Polanski frühestens am Freitag in Gstaad
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Während Polanski am Donnerstag die Stunden bis zum Ende seiner zweimonatigen Auslieferungshaft zählte, waren offensichtlich die Amtshandlungen zur Hinterlegung der 4,5 Millionen Franken hohen Barkaution im Gang. «Es ist nicht eine Sache von Stunden, die Kaution muss transferiert werden, dazu kommt die Organisation des Transports und des Hausarrests», sagte BJ-Sprecher Folco Galli auf Anfrage der AP. Am Donnerstag werde der 76-jährige Filmregisseur sicher noch nicht freikommen.
Gefängnis von Journalisten belagert
Bereits am Donnerstagmorgen wurde das Bezirksgefängnis Winterthur von Dutzenden von Journalisten aus halb Europa belagert. Sie nahmen jedes an- und abfahrende Auto genau unter die Lupe. Vor allem französische und polnische TV-Equipen berichteten live. Galli machte deutlich, dass die Überführung Polanskis vom Gefängnis nach Gstaad diskret erfolgen werde. «Wir wollen ihn nicht wie ein exotisches Tier ausstellen», sagte er weiter.
Der Meisterregisseur wird damit frühestens am (morgigen) Freitag den Fuss aus seinem Zürcher Gefängnis setzen können. Er wird danach – in seinem Chalet in Gstaad elektronisch überwacht – den Entscheid der Schweizer Behörden über das US-Auslieferungsgesuch abwarten. Dieser wird in einigen Wochen erwartet. Die US-Justiz will ihn wegen des über drei Jahrzehnte zurückliegenden Missbrauchs einer 13-Jährigen in Los Angeles belangen. Polanski hatte sich damals vor dem Urteil nach Europa abgesetzt.
Weihnachtsbeleuchtung installiert
Das gepflegte dreistöckige Gstaader Chalet des französisch-polnischen Meisterregisseurs lag am Donnerstag noch verlassen da. Es ist rund einen halben Kilometer von Dorfzentrum entfernt und heisst «Milky Way». Die Weihnachtsbeleuchtung war bereits installiert.
Bei Gstaad Saanenland Tourismus äusserte man sich zurückhaltend über den bald anreisenden Gast. Gstaad sei lediglich ein Schauplatz dieser Geschichte. «Spekulationen über mögliche Auswirkungen auf das Image der Feriendestination geben wird nicht ab», wird die Medienverantwortliche Kerstin Sonnekalb in einer Mitteilung zitiert. Geballte Medienpräsenz dürfte dem Oberländer Ferienort in der Wintersaison jedoch sicher sein. (etr/ap)
Erstellt: 26.11.2009, 14:13 Uhr
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