafe, das ist zu einfach. Antworten
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