Schweizer Armee ist zahlungsunfähig

Die finanzielle Situation der Armee ist desolat. Laut Armee-Chef André Blattmann fehlt das Geld, um bestelltes Material zu bezahlen. Er ruft alle Armeeangehörigen auf, zu sparen.

«Jeder muss sich fragen, ob er wirklich das teurere Dienstfahrzeug braucht»: André Blattmann.

«Jeder muss sich fragen, ob er wirklich das teurere Dienstfahrzeug braucht»: André Blattmann.
Bild: Keystone

Armee-Chef André Blattmann hat es am Jahresrapport der Höheren Kaderausbildung am Armeeausbildungszentrum in Luzern sanft ausgedrückt: Er sei in derselben Situation wie jener Vater, der vor Weihnachten per Versandkatalog die Wünsche der Kinder erfüllt habe und am Weihnachtsabend dann aber nicht wisse, von wem und wie das alles zu bezahlen sei.

Seine Botschaft an die rund 250 hohen Offiziere war laut der «Zentralschweiz am Sonntag» aber klar und deutlich: «Wir haben in den letzten Jahren viele Rüstungsbeschaffungen bewilligt und bestellt. Jetzt treffen die Waren ein, doch mit dem vorliegenden Budget können wir das bestellte Material gar nicht bezahlen.» Die Armee kann also ihre Rechnungen nicht mehr begleichen.

Kein Geld für Benzin

Schon seit Längerem touren Blattmann und Verteidigungsminister Ueli Maurer durch die Schweiz, um auf die desolate finanzielle Situation der Armee aufmerksam zu machen: Verlotternde Liegenschaften, zu wenig Material oder Benzin, kein Geld für neue Kampfjets. Blattmann geht mittlerweile so weit, dass er von jedem einzelnen Offizier Sparwillen und Kostenbewusstsein fordert: «Jeder muss sich fragen, ob er wirklich das teurere Dienstfahrzeug braucht oder ob es das günstigere nicht auch tut», sagt er in der «Zentralschweiz am Sonntag»

Es sei zudem nicht nötig, dass jeder immer Zugang zum Internet habe. Kreative Sparvorschläge sind im Verteidigungsdepartement willkommen und werden honoriert. So lobte Blattmann jenen VBS-Mitarbeiter, der im Dezember für seine Sparidee eine Prämie von 11’000 Franken in Empfang nehmen durfte. Dieser schlug eine neue Lösung für die Runderneuerung der Schützenpanzer-Reifen vor. Dank der Aufgummierung der Reifen könnten jetzt 1,8 Millionen Franken pro Jahr gespart werden, erklärt Blattmann. (cha)

Erstellt: 18.01.2010, 11:17 Uhr

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8 Kommentare

Marc Peter

19.01.2010, 06:39 Uhr
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Nun ist es an der Zeit das Spielzeug der Offiziere auf Halde zu legen. Das ganze Indianer-Spiel ist zu teuer. Darum weg damit. Antworten


Beat Berner

18.01.2010, 22:36 Uhr
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Die Armee tut so überrascht.-Dass dies soweit kommen wird hat man vor zwei Jahren bereits gesehen. Aber auch Herr Blattmann fand es nicht nötig, wie bsp. bei den Instr. Fahrzeugen zu sparen. Jeder Betrieb hat seine "Budenautos" nur bei der Armee braucht jeder BM ein Chefauto.Wie ein Vorschreiber bereits geschrieben hat, sind die Löhne auch bei den BM & ZM viel zu hoch,Leistung&Lohn passt da nicht Antworten


Hans Abbühl

18.01.2010, 20:35 Uhr
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Das VBS ist das einzige Departement, wo die Sparschraube wirklich angezogen wurde. Vergleichen wir doch einmal diese 5 oder 6 Milliarden mit den Summen im EDA oder mit den 60 Milliarden, die wir für das Gesundheitsunwesen ausgeben, wo man mit Leichtigkeit 10% sparen könnte. Antworten


michael Peric

18.01.2010, 18:26 Uhr
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Was ist nur aus der Schweiz geworden? Bankgeheimniss? - den Bach runter! Regierung? - das war einmal! Militär? -pleite! Franken? -war bis zum IWF ein reeller Wert! Jetzt nur noch in die Eu, und es ist Weihnachten und Ostern zusammen. Dann brauchen wir auch kein Klopapier mehr, denn wir bekommen den TEuro. Ich hab mir das 21Jh. vor 20 Jahren etwas anders vorgestellt! Antworten


peter militar

18.01.2010, 17:34 Uhr
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wir sollten vielleicht erst mal zu unsern ureigenen interessen schauen:dazu gehört auch das militär.und die post,die postautos, die schifffahrt, erst dann all die millionen an zugezogene.. Antworten


Tom Forler

18.01.2010, 13:29 Uhr
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Was bitteschön macht die Armee mit all den Milliarden die sie jährlich bekommt? Ich kanns einfach nicht fassen... steckt da jetzt etwa ein System dahinter, indem man behauptet, die Armee wäre Pleite, um noch mehr Geld zu bekommen? Anstatt immer mehr Steuergelder reinzubuttern, sollte man die Armee am besten gleich abschaffen! Antworten


Heinz Lehmann

18.01.2010, 12:39 Uhr
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Dann wäre ja der richtige Zeitpunkt gekommen: Pfändung und Konkurs! Dann sind wir den unsinnigen Verein los. Antworten


ruedi lanz

18.01.2010, 11:26 Uhr
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Und jeder Militärkopf, einschliesslich Herr Blattmann, soll sich mit einem Höchstgehalt von 10'000 Franken im Monat zufrieden geben. Das ist immer noch ein fürstliches Gehalt bei freier Kost und Logis und kostenlosen Transportkosten! Antworten



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