Schweiz weist Ex-Polizisten nach Italien aus

Nach der Ablehnung seines Asylantrags in der Schweiz wird ein ehemaliger chinesischer Polizist nach Italien abgeschoben. Der Uigure war Zeuge von schrecklichen Vorkommnissen in einer Haftanstalt.

Wird ausgeliefert: Nijiati Abudureyimu. (Bild: InfoSud)

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Als Mitglied einer Sondereinheit hatte der ausgewiesene Mann in der Provinz Xinjiang Häftlinge im Todestrakt begleitet und wurde dabei nach eigenen Angaben Zeuge von Organhandel. Laut einem Bericht der Zeitung «Le Temps» vom Mittwoch war der Uigure 2007 aus China nach Europa geflohen. Nach Aufenthalten in Italien und Norwegen reiste er im November 2009 illegal in die Schweiz ein und lebte in einem Asylbewerberheim im Kanton Neuenburg.

Der Neuenburger Regierungsrat Frédéric Hainard bestätigte auf Anfrage, dass der Mann am Dienstagmorgen verhaftet worden sei. Laut einem Sprecher des Bundesamtes für Migration (BFM) soll er noch am heutigen Donnerstag nach Italien ausgeschafft werden, wo er zuerst eingereist war.

Der Flüchtling war nach eigenen Angaben von 1993 bis 1997 Zeuge von schrecklichen Vorkommnissen in einer Haftanstalt in Urumqi, der Hauptstadt von Xinjiang. Die autonome Region im Nordwesten Chinas wird mehrheitlich von muslimischen Uiguren - einer ethnischen Minderheit - bewohnt.

Organe nach der Exekution entfernt

Den Häftlingen seien noch vor dem klinischen Tod Herz, Nieren und Augen entfernt worden, um sie später zu verkaufen, sagte der Asylbewerber bei seiner Befragung durch die Migrationsbehörden in der Schweiz. Ein Auszug aus dem entsprechenden Protokoll wurde von «Le Temps» publik gemacht.

Der Ex-Polizist berichtet darin von einer bis neun Exekutionen pro Monat. Dabei würden die zum Tode Verurteilten jedoch nur angeschossen. Anschliessend fahre man die schwerverletzten Gefangenen in einer Ambulanz ins Spital und entnehme ihnen die Organe.

Er sei aus der Polizeieinheit ausgetreten, weil er die Arbeit nicht mehr ertragen habe. Nach der Kündigung habe man ihm schwere Konsequenzen angedroht, sollte er über das Erlebte sprechen. Gemäss «Le Temps» fühlt er sich auch in Europa durch chinesische Agenten bedroht. (sam/sda)

Erstellt: 29.07.2010, 08:26 Uhr

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27 KOMMENTARE

Hans Christian Müller

30.07.2010, 11:53 Uhr

@Willi Amman: Die Asylpraxis der Schweiz hat im Grundsatz mit Schengen nichts zu tun. Es ist verwerflich, einige Hundert von Millionen Geschändeten aufzunehmen, der Welt zu zeigen, wieviel dies pro Kopf der Bevölkerung ausmache und mit den korrupten Systemen, die wieder von andern Mächten aus Kalkül gestützt werden, zu kooperieren. Das ganze wird mit Bällen für Kinder und solchem Unfug kaschiert.


Willi Ammann

29.07.2010, 16:47 Uhr

Wer sich über die Ausweisung des Uiguren aufregt und die Asylpraxis der Schweiz kritisiert hat wohl anlässlich der Volksabstimmung über den Beitritt der Schweiz zum Schengenabkommen ein JA in die Urne gelegt -oder ist der Abstimmung ferngeblieben. Gemäss diesem Abkommen kann ein Asylant der bereits in einem Schengenland einen Asylantrag gestellt hat dorthin zurückgeschafft werden.


Peter Waldner

29.07.2010, 16:33 Uhr

Es gibt auch für "berechtigte" Flüchtlinge einen legalen Weg, nach Europa und in die Schweiz einzureisen. Und einen illegalen. Wer - egal, wie "berechtig" seine Flucht war - bewusst den illegalen Weg wählt und so demonstriert, dass er nicht gewillt ist, sich an die hier geltenden Gesetze zu halten, darf er nicht geschont werden. Iltalien und Norwegen waren ihm nicht gut genug; wählerischer Mann!


Hans Christian Müller

29.07.2010, 16:12 Uhr

Ja, die Asylpraxis in der Schweiz ist eine unsaubere Geschichte: Unter dem Stichwort "humanitäre Tradition" gibt sie vor, mit der Aufnahme von 0/00-en geschändeter Menschen gutes zu bewirken. Auch wwenn dies im Rahmen internationaler Regelungen geschieht, muss es aufs schärfste verurteilt werden. Ihr wolltet Mitsprache in der UNO, also wirkt dort endlich im Wohle aller gegen die Weltkorruption.


