UBS und CS braucht es nicht
Träumt von einer Fusion der Kantonalbanken: Der ehemalige Präsident des Kantonalbankenverbands, Paul Nyffeler.
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In einem Interview mit der «Basler Zeitung» sagte Paul Nyffeler, die Gier sei in den letzten Jahren zu stark gefördert worden. Vor dem Hintergrund von Boni-Exzessen und dem angeblichen Kampf um Talente sagte der 71-Jährige: «Es gibt zwar Talente. Aber was haben diese Talente angerichtet?»
Die Gewinne, welche die Investment-Banken jetzt erwirtschafteten, seien Gewinne, die im Handel mit Staatspapieren um kleinste Margen erzielt würden. Es gehe um Obligationen, deren herausgebende Staaten hoch verschuldet seien. «Meiner Meinung nach grenzt das an Raub am Volk.»
Inländische Versorgung ist sichergestellt
Die beiden globalen Player UBS und CS brauche es nicht unbedingt: «Die inländische Versorgung wäre auch ohne sie sichergestellt», erklärte der zurückgetretene Kantonalbanken-Präsident. Er schränkte allerdings ein, dass die wichtige Exportindustrie darauf angewiesen sei, dass sie aus der Schweiz heraus ein globales Banking beanspruchen könne.
Nyffeler, früherer Chef der Basellandschaftlichen Kantonalbank und seit 2004 für den VSKB tätig, blickt auch selbstkritisch auf die Kantonalbanken. So sei es nicht gelungen, eine gemeinsame Informatikfirma zu etablieren.
Eine gemeinsame Privatbanken-Tochter sei eine Illusion gewesen und werde wohl eine bleiben. Zudem sei er nach wie vor überzeugt, dass eine Fusion von Kantonalbanken sinnvoll wäre.
Die Kantonalbanken seien aber nicht Verursacher der Finanzkrise, betonte Nyffeler an der Generalversammlung in Bern. Im Gegenteil, die Kantonalbanken trügen auf vielfältige Weise zur wirtschaftlichen Stabilisierung bei.
Druck nach Krise
Als Folge der Krise sei eine wahrhafte Regulierungswelle über die Finanzinstitute hereingebrochen und auch die Angriffe aufs Bankgeheimnis würden nicht folgenlos bleiben, sagte Nyffeler laut Redetext. Der Wettbewerb auf dem Heimmarkt werde sich intensivieren und die Margen unter Druck kommen.
Um diese Probleme wird sich Nyffelers Nachfolger Peter Siegenthaler kümmern müssen. Der langjährige Direktor der Eidgenössischen Finanzverwaltung war bereits im vergangenen Dezember per 1. Juli in das Amt gewählt worden. (mt/sda)
Erstellt: 28.05.2010, 15:38 Uhr
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