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«Schweizer Frauen sind komisch»

Aktualisiert am 16.01.2011 155 Kommentare

Ueli Maurer und das weibliche Geschlecht: In einer Rede schoss sich der Bundesrat erneut auf waffenkritische Frauen ein. In der Sonntagspresse rechtfertigt er seine Aussagen.

Ist davon überzeugt, dass viele Schweizer Frauen die falschen Männer heiraten: Ueli Maurer an der SVP-Delegiertenversammlung am Samstag.

Ist davon überzeugt, dass viele Schweizer Frauen die falschen Männer heiraten: Ueli Maurer an der SVP-Delegiertenversammlung am Samstag.
Bild: Keystone

Artikel zum Thema

«Das Thema gehört nicht zu meinem Kerngebiet»: Felix Gutzwiller äussert sich nicht zur Waffeninitiative.

Gutzwiller liefert den Befürwortern Aufwind

Er lieferte den Befürwortern der Waffenschutzinitiative die Munition, die an der Urne den Ausschlag geben könnte: Felix Gutzwiller, Zürcher FDP-Ständerat, Präventivmediziner und Oberst im Armeestab, ist Co-Autor einer Studie der Universität Zürich, die bewiesen hat, dass zwischen der Anzahl Suizide und der Verfügbarkeit von Schusswaffen ein direkter Zusammenhang besteht. Trotzdem geht Gutzwiller jetzt im Abstimmungskampf zur Waffenschutzinitiative in Deckung. «Ich äussere mich nicht zu dieser Initiative», so der Ständerat auf Anfrage der Zeitung «Sonntag». «Das Thema gehört nicht in mein Kerngebiet».

Stichworte

In seiner Rede vor den SVP-Delegierten in Emmenbrücke, Kanton Luzern, schoss sich Bundesrat Ueli Maurer gestern Samstag einmal mehr auf die mehrheitlich waffenkritischen Frauen ein: «Ich habe den Eindruck, wir haben in der Schweiz komische Frauen. Sie heiraten Verbrecher, und kaum sind sie verheiratet, werden sie von morgens bis abends mit einer Waffe durch die Wohnung gejagt», sagte Maurer wörtlich in seiner Rede.

Im Interview mit der Zeitung «Der Sonntag» verteidigt Maurer seine Aussage zu den komischen Frauen: «Dieser Eindruck entsteht, wenn man in den Medien die Berichterstattung über die Abstimmung zur Waffenschutzinitiative verfolgt». Da wimmle es nur so von Frauen, die Angst hätten vor Waffen und sich permanent bedroht fühlten. Seiner Meinung nach entspräche es nicht der Realität. «Aber es entsteht der Eindruck, Schweizer Frauen sind komisch», sagt Maurer.

«Es gibt auch Frauen, die keine Angst haben»

Der Bundesrat kritisiert aber auch die einseitige Darstellung der Frauen in den Medien: «Es gibt auch Frauen, die keine Angst vor Waffen haben, für die Waffen Schutz und Sicherheit bedeuten», sagt er. In seinem Umfeld würden sich die Frauen jedenfalls ganz selbstverständlich gegen die Entwaffnung des Bürgers wehren. In den Medien kämen diese Frauen aber leider fast gar nicht vor.

Es ist nicht das erste Mal, dass Maurer die Frauen bei der Debatte um die Waffenschutzinitiative verärgert. Nach dem ersten Mal erhielt er Post von einem Frauenhaus, wie SP-Nationalrätin Chantal Galladé weiss. So hat ein Frauenhaus Ueli Maurer zu einem Besuch eingeladen, nachdem er gesagt hat, dass Frauen nichts von Waffen verstünden. Geantwortet habe er bis anhin noch nicht, sagt Galladé. (mrs)

Erstellt: 16.01.2011, 10:28 Uhr

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155 Kommentare

stephan schwan

17.01.2011, 14:48 Uhr
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Wenn Herr BR Maurer anstelle den schiesswütigen Männern den Frauen die Schuld gibt, weil sie den falschen Mann geheiratet haben, ist das eine gleich verquere Logik wie das Argument, durch die Initiative würde keine Gewalttat verhindert, weil die Täter halt mit dem Messer kämen, was zu verstehen mir nicht gelingt, wahrscheinlich bin ich nicht blöd genug dafür! Antworten


Ursula Biederman

17.01.2011, 12:00 Uhr
Melden

Maurer soll demissionnieren, solche Aussagen sind ein Skandal! Antworten



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