Hans Christian Müller

29.07.2010, 15:31 Uhr

Es gibt in der Schweiz noch genügend Spitzenpolitiker, Magistraten und Politstars, die ihre Karriere im linken Spektrum auf der "Mao-Bibel" aufgebaut haben. Spätestens 2005 (Erscheinen des Buches "MAO" von Jung Chang und Jon Halliday) hätten diese sich in aller Stille und mit Reue von der Politszene verabschieden müssen, damit ihre äussere "Würde" auch als eine innere, echte erkannt werden könnte


Thomi Horath

29.07.2010, 15:13 Uhr

"Gemäss «Le Temps» fühlt er sich auch in Europa durch chinesische Agenten bedroht. " und jetzt auch die Schweizer Behörden.... Die Schweiz ist sehr abhängig geworden, so wie's aussieht.


cristiano safado

29.07.2010, 14:59 Uhr

In diesem Fall wäre die Bewilligung des Asylgesuches sicherlich richtig gewesen, denn Italien ist für jeden Asylbewerber ein unsicheres Land. Würde er aus Italien nach China (und mehrere andere Länder) ausgeschafft, riskiert er tatsächlich den Tod. Interessant wäre deshalb zu wissen, weshalb ihm unter diesen Umständen das Asylrecht nicht zugebilligt wurde.


Rene Tschudi

29.07.2010, 13:08 Uhr

@Sandor Megyessy: dem kann ich mich nur anschliessen.


Hans Ulrich Suter

29.07.2010, 13:01 Uhr

Ich gehe davon aus, dass nahezu alle von den "Flüchtlingen" erzählten Geschichten reine Märchen sind. Ob es in diesem Fall ausnahmsweise stimmt kann ich nicht sagen, ich erinnere aber daran, dass die letzte von den Medien präsentierte Tibetanerin, irgendeine adoptierte Vietnamesin oder so ähnlich war....Also, Alles Lüge!


Stef Schmutz

29.07.2010, 12:18 Uhr

@Walter Kuhn: Er wird ja nicht nach China abgeschoben sondern zurück nach Italien, das gemäss dem Dubliner Abkommen als Erststaat für sein Asylverfahren zuständig ist.


Paul Rohner

29.07.2010, 12:09 Uhr

Da nimt unsere Regierung zwei Uiguren im Jura auf.Ist jetzt dem Letzten klar,dass diese ungerechter Weise von den Amerikanern verhaftet und unter Menschenunwürdigen Verhältnissen eingesperrt waren.Jetzt wo ein Uigure wichtige Hinweise über Chinesische Machenschaften geben kann,wird dieser ausgewiesen,um ja nicht die Chinesen zu verärgern.Einfach Hosen.....sserei, oder wie soll ich dem sagen.


Antoine Zgraggen

29.07.2010, 12:06 Uhr

..nun, vielleicht ist unser Boot wieder mal zu voll? Da tun uns die Chinesen gewiss beipflichten.


Johann Huber

29.07.2010, 11:52 Uhr

Meine Politik: Landesgrenzen auflösen, Polizei abschaffen, Behörden Abschaffen, Strassenverkehrsamt abschaffen, Waffentragverbot abschaffen, Müllabfuhr abschaffen - oder kurz gesagt, jeder kann machen was er will. Steuern und Beiträge an Sozialeinrichtungen, Umweltabgaben etc. entfallen selbstverständlich.


Stefan Müller

29.07.2010, 11:48 Uhr

Italien ist auch ein Rechtsstaat. Das können die Euroturbos sicher auch bestätigen. Dementsprechend ist es richtig, wenn Italien weiter entscheidet. Uns geht der Fall nichts an. Wir haben schliesslich das Dublinabkommen unterzeichnet und sind somit völkerrechtlich verpflichtet, den Herrn nach Italien abzuschieben. Völkerrecht geht nun mal vor Landesrecht...


Paul Thürig

29.07.2010, 11:40 Uhr

Das war offenbar ein politischer Entscheid des zuständigen Bundesamtes.Man wollte es mit den Pekinger Kommunisten nicht verderben...


leo schale

29.07.2010, 11:38 Uhr

BRAVO @Gerhard Keller: «....Schweiz, du verlierst langsam deine Glaubwürdigkeit und deine Werte. So wundert nicht, welcher Druck auch seitens EU aufgebaut werden kann bei so wenig Hosenboden.», ...bzw. die Glaubwürdigkeit ist schon lange dahin und der "Hosenboden" war gar nie vorhanden!


