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Schweinegrippe-Strategie des Bundes war mangelhaft

Aktualisiert am 27.05.2010 10 Kommentare

Ein Expertenbericht deckt Mängel bei der Impfstrategie des Bundes auf: Die Verteilung des Impfstoffes gegen die Schweinegrippe sei nicht gut gelaufen.

Nur 15 Prozent der Bevölkerung entschlossen sich dazu: Impfwillige beim Anstehen in Zürich.

Nur 15 Prozent der Bevölkerung entschlossen sich dazu: Impfwillige beim Anstehen in Zürich.
Bild: Keystone

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Schweinegrippe in der Schweiz

Seit Ende April des vergangenen Jahres haben in der Schweiz rund 300'000 Personen wegen der Grippe A H1N1 einen Arzt aufgesucht. Gemäss EDI waren 1,5 Millionen Menschen erkrankt. 570 Schweinegrippekranke mussten im Spital behandelt werden - davon 114 auf der Intensivstation.

Gestorben am Virus sind in der Schweiz 20 Menschen. In Europa hat die Schweinegrippe 5000 Menschen das Leben gekostet - weltweit 18'000.

Bei der Impfstrategie des Bundes war nicht nur die Verteilung der Dosen mangelhaft, sondern auch die Kommunikation. So lautet das Fazit des Berichts, den der Bundesrat am Donnerstag veröffentlichte.

Lücken ortet der Bericht auch in der Koordination der Pandemiepläne: Das Bundesamt für Gesundheit (BAG), die Eidgenössische Kommission für Impffragen und Swissmedic hätten sich besser absprechen müssen. Bei der Verteilung des Impfstoffs sei nicht klar gewesen, wer zuständig sei: der Bund oder die Kantone.

Bloss 15 Prozent der Bevölkerung geimpft

Richtig gelegen sei die Schweiz hingegen mit dem Kauf von 13 Millionen Impfdosen, heisst es im Expertenbericht. Angesichts der herrschenden Unsicherheit zu Beginn der Grippepandemie A H1N1 sei die Strategie richtig gewesen. Im Juni 2009 hatte der Bundesrat beschlossen, für rund 84 Millionen Franken Impfstoffe bei Novartis und GlaxoSmithKline zu kaufen.

«Die nationalen und internationalen Fachleute gingen davon aus, dass pro Person zwei Impfdosen benötigt wurden», schreibt das Eidgenössische Departement des Innern (EDI) dazu. Allerdings liessen sich bloss 15 Prozent der Bevölkerung und 27 Prozent der Risikogruppen impfen. Von den 13 Millionen Dosen sind deshalb über zwei Drittel übrig geblieben: Nach einer Spende an die WHO lagern beim Bund immer noch rund 7 Millionen und in den Kantonen 1,2 Millionen Impfdosen.

Alle rechtzeitig geimpft

Mit der Untersuchung der Impfstrategie reagierte der Bundesrat auf Kritik von allen Seiten. Er beauftragte damit internationale Experten und das Unternehmen Ernst & Young. Den fertigen Bericht unterbreitete der Bundesrat der Geschäftsprüfungskommission des Ständerats.

Abgesehen von den erwähnten Mängeln stellten die Fachleute der Impfstrategie des Bundes ein gutes Zeugnis aus, wie das EDI mitteilte. Obwohl die Zulassung des Impfstoffs länger gedauert habe als in anderen Ländern, hätten sich alle impfwilligen Personen rechtzeitig impfen lassen können.

Um die Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Akteuren zu verbessern, hat auch das BAG Untersuchungen zur Pandemie-Strategie veranlasst. Zudem finden Auswertungen mit den Kantonen und den Hausärzten statt.

Unter die Lupe genommen werden gemäss EDI neben der Impfstrategie auch die nationale Überwachung des Ausbreitung der Epidemie, der Umgang mit Verdachtsfällen und erkrankten Personen oder die Informationskampagne für die Bevölkerung. Geprüft wird die Schweiz auch im Rahmen eine Analyse der Weltgesundheitsorganisation (WHO).

Kosten noch unklar

Was die Impfaktion gegen die Schweinegrippe gekostet hat, ist noch unklar: Weil die Logistikkosten, die Aufwendungen der Kantone sowie die Abrechnungen der Krankenkassen noch fehlten, sei eine Gesamtschätzung schwierig, teilte das EDI mit.

Zusätzliche Kosten verursachen die zu viel gekauften Impfstoffe: Die Entsorgung aller abgelaufenen Dosen werde zwischen 120'000 und 180'000 Franken kosten, schätzt das EDI. Vor rund zwei Wochen hatte der Bundesrat die Kantone ermächtigt, die abgelaufenen Impfstoffe zu entsorgen. (sam/sda)

Erstellt: 27.05.2010, 13:22 Uhr

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10 Kommentare

reto baumann

27.05.2010, 15:47 Uhr
Melden

Die BAG kann doch als Bundesamt machen was sie will. Sie wird bestimmt nie zurückgepfiffen. Von wem denn auch. Die Unkosten und den entstandenen Schaden kann die BAG mit den Milliardengewinnen aus der Tabaksteuer decken oder dann die Zigarettenpreise um weitere 100% erhöhen. Antworten


Peter Lustig

27.05.2010, 14:51 Uhr
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Und wars überhaupt nötig? Nein. Und wenn die WHO gerade am überprüfen und analysieren ist, wird eigentlich auch mal überprüft wieso die WHO die Lethalitätsrate aus den Pandemie Kriterien strich und u somit der ganzen Welt diesen Impf Blödsinn aufzwang? Antworten



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