Sammeltag für Flutopfer: «Wir haben einige grosse Beträge erhalten»
Von Jan Derrer. Aktualisiert am 19.08.2010 64 Kommentare
Artikel zum Thema
- «Wir können genau überprüfen, wofür das Geld ausgegeben wird»
- Stockt die Schweiz die Hilfsgelder für Pakistan wieder auf?
- Was in den Notpaketen drin steckt
- Bern und Solothurn spenden für Pakistan
- Als Pakistan ertrank
- Schweiz erhöht Hilfe an Pakistan
Links
Stichworte
Über 16 Millionen Franken hat die Schweizer Bevölkerung der Glückskette bisher für die Opfer der Überschwemmungen in Asien gespendet. Allein am nationalen Sammeltag am Mittwoch erhielt die Glückskette Zusagen über insgesamt 13,035 Millionen Franken.
Während 18 Stunden - von 6 Uhr bis Mitternacht - nahmen über 500 Freiwillige die Telefonanrufe der Spendewilligen entgegen. Die Gaben reichten vom Batzen aus dem Kinder-Kässeli bis zur Million eines privaten Unternehmens, wie die Glückskette in der Nacht auf Donnerstag in ihrer Bilanz schrieb.
Insgesamt hat die Glückskette für die Hilfe in den überschwemmten Gebieten in Asien mehr als 16 Millionen Franken zur Verfügung. 3,1 Millionen waren bereits vor dem Sammeltag eingegangen.
Spendebereitschaft gestiegen
Die Glückskette arbeitet vor Ort mit acht Partnerorganisationen zusammen und begleitet die von ihr mitfinanzierten Projekte. Damit sei sichergestellt, dass das Geld direkt den von der Katastrophe betroffenen Menschen zugute komme, hielt die Organisation fest.
Die Bereitschaft, für die Opfer der Flutkatastrophe zu spenden, ist nach den wiederholten und dramatischen Aufrufen der UNO und von Hilfsorganisationen nicht nur in der Schweiz, sondern auch im Ausland gestiegen.
UNO braucht noch mehr Geld
Die UNO erhielt bis Mittwoch 228 Millionen Dollar. Das ist knapp die Hälfte der 460 Millionen, die sie für die erste Versorgung der Flutopfer benötigt. Weitere Spenden seien zugesagt worden, sagte Maurizio Giuliani, Sprecher des UNO-Koordinationsbüros für humanitäre Hilfe (OCHA). Die Spendebereitschaft habe zugenommen.
Die EU erhöhte ihre humanitäre Hilfe auf 115 Millionen Euro. Die EU- Kommission stellte zusätzliche 30 Millionen Euro als Nothilfe bereit, sagte die zuständige EU-Kommissarin Kristalina Georgiewa am Mittwoch. Damit kommen aus dem EU-Budget jetzt 70 Millionen Euro. Zusätzlich haben die einzelnen EU-Staaten bisher 45 Millionen Euro aus ihren nationalen Budgets bereitgestellt. Dieses Geld reiche aber nicht, um Pakistan wieder aufzubauen, sagte Georgiewa. Deswegen sei die internationale Geberkonferenz nötig, die EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso angeregt hatte.
Die USA stellten bisher rund 90 Millionen Dollar zur Verfügung. Die finanzielle Hilfe soll am Donnerstag ein weiteres Mal aufgestockt werden, wie ein Sprecher des Aussenministeriums am Mittwoch sagte.
Mindestens 6 Millionen Menschen brauchen dringend Hilfe
Laut UNO-Sprecher Giuliani ist das von der Flutkatastrophe betroffene Gebiet so gross wie die Schweiz, Österreich und Belgien zusammen. Bisher konnten laut UNO erst ungefähr 700'000 Flutopfer mit Lebensmitteln und sauberem Wasser versorgt werden. Mindestens sechs Millionen Menschen brauchen dringend Überlebenshilfe.
Die Regierung von Pakistan sicherte zu, gewissenhaft mit den Hilfen umzugehen. Man überlege, ausländische Prüfer zur Überwachung der Verwendung von Spenden einzusetzen, sagte Innenminister Rehman Malik dem britischen Sender BBC. Die Hilfe gehöre «den Armen, den Flutopfern», sagte Malik.
Pakistan bat die NATO inzwischen um Hilfe bei Lufttransporten. Der Bundesrat beschloss am Mittwoch, dem Land Schweizer Armee-Helikopter zur Verfügung zu stellen. (Bernerzeitung.ch/Newsnet)
Erstellt: 18.08.2010, 22:26 Uhr
Kommentar schreiben
64 Kommentare
Am meisten stört mich, dass immer hervorgehoben wird, wie die Kinder leiden. Wieso müssen immer die Kinder herhalten. Da geht es lediglich darum, dass die Leute dabei schwach werden und spenden. Wenn erzählt wird, wie sehr die Erwachsenen unter der Flut leiden, dann würde niemand spenden. Ich habe schon vor Jahren beschlossen, nichts mehr an islamische Länder zu spenden. Antworten






































