Schweiz

  • Region
  • Schweiz
  • Ausland
  • Wirtschaft
  • Börse
  • Sport
  • Kultur
  • Panorama
  • Leben
  • Auto
  • Digital
  • Wissen
  • Forum

Prügelnder Regierungsrat gibt alles zu

Aktualisiert am 08.02.2012 14 Kommentare

In der Silvesternacht packte der Genfer Regierungsrat Mark Muller in einem Nachtclub einen Barman am Kragen. Nun haben sich die beiden aussergerichtlich geeinigt. Politisch ist der Baudirektor beschädigt.

Er hat die jüngsten Wirren in der Rhonestadt ausgelöst: Staatsrat Mark Muller (Liberale) packte einen Barkeeper am Kragen.

Er hat die jüngsten Wirren in der Rhonestadt ausgelöst: Staatsrat Mark Muller (Liberale) packte einen Barkeeper am Kragen.
Bild: Keystone

Artikel zum Thema

Blog

Korrektur-Hinweis

Melden Sie uns sachliche oder formale Fehler.

Regierungsrat Mark Muller gab zu, den Nachtclub-Angestellten in der Silvesternacht angegriffen zu haben. Im Gegenzug zog der Barmann seine Klage zurück. Bis Mittag stand ein allfälliger Rücktritt Mullers nicht im Raum. Mark Muller habe anerkannt, dass der Barmann das Opfer sei, teilten die Anwälte Mullers und des Barmanns in einem gemeinsamen Communiqué mit.

Die Entschuldigung sei vom Nachtclub-Angestellten angenommen worden, der eine «Wiedergutmachung für die entstandenen Kosten» erhalten habe. Muller habe zugegeben, dass er sich von seinem Zorn habe leiten lassen.

«Streit unter Männern»

Bis anhin hatte sich Muller auf den Standpunkt gestellt, es habe sich lediglich um einen «Streit unter Männern» gehandelt – nachdem er, Muller, erfahren habe, dass seine Bekannte von dem Barmann geschlagen worden war.

Diese Informationen hätten sich als falsch herausgestellt, heisst es im Communiqué. Für die beiden Anwälte ist die Angelegenheit mit dem Rückzug der Klage endgültig erledigt.

Auseinandersetzung in der Silvesternacht

Der Zwischenfall ereignete sich in der Silvesternacht. Im Nachtlokal Moulin à Danses war es zu einer Auseinandersetzung zwischen dem Regierungsrat und dem Barkeeper gekommen. Beide Männer hatten daraufhin eine Klage gegen den jeweils anderen eingereicht. Während Generalstaatsanwalt Daniel Zappelli die Klage Mullers nicht weiterverfolgte, leitete er gegen den Regierungsrat eine Strafuntersuchung ein.

Morgen hätten Muller und mehrere Zeugen befragt werden sollen. Aufgrund der Einigung ist die Angelegenheit jedoch juristisch abgeschlossen. Politisch jedoch hat die Affäre dem Ansehen des schon zuvor angeschlagenen Genfer Baudirektors geschadet. Wegen der Auseinandersetzung hatten ihm seine Regierungsratskollegen ein Dossier entzogen, das sich mit der Umquartierung der betreffenden Diskothek befasst.

Zudem hatte Muller schon im letzten Sommer für negative Schlagzeilen gesorgt. Damals deckte das Westschweizer Fernsehen auf, dass der Regierungsrat in einer Siebenzimmerwohnung mitten im teuren Genf für eine Discountmiete von 1800 Franken wohnt.

FDP steht hinter Muller

Der Genfer FDP-Präsident Alain-Dominique Mauris stellte sich heute hinter den Baudirektor: «Das Wichtigste ist, dass Mark Muller sich dem bewusst ist, was er getan hat.» Er habe nun Reife gezeigt. Mit dem Rückzug der Klage könne sich Muller wieder voll auf sein Amt konzentrieren, sagte der FDP-Präsident zur Nachrichtenagentur SDA.

Ob die FDP Muller bei den Kantonswahlen 2013 unterstützen wird oder nicht, hänge laut Mauris von seiner künftigen Arbeit ab. «Heute hat er unser volles Vertrauen.»

Die Genfer Regierung erfuhr vom Rückzug der Klage während ihrer wöchentlichen Sitzung. «Wir nehmen es zur Kenntnis», sagte Regierungspräsident Pierre-François Unger zur Nachrichtenagentur SDA. Was im Communiqué steht, decke sich laut Unger weitgehend mit dem, was Muller seinen Regierungsratskollegen erzählt hat. (bru/sda)

Erstellt: 08.02.2012, 16:10 Uhr

14

Kommentar schreiben

Verbleibende Anzahl Zeichen:

No connection to facebook possible. Please try again. There was a problem while transmitting your comment. Please try again.

14 Kommentare

Christian Loetscher

08.02.2012, 16:20 Uhr
Melden 41 Empfehlung

'Wir packen die Probleme am Kragen!' Der neue liberale Wahlslogan der Liberalen. Oder Kragenarbeit ersetzt Sozialkompetenz. Antworten


Hans-Ruedi Hebeisen

08.02.2012, 17:33 Uhr
Melden 32 Empfehlung

Und ich hätte gewettet, dass es sich bei Mark Muller nicht um einen SVP-Mann handelt, sonst wäre es im Titel erwähnt worden. Antworten




Remund führend in Werbetechnik

Kein Wunsch zu aufwendig, kein Format zu gross - Remund Werbetechnik löst jede Aufgabe mit modernster Technik.

Online-Wettbewerb

Jetzt mitmachen!: Gewinnen Sie einen Abend als Statist bei den Tellspielen Interlaken!

FÜR IHRE FREIZEIT

Für Ausgehtipps in der Region, nutzen Sie einfach unsere Agenda.

Live @ Sunset

11. bis 22. Juli - Zürich Dolder u.a. mit B.B. King, Elton John und Alanis Morissette!