SP Bern fordert Schliessung von AKW Mühleberg
Von Matthias Chapman. Aktualisiert am 12.03.2011 395 Kommentare
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Deutsche Grüne fordern Konsequenzen
Die deutschen Grünen haben sich tief besorgt über die Lage nach dem Atomunfall in Japan geäussert und Konsequenzen in Deutschland gefordert. Auch die deutschen Atomanlagen seien für einen derartigen Notfall nicht ausgelegt, sagte Fraktionschef Jürgen Trittin am Samstag in Berlin. Das sei der Grund für den Atomausstieg gewesen. «Umso unverständlicher» sei es, dass Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) so tue, «als sei Deutschland von den Vorgängen in Japan unberührt», betonte Trittin. Die Parteivorsitzenden Claudia Roth und Cem Özdemir erklärten: «Hier bahnt sich offensichtlich eine Katastrophe von unfassbaren Ausmassen an.» Offenbar stehe eine Freisetzung von Radioaktivität in grossem Ausmass bevor. Nach dem Erdbeben und der Zerstörung vieler Wohnungen sei die Bevölkerung schlecht geschützt. Auch sei die Informationspolitik der japanischen Behörden desaströs. Nun müssten schleunigst alle Fakten auf den Tisch. «Der drohende GAU im AKW Fukushima zeigt, dass Atomkraft selbst in einem für alle Eventualitäten gewappneten High-Tech-Land wie Japan eine von Menschen nicht beherrschbare hochgefährliche Risikotechnologie ist», erklärten Roth und Özdemir. «Vorschnell und unüberlegt sind die Beteuerungen von Umweltminister Röttgen, den Menschen in Deutschland drohe selbst bei einem GAU in Japan keinerlei Gefahr und seine unhaltbare Behauptung, die Atomkraftwerke in Deutschland seien sicher.» (DPAD)
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«Vor dem Hintergrund der schweren Atomstörfälle in Japan fordert die SP des Kantons Bern die rasche Stillegung des maroden AKW Mühleberg. Naturgewalten und Bedrohung durch Terrorismus machen AKW zur Hochrisikotechnologie», schreibt die SP des Kantons Bern in einem Communiqué. Mit grosser Betroffenheit nehme man Kenntnis vom schweren Erdbeben in Japan. «Wir denken vor allem an die Menschen, die Angehörige verloren haben. Unsere Solidarität ist wichtig und gleichzeitig sollten wir aus den Ereignissen in Japan Konsequenzen für unsere Sicherheit ziehen.» Das schwere Erdbeben und die Überschwemmung durch den Tsunami hätten die Sicherheitssysteme von Atomkraftwerken beschädigt oder zerstört, die Situation drohe ausser Kontrolle zu geraten. Naturkatastrophen wie auch die Bedrohung durch Terrorismus setzten der Beherrschbarkeit von atomaren Risiken Grenzen. Das müsse man ernst nehmen.
Vergleich Mühleberg mit defektem japanischem AKW
«Und da wir Alternativen haben, fällt der Verzicht auf AKW nicht schwer. Letzte Woche, ein Monat nach der Mühleberg-Abstimmung, haben sogar Energiekonzerne eingeräumt, dass kein Stromengpass besteht, sondern Überkapazitäten.»
Die SP des Kantons Bern wolle nicht weiter akzeptieren, dass in Mühleberg ein altes AKW weiterbetrieben wird. Brisant sei aus der Sicht der SP ein Vergleich mit den betroffenen AKW in Japan: Es sei der genau gleiche Typ und es gebe keine Erdbebensicherheit.
AKW-Debatte auch in Deutschland
SP-Parteipräsident Roland Näf sagt: «Unterhalb des Wohlensees beim AKW besteht Überschwemmungsgefahr. Bei einem Ausfall der Sicherheitssysteme wie in Japan müsste die ganze Stadt Bern evakuiert werden. Austretende Strahlung könnte Bern für längere Zeit unbewohnbar machen.»
Nach dem Reaktorunfall in Japan hat der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der CDU/CSU-Union Michael Fuchs vor einer neuen Debatte über die Atomenergie in Deutschland gewarnt. «Es ist nicht berechtigt, aus den Ereignissen in Japan Rückschlüsse auf die Nutzung der Kernenergie in Deutschland zu ziehen», sagte der CDU-Wirtschaftsexperte der «Welt am Sonntag». Zum einen sei es zu früh zu beurteilen, was in den japanischen Kernkraftwerken wirklich vor sich gehe. Zum andern gebe es in Japan ganz andere Erdbebengefahren als in Deutschland, argumentierte Fuchs. Dennoch rechnet der CDU-Politiker mit einer neuen Debatte auch in Deutschland. «Natürlich muss man davon ausgehen, dass von interessierter Seite versucht wird, die ganz anderen Verhältnisse in Japan für eine neue Debatte über die Verlängerung der Laufzeiten deutscher Krenkraftwerke zu nutzen», sagte Fuchs. «Da bei uns nicht jene Erdbeben-Gefahren wie in Japan bestehen, wäre es geradezu verwegen, diesen Fall für Deutschland zu instrumentalisieren.» (Bernerzeitung.ch/Newsnet)
Erstellt: 12.03.2011, 16:59 Uhr
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395 Kommentare
Frage an Georg Schwarz (Bereichsleiter Kernkraftwerke beim eidgenössischen Nuklearsicherheitsinspektorat) in der Reportage «Es ist der schlimmstmögliche Fall eingetreten» im Tagi unter Rubrik Schweiz:
Ist diese Strahlung gefährlich?
"Sie ist sicher messbar. Aber nicht gefährlich."
Wie kommt dieser Mann zu so einer unfundierten Aussage - eine Verhöhnung aller betroffenen Menschen in Japan!
Antworten
@Bucher: Natürlich geht es auch ohne Atomstrom. Für die nächsten 20-30 Jahre können wir genau so gut auf Gaskraftwerke setzen. Neben viel geringeren Betriebsrisiken hätten diese den Vorteil, dass sie sehr viel schneller erstellt und in Betrieb genommen werden könnten. Dadurch entfällt auch das Risiko einer Versorgungslücke in den nächsten Jahren. Antworten
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