Pendler fahren eigentlich günstig
Von Michael Widmer. Aktualisiert am 15.01.2010 2 Kommentare
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Die Preise für Bahn-, Bus-, Tram- und Schifffahrer werden weiter steigen. Natürlich ist man versucht, zu sagen, infolge der jährlichen Teuerung müssen auch die Ticketpreise nach oben angepasst werden. Doch auch nebst diesem Effekt drohen unter Umständen happige Aufschläge.
«Auf Leute mit tiefem Einkommen wirken die Preise heute zwar hoch. Aber objektiv gesehen, werden die Billette zu günstig verkauft», sagt der Berner CVP-Nationalrat Norbert Hochreutener, Mitglied der nationalrätlichen Verkehrskommission. In der Tat fahren die Pendlerinnen und Pendler in der Schweiz eigentlich ganz gut. Werden doch die Tickets zur Hälfte von Bund und Kantonen quersubventioniert. Mit anderen Worten: Würde der Staat die Billette nicht mitfinanzieren, wären diese theoretisch doppelt so teuer. Und der Druck, die Preise markant zu erhöhen, steigt.
Projekte ja, Geld nein
Die Kantone haben dem Bund die letzten Jahre unzählige Ausbauwünsche für den öffentlichen Verkehr vorgelegt. Das Geld reicht allerdings nur für einen Bruchteil der Projekte. Verkehrsminister Moritz Leuenberger und sein Departement suchen derzeit nach Lösungen, wie die restlichen Vorhaben realisiert werden könnten. Es gibt mehrere Möglichkeiten, zum Beispiel: Steuererhöhungen, neue Steuern (CO2-Abgabe auf Benzin), ein neues Preissystem für den gesamten Verkehr (Mobility Pricing) oder eben Tariferhöhungen.
Steuererhöhungen sind derzeit politisch kaum durchsetzbar. Und die Autolobby wehrt sich mit Händen und Füssen gegen neue Abgaben. SP-Nationalrätin und Verkehrspolitikerin Evi Allemann (BE) sieht hingegen bei den Billettpreiserhöhungen die Schmerzgrenze bald erreicht. «Schon die jetzige Erhöhung ist mitten in der Wirtschaftskrise happig», meint sie. Nationalrätin Franziska Teuscher (BE), Vizepräsidentin der Grünen Schweiz und ebenfalls Verkehrskommissionsmitglied, warnt davor, dass die Pendlerinnen und Pendler bei weiter steigenden Preisen wieder aufs Auto umsteigen könnten. «Und dies in Zeiten des Klimawandels. So etwas darf nicht passieren», sagt sie. Steuern auf Treibstoff müssten in den öffentlichen Verkehr umverteilt werden.
Das politische Seilziehen ist in vollem Gange. Ein Kompromiss ist nicht in Sicht.
Mehr Leistung kostet
Klar ist: Die Schweiz hat eines der modernsten und dichtesten Verkehrsnetze der Welt. Mit dem weiteren Ausbau steigt die Attraktivität. Aktuell fahren täglich rund 900000 Personen mit der SBB. «Wir rechnen bei den Passagierzahlen bis ins Jahr 2030 mit einer Zunahme von 50 Prozent», sagt SBB-Sprecher Daniele Pallecchi. Das kostet. Die SBB erhält beim Personenverkehr klare Vorgaben des Bundes: Sie muss profitabel arbeiten. Kosten können darum auf die Billettpreise abgewälzt werden. Laut Pallecchi rechnet die SBB im Personenverkehr bis ins Jahr 2030 mit einem Investitionsbedarf für neues Rollmaterial von 20 Milliarden Franken. Dazu kommen weiter steigende Kosten für die Instandhaltung des Rollmaterials, für Energie und Personal. (Berner Zeitung)
Erstellt: 15.01.2010, 08:31 Uhr
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2 Kommentare
Eine ganze, einfache Fahrt Bern - Zürich kostet heute CHF 46, plus 6.7% ergibt ~CHF 50 für 125km = CHF 0.4/km. Da bin ich mit dem Auto schon sehr nahe dran, zu zweit ist das Auto preislich unschlagbar gegenüber der Bahn! Das darf ja wohl nicht wahr sein! Rechnet man noch die 50% Subventionen hinzu müsste man die SBB konsequenterweise abschaffen und nur noch Buse einsetzen! Antworten
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