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Ueli Maurer - Unterwegs im Dienste der Partei

Aktualisiert am 28.11.2008

Mit Ueli Maurer nominiert die SVP einen Mann, der sich stets bedingungslos und engagiert in den Dienst der Partei stellte.

Der 58-Jährige aus dem zürcherischen Wernetshausen hatte oft Erfolg, häufig mit umstrittenen Methoden und markigen Worten.

Das neue Amt sei für ihn kein Abstieg, sondern ein Auftrag, sagte Ueli Maurer, als er am 19. August 2008 zum Präsidenten der SVP Kanton Zürich gewählt worden war - er, der zuvor elf Jahre lang die nationale Partei präsidiert hatte.

Bei einer Wahl in den Bundesrat würde Maurer an dem Ort triumphieren, an dem er eine seiner bittersten Niederlagen als SVP- Präsident hinnehmen musste: im Bundeshaus, wo Christoph Blocher im Dezember 2007 als Bundesrat nicht wieder gewählt wurde. Sein Rücktritt als Präsident der SVP Schweiz hing damit allerdings nicht zusammen. Er hatte ihn bereits im Oktober 2007 auf Frühling 2008 angekündigt.

Rückzug war von kurzer Dauer

Für kurze Zeit entstand der Eindruck, Maurer wolle sich aus dem Politrampenlicht zurückziehen, lediglich sein Nationalratsmandat wahrnehmen sowie als Kommunikationsberater und Präsident der Schweizer Gemüseproduzenten arbeiten.

Als die SVP unter seinem Nachfolger Toni Brunner einen Zickzackkurs einschlug, sah Maurer die Möglichkeit - oder Notwendigkeit - als Präsident der Zürcher SVP wieder «nationaler Taktgeber» zu werden.

Maurers Politkarriere begann 1978 im Gemeinderat von Hinwil. 1983 schaffte er die Wahl in den Zürcher Kantonsrat, den er 1990/91 präsidierte. 1991 wurde er in den Nationalrat gewählt. Von 1996 bis März 2008 präsidierte er die SVP Schweiz.

Als der damals 45-Jährige das Präsidium übernahm, wurde er als ergebener Gefolgsmann Christoph Blochers belächelt. Er trat aber aus dessen Schatten und führte die SVP auf den Weg des Erfolgs. 1996 lag die SVP beim Wähleranteil an letzter Stelle der vier Bundesratsparteien. 2007 konnte sie ihren Wähleranteil fast verdoppeln - auf rund 29 Prozent.

Gespür für delikate Themen

Denn in der Bevölkerung kam die SVP mit ihrer rigiden Politik und ihrem unverblümten, häufig rüden Ton gut an. Maurer und seine Führungscrew hatten ein erstklassiges Gespür für delikate Themen, die von den anderen Parteien gern gemieden wurden.

Zwar musste Maurer auch Rückschläge hinnehmen, die ihn aber nicht aus dem Tritt brachten. 1991 kandidierte er erfolglos für den Zürcher Regierungsrat. 2007 unterlag er bei den Ständeratswahlen der Grünliberalen Verena Diener.

Auf Kollisionskurs

Nicht nur gegen aussen, auch innerhalb der SVP steuerte Maurer häufig einen Kollisionskurs. Von seiner Versicherung unmittelbar nach seiner Wahl, er traue sich durchaus zu, integrativ zu wirken, war kaum etwas zu spüren. Wer nicht spurte, konnte gehen. Immer wieder quittierten unzufriedene SVP-Exponenten ihre Mitgliedschaft.

Die ehemaligen SVP-Mitglieder Samuel Schmid und Eveline Widmer- Schlumpf bezeichnete Maurer als Blinddärme, die man entfernen müsse. Dessen ungeachtet attestieren ihm manche Bundesparlamentarier ein «anderes Gesicht» - das Gesicht eines umgänglichen, konkordanzfähigen Politikers.

Maurer wuchs als Bauernsohn in Hinwil im Zürcher Oberland auf, schloss eine kaufmännische Lehre ab, erwarb das Buchhalterdiplom und wurde Geschäftsführer der Landwirtschaftlichen Genossenschaft Hinwil-Bauma. 1994 übernahm er die Geschäftsführung des Zürcher Bauernverbandes. Maurer ist 58 Jahre alt, verheiratet und Vater von sechs Kindern. (bru/sda)

Erstellt: 28.11.2008, 14:04 Uhr

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