SP nominiert Berset und Maillard
Aktualisiert am 25.11.2011 31 Kommentare
Zweiertickets sind die Regel
Dass die Fraktionen mit einem Doppelvorschlag in eine Bundesratsersatzwahl steigen, ist seit einigen Jahren die Regel. Als erste und bisher einzige Fraktion wartete die CVP 1999 mit einem Dreierticket auf. Dabei machte Joseph Deiss das Rennen gegen Adalbert Durrer und Remigio Ratti.
Seit 1979, als die SVP mit dem Bündner Leon Schlumpf und dem Berner Werner Martignoni als erste Fraktion zwei statt nur einen Kandidaten brachte, gab es - mit dem jüngsten Entscheid der SP - insgesamt zwölf Zweiertickets, elf Einervorschläge und eine Dreierkandidatur.
Ab den 1990er Jahren setzten die Parteien meistens auf ein Zweierticket. Von den amtierenden Regierungsmitgliedern stieg - abgesehen vom Sonderfall Eveline Widmer-Schlumpf - nur gerade CVP- Vertreterin Doris Leuthard solo in die Wahl.
Die scheidende SP-Bundesrätin Micheline Calmy-Rey gewann die Wahl gegen ihre Freiburger Parteigenossin Ruth Lüthi. SVP-Bundesrat Ueli Maurer setzte sich gegen Christoph Blocher durch. Die beiden FDP- Vertreter Didier Burkhalter und Johann Schneider-Ammann machten das Rennen gegen Christian Lüscher beziehungsweise Karin Keller-Sutter, und SP-Vertreterin Simonetta Sommaruga gewann gegen Jacqueline Fehr.
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Die SP steigt mit einem Zweierticket ins Rennen um die Nachfolge von Bundesrätin Micheline Calmy-Rey: Die Bundeshausfraktion der SP hat am Freitag wenig überraschend den 39-jährigen Alain Berset und den 43-jährigen Pierre-Yves Maillard für die Wahl vom 14. Dezember nominiert. Alle vier hätten «hervorragende Hearings» präsentiert und hätten eine Nomination verdient, wie Fraktionschefin Ursula Wyss heute Abend vor den Medien sagte. «Doch am Schluss mussten wir uns eben festlegen», sagt Wyss.
Die Fraktion setzt damit auf jene beiden Kandidaten, die von Beginn weg als Favoriten galten. Nicht mehr im Rennen sind der Walliser Nationalrat Stéphane Rossini und die Tessiner Nationalrätin Marina Carobbio.
Klare Mehrheit für Zweiervorschlag
Die SP wolle der Bundesversammlung eine Auswahl bieten, so wie es die SP auch von den anderen Parteien jeweils fordere, sagte Wyss. Ihre Partei habe sich dabei mit klarer Mehrheit für ein Zweier- und nicht für ein Dreierticket ausgesprochen, weil davon ausgegangen werden müsse, dass der zweite SP-Bundesratssitz angegriffen werde.
Danach habe die Fraktion zuerst den ersten Listenplatz besetzt. Hier setzte sich der Freiburger Ständerat Alain Berset nach fünf Wahlgängen durch und erreichte das absolute Mehr. Im Rennen um den zweiten Platz auf dem Zweiervorschlag setzte sich im ersten Wahlgang der Waadtländer Regierungsrat Pierre-Yves Maillard durch.
Nicht in die Kränze kamen der 48-jährige Stéphane Rossini und die 45-jährige Marina Carobbio. Wie viele Stimmen die einzelnen Kandidaten erreichten, wollte Wyss nicht sagen.
Schwieriger Entscheid
Es sei für die SP ein schwieriger Entscheid gewesen, aus diesen «äusserst qualifizierten Kandidaten» auszuwählen, sagte Wyss. Alle vier hätten sich an den Hearings hervorragend präsentiert. Die Fraktion hatte die vier Kandidierenden je eine halbe Stunde lang angehört.
Im Detail begründen, wieso die Wahl auf Berset und Maillard fiel wollte Wyss sie nicht. Parteipräsident Christian Levrat beschränkte sich seinerseits darauf, den Unterlegenen den Dank auszusprechen und einmal mehr ihre Qualitäten zu betonen.
Ausserdem erklärte er, dass die SP nun erwarte, dass die anderen Parteien die zwei Kandidaten zu Anhörungen einladen. «Wir schlagen den anderen Parteien zwei Kandidaten von seltenem Format vor», sagte er. Zudem wünsche er, dass dieser Wahlkampf auch in den verbleibenden drei Wochen mit so viel Fairplay ausgetragen werde wie bisher.
Die beiden Kandidaten Berset und Maillard - ersterer mit Krawatte, letzterer ohne - schlossen sich diesem Wunsch an, und gaben ihrer Freude Ausdruck, dass sie von der Fraktion nominiert worden sind.
SVP-Entscheide erst am 1. Dezember
Auch in der SVP-Fraktion waren die Bundesratswahlen heute ein Thema. Die Volkspartei liess nach der Sitzung jedoch lediglich die bisherige Position verlauten, dass sie als klar wählerstärkste Partei Anspruch auf zwei Bundesratssitze habe und für die Konkordanz einstehe.
Die SVP will im Übrigen wie bereits bekannt erst am 1. Dezember entscheiden, wen sie ins Rennen schickt, um den Sitz von Eveline Widmer-Schlumpf (BDP) anzugreifen. Bislang wurden von SVP- Kantonalsektionen der Schaffhauser Ständerat Hannes Germann, der Thurgauer Regierungsrat Jakob Stark sowie der Waadtländer Nationalrat Guy Parmelin nominiert. Weitere könnten ihr Interesse noch anmelden.
Die FDP teilte ihrerseits am Freitag mit, dass sie sich erst am 6. Dezember mit der Strategie für die Bundesratswahlen beschäftigen wird. Die Freisinnigen könnten einen ihrer zwei Sitze verlieren, wenn die Bundesversammlung Eveline Widmer-Schlumpf wiederwählt und gleichzeitig den Anspruch der SVP befriedigen will. (mrs/sda)
Erstellt: 25.11.2011, 15:28 Uhr
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31 Kommentare
Diese beiden Kandidaten sind zu links und daher nicht wählbar. Des Weiteren hat der Kanton Tessin einen ausgewiesenen und unbestrittenen Anspruch. Der SPS hätte es gut angestanden, die Kandidatin aus dem Tessin zu berücksichtigen. Sicher ist auch, dass der Anspruch des Tessin nicht zu Lasten der Deutsschweiz sondern zu Lasten der Westschweiz geht. Letztere ist zu Lasten des Tessin übervertreten. Antworten
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