Markus Meier

29.07.2010, 11:34 Uhr

Liebe Kritiker des bösen schweiz. Asylgesetz; dass der Mann nach Italien ausgeschafft wird besagt, dass dies nicht das schweiz. AsylG ist sondern die Dublin-Vereinbarung, welche ein Werk der EU ist. Also entweder die EU AsylPolitik kritisieren oder unbedachte Kritiken weglassen.


Julian Noser

29.07.2010, 11:23 Uhr

Die ganze Menschenwürde wird der Profitgier unserer Importeure geopfert. Hauptsache die Importeure verdienen eine Unsumme. Und wer glaubt, dass die Einheimischen Importeure den Gewinn in der Schweiz versteuern, täuscht sich nochmals, weil er keine Ahnung hat, wie man Gewinn steuerfrei über Firmenkonstrukte ins steuerfreie Ausland verschiebt. Arme Schweizer Konsumenten, bedauernswert.


Franz Brunner

29.07.2010, 10:33 Uhr

@Fischer--Asylpraxis der Schweiz ist eine riesige, unsaubere Geschichte--wie würden sie denn die asylpraxis der CH gestalten? nur in groben zügen, da reichen die 400 zeichen bestimmt


Eugen Huber

29.07.2010, 09:59 Uhr

Dann aber kommen irgendwelche Afrikaner oder Georgier erfinden die interessantesten Geschichten von Verfolgungen, die nichts mit der Realitaet zu tun haben und duerfen bleiben soviel sie wollen. Am Ende ist es doch so - die dreisten und frechen. die aus wirtschaftlichen Gruenden etwas vorluegen die duerfen bleiben. Und die wirklich bedrohten- die muessen raus.


Sandor Megyessy

29.07.2010, 09:59 Uhr

@Renzo Giambonini: der Flüchtling hat zweifellos Asyl verdient. Allerdings kriegt er das auch in Norwegen und Italien wo er vorher war. Im Artikel steht nichts darüber, dass er dort abgelehnt wurde.


Walter Sahli

29.07.2010, 09:54 Uhr

He, was soll diese Kritik an China?! Die Kommunisten in China sind schliesslich unsere Freunde, die wir auf keinen Fall verägern dürfen!...s. Aussagen von NR Mörgeli zu der Aufnahme der zwei Uiguren im Jura!


Gerhard Keller

29.07.2010, 09:53 Uhr

Wenn ich daneben anschaue, wer aus welchen Gründen aus Südosteuropa Asyl bekommt..... Aber wir wollen ja unsere Geschäfte nicht gefährden. Wenn dann der Mann spurlos verschwindet herrscht "Betroffenheit" bei den Politikern. Schweiz, du verlierst langsam deine Glaubwürdigkeit und deine Werte. So wundert nicht, welcher Druck auch seitens EU aufgebaut werden kann bei so wenig Hosenboden.


Walter Kuhn

29.07.2010, 09:47 Uhr

Wenn einmal ein Flüchtling zu uns findet, der wirklich politisch verfolgt wird, dann wird er abgeschoben. Wer aber Verfolgung nur erfindet und für Asylanten straflosen Sozialbetrug begeht, kann oft genug Jahre über den Ausweisungsbescheid bleiben. Die mit dem Begriff "Wirtschaftsflüchtling" verharmlosten Betrüger nehmen den echten politischen Flüchtlingen bei uns den Platz weg.


Renzo Giambonini

29.07.2010, 09:15 Uhr

Man könnte doch diesen Mann hier in der Schweiz über die Vorkommnisse in der chinesischen Haftanstalt befragen - seine Aussagen auch veröffentlichen. Doch eben - lieber Abschieben als "unsere chinesischen Partner" verärgern, denn der Billigimport aus China ist für die Grossanbieter äusserst lukrativ und wir Schweizer kaufen diese Waren ohne deren Ursprung im geringsten anzuzweifeln!


Oliver Fischer

29.07.2010, 08:55 Uhr

Nichts neues aus dem Westen...und ebenso aus China: Minderheiten werden bedroht, Rebiya Kadeer beschreibt dies ausführlich in ihrem Buch, welches sie aus dem Exil schrieb. Fazit: Auch die Schweiz beteiligt sich an den menschrechtsverletzenden Handlungen der Chinesen, indem sie Uiguren ausweist. Die Asylpraxis der Schweiz ist eine riesige, unsaubere Geschichte!


Ernst Bucher

29.07.2010, 08:51 Uhr

Ja, was für ein tolles Kulturvolk, das in der UNO und in seinen Gremien wie Sicherheitsrat das grosse Wort führt,mit denen wir grossartige Handelsverträge abschliessen, und die derartige scheussliche Verbrechen begehen!Da fragt man sich , was eine solche Institution noch für einen Sinn macht, ausser Geldverschwendung und viel Blabla!! Und da sollen wir noch stolz sein, dass Deiss zuoberst sitzt?





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