Schweiz
Radiodirektor gewÀhlt
Der Verwaltungsrat der SRG Deutschschweiz hat gestern Nachmittag wie erwartet Iso Rechsteiner zum Nachfolger von Radiodirektor Walter RĂŒegg gewĂ€hlt. Weil der Wahl Rechsteiners kein ordentliches Ausschreibungsverfahren vorangegangen war, haben sowohl die Mediengewerkschaft Syndikat Schweizer Medienschaffender (SSM) als auch Teile des Regionalrats öffentlich Protest gegen die geplante «klandestine» Ernennung Rechsteiners erhoben.
Der Regionalrat ist das oberste Gremium der SRG und muss Direktorenwahlen absegnen. GemÀss der «Berner Zeitung» hatten SRG-Generaldirektor Armin Walpen und Teile des Verwaltungsrats versucht, die Ernennung Rechsteiners am Regionalrat vorbeizuschleusen, indem man ihn formell zum Direktor ad interim ernannt hÀtte. Dazu wÀre der Segen des Regionalrats nach Ansicht Walpens und seiner Mitstreiter nicht nötig gewesen.
Niederlage fĂŒr Walpen
Wohl auf den öffentlichen Druck der Gewerkschaften als auch auf Klagedrohungen seitens des Regionalrats hin wird Rechsteiner nun ordentlich zum Radiodirektor gemacht. Seine Wahl durch den Verwaltungsrat wird dem Regionalrat im Juni zur BestĂ€tigung vorgelegt. So, wie in den Statuten vorgesehen. «Wir haben eine Auslegeordnung gemacht und sind zum Schluss gekommen, dass dies der richtige Weg ist», sagt VerwaltungsratsprĂ€sident Viktor Baumeler. Die Klageandrohungen seitens des Regionalrats seien in der Diskussion berĂŒcksichtigt worden.
Damit sind die VorwĂŒrfe seitens der Gewerkschaften und des Regionalrats entkrĂ€ftet und die BestĂ€tigung Rechsteiners so gut wie sicher. «Der VerwaltungsratsprĂ€sident und der Generaldirektor haben versucht, sich fĂŒr abschliessend zustĂ€ndig zu erklĂ€ren, lediglich das haben wir kritisiert. Wir werden Herrn Rechsteiner natĂŒrlich unterstĂŒtzen. Es ist nie um seine Person, sondern um das Einhalten eines statutengerechten Vorgehens gegangen», sagt Regionalrat Dieter Niedermann. Er hatte dem Verwaltungsrat mit rechtlichen Schritten gedroht.
Iso Rechsteiner soll sein Amt per 1. Oktober 2009 antreten. Sein VorgĂ€nger Walter RĂŒegg tritt vorzeitig ab und geht in Pension. Dies, nachdem er SRG-Generaldirektor Armin Walpen wegen der versuchten frĂŒhzeitigen Einsetzung von TV-Direktorin Ingrid Deltenre als Projektleiterin fĂŒr die ZusammenfĂŒhrung von Radio DRS und dem Schweizer Fernsehen kritisiert hatte. (Tages-Anzeiger)
Erstellt: 25.05.2009, 22:00 Uhr
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