Supermann, dringend gesucht
Von Martin Furrer. Aktualisiert am 03.09.2011 11 Kommentare
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Der Job, den die Eidgenossenschaft mit 304'884 Franken Jahresgehalt vergütet, ist nicht ohne. Der Nachfolger von Alard du Bois-Reymond – der Chef des Bundesamtes für Migration (BFM) wurde von Justizministerin Simonetta Sommaruga diese Woche per Ende Oktober entlassen – wird hart arbeiten müssen, nachdem er sein Büro im BFM-Hauptsitz in Wabern bei Bern bezogen hat.
Rund 700 Mitarbeitende muss er führen. Mit Bundesräten und Parlamentariern soll er Kontakt halten. Sein Amt hat zu entscheiden, wer im Asylverfahren Schutz vor Verfolgung erhält. Es ist zudem für Einbürgerungen zuständig, für den freien Personenverkehr mit der EU und die Integrationspolitik.
Die Aufgabe, vor allem im Asylbereich, sei «politisch äusserst exponiert». Sie stelle «physisch wie psychisch höchste Anforderungen», konstatierte der Bundesrat schon 1997. Damals brach Urs Scheidegger, Flüchtlingsamts-Direktor, unter der Last der Verantwortung zusammen. Justizminister Arnold Koller erteilte ihm gar öffentlich eine Rüge, nachdem Scheidegger unter Alkoholeinfluss einen Autounfall verursacht hatte. Der Glücklose, angefeindet von allen Seiten, hielt sich bloss drei Jahre im Sessel.
Belastbarkeit und Konfliktfähigkeit
Sein Vorgänger Peter Arbenz, 1986 erster «Delegierter des Bundesrates für das Flüchtlingswesen», stand nüchtern sieben Jahre durch. Den Linken galt der Freisinnige als Hardliner; nach seiner Demission erhielt er aber einen Preis der «Stiftung gegen Rassismus» als «Anerkennung dafür, dass auch schwierige Aufgaben menschlich gelöst werden können». Auch die BFM-Chefs Jean-Daniel Gerber (1997 bis 2004) und Eduard Gnesa (2005 bis 2009) machten immer wieder Schlagzeilen: Mal wurden sie geprügelt, weil sie zu weich seien, mal tadelte man sie für ihre Härte.
Einstecken, aber auch austeilen muss können, wer das BFM leiten will. Gesucht ist, wie es der Bundesrat in einer früheren Stellenausschreibung formulierte, eine «starke, belastbare Persönlichkeit mit Führungseigenschaften und Durchsetzungsvermögen sowie Kommunikations- und Konfliktfähigkeit». Doch was genau soll die Person mitbringen?
Köpfchen und Charisma
«Der Neue sollte gute Beziehungen zu den Kantonen haben», sagt Nationalrat Gerhard Pfister (CVP, ZH), «und er braucht die Rückendeckung der Departementschefin. Die Parteizugehörigkeit ist egal.» Philipp Müller (FDP, AG) pflichtet ihm bei: «Der künftige BFM-Chef darf nicht nach politischen Kriterien gewählt werden, gerade weil das Asylwesen schon verpolitisiert ist.» Er dürfe sich auch «nicht links oder rechts anbiedern, er muss die BFM-Mitarbeiter motivieren und wieder zu einem Team zusammenschweissen».
Auch auf linker Seite ist man sich einig: «Das Parteibuch», sagt Silvia Schenker (SP, BS) «ist nicht relevant: Gefragt sind Sozialkompetenz und Mitgefühl für Menschen in schwierigen Lebenslagen.» Beat Meiner, Generalsekretär der Schweizerischen Flüchtlingshilfe, sagt: «Wichtig sind Standfestigkeit und Management-Qualitäten.» Für Peter Arbenz schliesslich ist klar: «Es braucht», sagt der Winterthurer zur BaZ, «einen Akademiker, der die Schweizer Politik kennt, der Charisma hat und Überzeugungskraft, auch diplomatisches Geschick für internationale Verhandlungen wäre nicht schlecht.»
Dringend gesucht ist mit anderen Worten nicht weniger als ein Supermann – es darf natürlich auch eine Superfrau sein. (Basler Zeitung)
Erstellt: 03.09.2011, 15:24 Uhr
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11 Kommentare
Empfehlenswert ist jemand der sich in ERSTER LINIE einmal um das DESASTER im Inland kümmert, bevor sich Unruhen im CH-Volk ausbreiten und sich die Gewalt verselbständigt, Frau BR Sommaruga!
Wir haben bereits genug Unruhen (Brandanschläge u. Gewalt gegen Personen). Ich wäre froh das nicht erleben zu müssen!
Ganz nebenbei, CH-Bürger haben NICHT zu Gunsten von Asylanten ihre Wng. zu räumen!!
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Empfehlenswert ist jemand der sich in ERSTER LINIE einmal um das DESASTER im Inland kümmert, bevor sich Unruhen im CH-Volk ausbreiten und sich die Gewalt verselbständigt, Frau BR Sommaruga!
Wir haben bereits genug Unruhen (Brandanschläge u. Gewalt gegen Personen). Ich wäre froh das nicht erleben zu müssen!
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