Schweiz

  • Region
  • Schweiz
  • Ausland
  • Wirtschaft
  • Börse
  • Sport
  • Kultur
  • Panorama
  • Leben
  • Auto
  • Digital
  • Wissen
  • Forum

Riesige Vorsorgelöcher bei den Privatbahnen

Von Claude Chatelain. Aktualisiert am 16.07.2009 6 Kommentare

Die privaten Transportunternehmen stehen mit ihren Pensionskassen noch schlechter da als die SBB. Doch von der öffentlichen Hand erhalten sie keine Unterstützung – noch keine.

Deckungsgrad 69 Prozent: Die Chemin-de-fer Jurasienne steht mit ihrem  Vorsorgewerk besonders schlecht da.

Deckungsgrad 69 Prozent: Die Chemin-de-fer Jurasienne steht mit ihrem Vorsorgewerk besonders schlecht da. (Bild: zvg)

Auch Firstbahn verlässt Ascoop

«Jeder Abgang ist schmerzhaft», sagt Ascoop-Präsident André Jaeggi. Nun dürfte sich mit der Firstbahn in Grindelwald ein weiteres Vorsorgewerk von
der Ascoop-Sammelstiftung verabschieden. «Der Vertrag der Firstbahn mit der
Ascoop ist per Ende 2009 gekündigt worden», bestätigt Albert Kaufmann von den Jungfraubahnen, der Muttergesellschaft der Firstbahn. Wobei allerdings der definitive Entscheid des Stiftungsrats noch hängig sei.

Vor den Sommerferien wurde bekannt, dass die zum BVZ-Konzern zählenden Matterhorn-Gotthard-Bahn und Gornergrat-Bahn im kommenden Jahr eine eigene Pensionskasse gründen wollen. Vorher haben die Zentralbahn, die Aare Seeland Mobil mit Sitz in Langenthal sowie die Regionalen Verkehrsbetriebe Baden-Wettingen die Ascoop-Sammelstiftung verlassen. cch

Erhält die Pensionskasse SBB Mittel aus der Bundeskasse, so will auch die Ascoop-Sammelstiftung für die konzessionierten Transportunternehmen eine finanzielle Unterstützung. «Wir verlangen gleich lange Spiesse», sagte Stiftungsratspräsident André Jaeggi im Interview.

Vor den Sommerferien gab der Bundesrat bekannt , bei der Pensionskasse SBB mit 1,1 Milliarden Franken zur Sanierung beitragen zu wollen. Für die Ascoop, bei der rund 130 Transportunternehmen mit knapp 15'000 Personen versichert sind, will der Bundesrat nur punktuell helfen. «Auf Grund der schwierigen Situation, in welcher sich verschiedene bei Ascoop versicherte () Unternehmen befinden, prüfen das Verkehrs- und Finanzdepartement in Einzelfällen gemeinsame Lösungsoptionen», sagte der Bundesrat.

Das Beispiel Chemin-de-fer Jurasienne

Nun, im Espace Mittelland ist die Eidgenossenschaft bei mehreren konzessionierten Transportunternehmen beteiligt. Am stärksten bei der Chemin-de-fer Jurasienne. Mit einem Deckungsgrad von unter 70 Prozent ist diese Bahn mit Sitz in Tavannes im Berner Jura besonders angeschlagen. Ihre Deckungslücke beträgt 4,3 Millionen Franken. Sie hat Ende 2008 Rückstellungen von 4 Millionen Franken vorgenommen.

Bei der BLS ist vor allem der Kanton Bern gefordert. Sollte nämlich der Bund tatsächlich punktuell Sanierungsbeiträge sprechen, wie das der Bundesrat in Aussicht stellt, dürfte das bei der BLS kaum ohne Mithilfe des Kantons Bern geschehen. Gerade im Vergleich zur Pensionskasse SBB, welche per Ende 2008 einen Deckungsgrad von 79 Prozent aufwies, ist die BLS an mehreren Fronten im Nachteil. Die Bern-Lötschberg-Simplon-Bahn hat nicht nur eine prozentual grössere Deckungslücke als die SBB.

