Reiche fliehen in die Schweiz – ihrem Geld nach

Die Jagd ausländischer Steuerbehörden auf eigene Bürger und ihr Schwarzgeld wird zum Eigentor: Derzeit ziehen ungewöhnlich viele Deutsche und Franzosen nach Schwyz, Genf oder ins Wallis.

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Denn hier fühlen sie sich in Sicherheit. Es gibt nicht nur Deutsche und Franzosen, die sich mit weichen Knien selbst anzeigen. Gemäss der Zeitung «Sonntag» Es gibt auch die, die sich jetzt sagen: Dann folgen wir halt unserem Geld und ziehen in die Schweiz! Das zeigt sich am Beispiel Frankreichs, jenes Landes, in dem die erste gestohlene Konten-CD für Aufsehen sorgte. Zurzeit packen jeden Monat 60 vermögende Franzosen ihre Koffer – um den Steuern zu entgehen.

Gleich zwei Wirtschaftsmagazine skandalisieren die Steuerflucht nach Helvetien in ihren neusten Ausgaben. «Entreprendre» titelt auf der Frontseite: «Showstars, Unternehmer, Sportler: Der Skandal der Steuerflucht!», illustriert mit einem Schweizer Kreuz und einer Schweizer Karte.

Die Zeitschrift «Capital» liefert gleich eine Liste vermögender «Exil-Franzosen in der Schweiz» mit, 50 an der Zahl, alle mit Angabe ihres Vermögens. «Seit dem letzten Jahr werde ich dauernd von Franzosen kontaktiert, die ihre Konten nicht deklariert haben und sich nun in der Schweiz niederlassen wollen, um den Unannehmlichkeiten in ihrer Heimat zu entgehen», sagt der Genfer Anwalt Philippe Kenel.

Vor den Behörden in Sicherheit

Das Bröckeln des Bankgeheimnisses stoppt die Steuerflucht nicht etwa, sondern fördert sie sogar: «Dass das Bankgeheimnis brüchiger geworden ist, führt nur dazu, dass die Auswanderung beschleunigt wird», kommentiert «Capital». Wohnen die Franzosen, die Geld in der Schweiz verstecken, neu in Genf oder Verbier statt in Paris, sind sie vor ihren Behörden in Sicherheit.

Attacken auf das Bankgeheimnis als Werbung für den Wohnort Schweiz: Dieser überraschende Effekt zeigt sich auch bei den Deutschen. «Ich kann diesen Trend bestätigen», sagt der Schwyzer Landammann und Finanzdirektor Georg Hess (CVP). «Ich hatte Gespräche mit Deutschen, die nun in Erwägung ziehen, hierher zu ziehen. Einige wirklich Vermögende sind bereits gekommen.» Laut dem Politiker «wirken sich die Jagd auf Reiche und der Trend zum gläsernen Bürger für ihr Heimatland zunehmend kontraproduktiv aus». (bru)

(Erstellt: 04.04.2010, 22:04 Uhr)

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