Pädophiler Pater: Bistum Basel wusste alles
Aktualisiert am 19.03.2010 23 Kommentare
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«10vor10»
Freitag, 19. März 2010, 21.50 Uhr, SF 1.
Der Kommunikationsbeauftragte des Bistums Basel, Giuseppe Gracia, bestätigte heute gegenüber «10vor10» schriftlich: «Als Pater G. M. in den Dienst übernommen wurde, wussten die Verantwortlichen des Bistums Basel offenbar, dass er die vorherigen Einsatzorte in Deutschland und Österreich wegen unerlaubter sexueller Handlungen hatte verlassen müssen.»
Dennoch stimmte die Bistumsleitung in Absprache mit den Ordensvorgesetzten dem Einsatz als Aushilfspriester, später als Pfarrhelfer, unter folgenden Auflagen zu: «Ärztliche Behandlung und Begleitung durch den zuständigen Pfarrer als Vorgesetzten und geistlichen Vater», schreibt Gracia weiter. Pater G. M. war dann von 1971 bis 1987 im Bistum Basel tätig, in der Pfarrei Baden AG - und hat dort auch einen Kinderchor gegründet.
Wegen sexuellem Missbrauch versetzt
«10vor10» zeigte gestern Abend ein Polizeidokument aus Österreich, welches besagt, dass der Pater Knaben missbrauchte und dass die Ordensvorgesetzten von Anfang an Bescheid wussten – und ihn trotzdem immer wieder Knaben betreuem liessen. Im Polizeidokument heisst es wörtlich: «Pater G. M. soll Ende der 60er-Jahre vom deutschen Kloster Birnau wegen wiederholtem sexuellem Missbrauch ins Gymnasium Mehrerau versetzt worden sein und dort über einen längeren Zeitraum die Missbrauchshandlungen an Schülern fortgesetzt haben.»
Das Bistum Basel bezeichne heute die Anstellung «aus heutiger Sicht als unvertretbare Fehleinschätzung», schreibt Gracia weiter. Bis zum jetzigen Zeitpunkt habe die Bistumsleitung aber keine Kenntnis davon, dass Pater G. M. während der 16 Jahre seines Einsatzes im Bistum Basel pädophile Übergriffe verübt habe.
Seit 1992 ist Pater G. M. Priester in Schübelbach SZ, das zum Bistum Chur gehört.
(bru)
Erstellt: 19.03.2010, 14:24 Uhr
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23 Kommentare
Solange die Kirche sich vorbehält, selber zu entscheiden, ob ein fehlbarer Priester angezeigt wird, wird sich auch nichts ändern. Im übrigen haben rechtsstaatliche Gebilde aus meiner Sicht den Papst ganz einfach ins Bild zu setzen, dass die Kirche keinen Sonderstatus hat, wenn es um Gewalt- und/oder Missbrauchsdelikte geht. Da ermittelt der Staat. Ohne wenn und aber. Antworten
gerade in wirtschaftlich schwierigen zeiten, sollte die kirche ein vorbild sein. aber zurzeit ist weder von der wirtschaft, noch von der politik, noch von den religionen unterstützung zu erwarten. am ende verliert immer der kleine "mann". ob dies nun arbeitnehmer, bürger einer nation oder gläubige der kirche sind. irgendwie ein trauriges bild, das zurzeit herrscht. lösungen sind keine in sicht. Antworten
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