Auch die Leistungen der BLS-Angestellten sind im Vergleich zu jenen der SBB-Mitarbeiter schlechter. Bei einem Jahreslohn von 65607 Franken kann der SBB-Mitarbeiter mit einer monatlichen Altersrente von 4342 Franken rechnen. Arbeitet er zum gleichen Lohn bei der BLS, beträgt die voraussichtliche Altersrente «bloss» 3656 Franken, 16 Prozent weniger.

Strikter Sanierungsplan

Wie diese Zeitung berichtete, haben sich die Unternehmen der Ascoop auf einen Sanierungsplan geeinigt. Danach müssten ihre Vorsorgewerke per Ende 2009 einen Deckungsgrad von 81 Prozent aufweisen. Als Folge des letzten miserablen Börsenjahres sind nun die meisten Bahnen von diesem Sanierungspfad abgekommen. Von ihnen wird nun verlangt, so viel Geld ins Vorsorgewerk einzuschiessen, bis besagte 81 Prozent erreicht sind.

So haben die meisten Transportunternehmen in der Bilanz per Ende 2008 Rückstellungen vorgenommen. Was freilich nicht heisst, dass sie dann auch über genügend Liquidität verfügen, das Geld der Ascoop zu überweisen, das es braucht, um auf den vorgegebenen Sanierungspfad zurückzufinden. Kann die Bahn das Geld nicht auftreiben, bleibt ihr nichts anderes übrig, als beim Eigner anzuklopfen: beim Bund, dem Kanton oder den Gemeinden. (Berner Zeitung)

Erstellt: 16.07.2009, 07:51 Uhr

6

Kommentar schreiben







 Ausland



Verbleibende Anzahl Zeichen:

Mit dem Absenden des Kommentars erklärt sich der Leser mit nachfolgenden Bedingungen einverstanden: Die Redaktion behält sich vor, Kommentare nicht zu publizieren. Dies gilt insbesondere für ehrverletzende, rassistische, unsachliche, themenfremde Kommentare oder solche in Mundart oder Fremdsprachen. Kommentare mit Fantasienamen oder mit ganz offensichtlich falschen Namen werden ebenfalls nicht veröffentlicht. Über die Entscheide der Redaktion wird keine Korrespondenz geführt. Telefonische Auskünfte werden keine erteilt. Ihr Kommentar kann auch auf Google und anderen Suchseiten gefunden werden.

6 Kommentare

Christian Schenk

16.07.2009, 16:46 Uhr
Melden

Tja, hier wird nun dieselbe Grosszügigkeit wie bei der UBS gefordert... Denn im Gegensatz zu dieser Grossbank besitzen sich die Transportfirmen tatsächlich im Besitz des Bundes und Kantonen, sprich auch deren PK. Antworten


Emil Roduner

16.07.2009, 08:07 Uhr
Melden

Ja, es ist langsam an der Zeit, dass die Pensionskassen der Bahnen Verantwortung und Eigenständigkeit übernehmen. Die geben einfach aus und bewilligen Frühpensionierungen, ohne dass die Ausgaben gedeckt wären. Sie spekulieren offensichtlich darauf, dass die Öffentliche Hand die Löcher schon und immer wieder stopfen wird. Das geht ja so nicht! Antworten



Schweiz

Populär auf Facebook Privatsphäre


Online-Wettbewerb

Jetzt mitmachen!: Gewinnen Sie einen Abend als Statist bei den Tellspielen Interlaken!

FÜR IHRE FREIZEIT

Für Ausgehtipps in der Region, nutzen Sie einfach unsere Agenda.

Remund führend in Werbetechnik

Kein Wunsch zu aufwendig, kein Format zu gross - Remund Werbetechnik löst jede Aufgabe mit modernster Technik.

Familie, Beruf und Studium

Sonia Uhlmann ist keine typische Studentin. Dank Fernstudium hat sie den Master trotzdem geschafft.